In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt wurde feierlich die Mahmud-Moschee eröffnet – der erste von Grund auf neu erbaute muslimische Gebetsort in diesem Bundesland. Die Initiative der Ahmadiyya-Gemeinde, die über sieben Jahre hinweg realisiert wurde, ist zu einem Symbol religiöser Vielfalt in einer Region geworden, die als Hochburg der AfD gilt. Trotz jahrelanger Proteste und zahlreicher feindseliger Akte nahmen hochrangige Staatsvertreter und Repräsentanten verschiedener Konfessionen an der Zeremonie teil und betonten die Bedeutung des interkulturellen Dialogs.
Bahnbrechende sakrale Investition
Eröffnung der ersten neu erbauten Moschee in Thüringen, ausgestattet mit einer charakteristischen Kuppel und einem acht Meter hohen Minarett im Stadtteil Marbach.
Jahrzehntelange Streitigkeiten und Proteste
Das von der Ahmadiyya-Gemeinde realisierte Projekt dauerte fast zehn Jahre, wovon sieben Jahre auf den eigentlichen Bau entfielen, der durch Demonstrationen von Gegnern verzögert wurde.
Unterstützung durch Behörden und Kirchen
An der Zeremonie nahm Bodo Ramelow teil, und Ministerpräsident Mario Voigt gratulierte der Gemeinde, was die offizielle Unterstützung für religiöse Vielfalt unterstreicht.
Nach über sieben Jahren Bauzeit und fast einem Jahrzehnt seit der Bekanntgabe der Pläne wurde in Erfurt die Mahmud-Moschee eröffnet. Es handelt sich um ein Bauwerk von historischer Bedeutung, das erste neu errichtete muslimische Gotteshaus in Thüringen und eines der wenigen solchen Gebäude in den ostdeutschen Bundesländern (außer Berlin). Die Gebetsstätte wurde von der Ahmadiyya-Gemeinde finanziert. Das Gebäude zeichnet sich durch traditionelle Architektur mit einer Kuppel und einem kleinen, acht Meter hohen Minarett aus, auf dem das Motto „Liebe für alle, Hass für niemanden” steht. Der Entstehungsprozess des Bauwerks löste von Anfang an extreme Emotionen aus und stieß auf starken Widerstand aus rechtspopulistischen Kreisen, insbesondere von Anhängern der AfD. Der Bau wurde mehrfach durch Proteste gestört, und die Religionsgemeinschaft sah sich zahlreichen Anfeindungen und Drohungen ausgesetzt. Die Lage der Moschee im Stadtteil Marbach wurde zu einem Brennpunkt in der Debatte über die kulturelle Identität Ostdeutschlands. Trotz dieser Schwierigkeiten versammelte die feierliche Einweihung ein breites politisches und religiöses Publikum. Die Beziehungen zwischen muslimischen Gemeinschaften und den Bewohnern der ehemaligen DDR bleiben seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 angespannt, was auf die geringere Zahl von Migranten in diesen Regionen im Vergleich zur alten Bundesrepublik und stärkere nationalistische Strömungen zurückzuführen ist. An der Eröffnung nahm Bodo Ramelow teil, der Vizepräsident des Bundestags und ehemalige Ministerpräsident des Landes, der diesen Tag als einen Tag der Freude bezeichnete. Der neue Ministerpräsident Thüringens, Mario Voigt von der CDU, übermittelte seine Glückwünsche per Videobotschaft. Auch Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche sowie der jüdischen Gemeinde ergriffen das Wort, was als Manifest der Solidarität mit einer religiösen Minderheit gedacht war. Die Organisatoren kündigten an, dass am Sonntag ein Tag der offenen Tür stattfinden wird, damit die Bürger das neue Sakralgebäude persönlich kennenlernen können. „Dies ist ein wichtiger Schritt für die Religionsfreiheit in unserem Land und ein starkes Signal gegen Hass.” — Bodo Ramelow 8 Meter — beträgt die Höhe des Minaretts der neuen Moschee in Erfurt Betonung der Bedeutung der Religionsfreiheit, des Erfolgs der Integration und des Mutes der Gemeinde angesichts jahrelangen Drucks von rechts. | Akzentuierung der Ängste der lokalen Bevölkerung vor einer Islamisierung sowie der Kontroversen um die Lehre der Ahmadiyya-Gemeinde.
Mentioned People
- Bodo Ramelow — Vizepräsident des Bundestags und ehemaliger Ministerpräsident Thüringens, anwesend bei der Eröffnungszeremonie.
- Mario Voigt — Ministerpräsident Thüringens von der CDU, der der muslimischen Gemeinde gratulierte.