Der neueste Bericht „Deutschland-Monitor 2025“ deckt besorgniserregende Trends in der deutschen Gesellschaft auf. Obwohl die allgemeine Unterstützung für die Idee der Demokratie hoch bleibt, zeigt über 20 Prozent der Befragten Offenheit für autoritäre Lösungen. Die Situation ist besonders angespannt in den östlichen Bundesländern, wo jeder vierte Bewohner sich nach Alleinherrschaft und einem starken Führer sehnt, der die parlamentarischen Entscheidungsmechanismen ersetzen würde.

Krise des Vertrauens in Institutionen

Fast ein Fünftel der Gesellschaft ist offen für autoritäre Ideen, trotz bekundeter Unterstützung für die allgemeinen Prinzipien der Demokratie als Staatssystem.

Regionale Spaltungen bestehen fort

In Ostdeutschland befürworten 26% der Befragten eine starke Führung, was ein deutlich höherer Wert ist als im Westen des Landes.

Sehnsucht nach Alleinherrschaft

Über 30% der Befragten sind der Meinung, dass eine starke Partei die Interessen der Nation besser vertreten würde als der derzeitige politische Pluralismus.

Die in Berlin veröffentlichten Ergebnisse der regelmäßigen Studie Deutschland-Monitor 2025 werfen ein neues Licht auf den Zustand der deutschen Gesellschaft. Obwohl 98 Prozent der Bürger ihre Unterstützung für die Demokratie als Idee bekunden, stößt ihre praktische Umsetzung auf zunehmenden Widerstand. Der Bericht zeigt, dass 21 Prozent der Bevölkerung anfällig für autoritäre Ideen sind, was sich unter anderem in der Akzeptanz für die Herrschaft eines starken Führers oder der Existenz einer einzigen, starken Partei manifestiert, die den Willen der Nation repräsentiert. In den östlichen Ländern (ehemalige DDR) liegt dieser Anteil bei 26 Prozent, was auf eine tiefe soziale Spaltung hindeutet. Die Datenanalyse zeigt, dass 31 Prozent der Deutschen die Forderung unterstützen, das Land solle von einer Partei regiert werden, die das Gemeinwohl verkörpert, und weitere 23 Prozent teilweise dazu neigen. Die Forscher identifizierten eine sogenannte Grauzone, in der Bürger, ohne das System direkt abzulehnen, seine Effektivität angesichts zunehmender globaler Krisen in Frage stellen. Der Bundestag und das Mehrparteiensystem werden von dieser Gruppe als ineffizient wahrgenommen. Populismus findet besonders dort fruchtbaren Boden, wo die Zufriedenheit mit der Funktionsweise des Staates am geringsten ist. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 erwartete man eine schnelle Konvergenz der politischen Einstellungen, doch die Unterschiede in der Bewertung des Systemwechsels zwischen Ost und West bestehen seit Jahrzehnten fort und beeinflussen die aktuellen Umfrageergebnisse. Die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser, betont, dass trotz der Kritik die demokratischen Grundlagen stabil sind. Dennoch deuten die im Frühjahr 2025 durchgeführten 4000 Telefoninterviews auf ein wachsendes Misstrauen gegenüber öffentlichen Institutionen hin. Es ist erwähnenswert, dass die Studie in einer Phase der Bildung einer neuen schwarz-roten Koalition durchgeführt wurde, was die Radikalisierung einiger Meinungen beeinflusst haben könnte. Experten warnen davor, dass das Ignorieren dieser Signale zu weiterer Polarisierung und einer wachsenden Bedeutung radikaler Gruppierungen in den kommenden Wahlzyklen führen könnte. „Es ist gut, dass die Demokratie als Staatsform von den Bürgerinnen und Bürgern voll unterstützt wird, auch im Osten, doch die Distanz zu ihrer täglichen Praxis ist besorgniserregend.” — Elisabeth Kaiser 26% — der Einwohner Ostdeutschlands vertraut dem Autoritarismus Unterstützung für autoritäre Ideen nach Region: Deutschland gesamt: 21, Ostdeutschland: 26, Westdeutschland: 20

Liberale Medien betonen die Gefahr für die Rechtsstaatlichkeit und warnen vor einer Zunahme des Radikalismus in den östlichen Bundesländern. | Konservative Medien konzentrieren sich auf die Enttäuschung der Bürger über die geringe Effektivität der derzeitigen politischen Eliten und der Regierung.

Mentioned People

  • Elisabeth Kaiser — Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland im Auftrag der SPD, die den Bericht vorstellte.