Das Weiße Haus hat eine Welle der Kontroverse ausgelöst, indem es Videomaterial veröffentlichte, das Angriffe auf den Iran bewirbt und dabei Aufnahmen von Bombardierungen mit Ausschnitten aus Hollywood-Produktionen sowie Spielszenen der MLB- und NFL-Ligen verschneidet. Schauspieler Ben Stiller forderte entschieden die Entfernung einer Szene aus dem Film 'Jaja w tropikach' (Originaltitel: 'Tropic Thunder') und betonte, dass Krieg kein Film sei und die Verwaltung keine Erlaubnis zur Nutzung seines Werks für Propagandazwecke erhalten habe.

Protest von Ben Stiller

Der Schauspieler fordert die Entfernung eines Ausschnitts aus dem Film 'Jaja w tropikach' aus dem Regierungsvideo und lehnt die Nutzung seiner Arbeit für Propagandazwecke ab.

Kontroverser Schnitt

Das Weiße Haus kombinierte Aufnahmen von Angriffen auf den Iran mit Sportwiederholungen der NFL und MLB sowie Szenen aus Hollywood.

Kritik an 'Slopaganda'

Medien und Experten werfen der Verwaltung vor, den Krieg zu trivialisieren und die Ästhetik minderwertiger sozialer Medien zu verwenden.

Die Verwaltung des Weißen Hauses steht nach der Veröffentlichung einer Reihe von Videos, die Kommentatoren als 'Slopaganda' oder 'Meme-Krieg' bezeichnen, in der Kritik. Die Aufnahmen, die die Wirksamkeit der US-Militäraktionen im Iran bewerben sollen, nutzen eine ungewöhnliche Montageästhetik. Bilder von realen Raketenschlägen und Bombardierungen wurden mit dynamischen Wiederholungen aus American-Football- (NFL) und Baseballspielen (MLB) sowie Szenen aus populären Actionfilmen kombiniert. Dieser Ansatz der strategischen Kommunikation wurde von vielen Experten und Künstlern als Trivialisierung eines bewaffneten Konflikts und als Zeichen mangelnden Respekts vor der Ernsthaftigkeit der geopolitischen Lage gewertet. Den lautesten Protest äußerte Schauspieler und Regisseur Ben Stiller, dessen Film 'Jaja w tropikach' (Originaltitel: 'Tropic Thunder') unrechtmäßig in einem der Clips verwendet wurde. Stiller rief das Weiße Haus öffentlich zur sofortigen Entfernung des Ausschnitts aus seiner Produktion auf und stellte klar, dass die Urheber nie ihre Zustimmung zur Einbindung ihres Werks in pro-kriegsähnliches Material gegeben hätten. Der Schauspieler betonte in sozialen Medien, dass die Vermischung filmischer Fiktion mit realem Leid und Kriegshandlungen inakzeptabel sei. Filmkritiker, darunter Peter Bradshaw von 'The Guardian', bezeichneten das Video als 'außergewöhnlich widerlich und bösartig' und wiesen auf die moralische Zweideutigkeit der Nutzung von Filmfiguren zur Legitimierung von Gewalt hin. Die Nutzung von Popkultur in der politischen Kommunikation hat eine lange Geschichte, die bis zu Rekrutierungsplakaten aus dem Ersten Weltkrieg zurückreicht, doch das digitale Zeitalter der sozialen Medien hat die Grenzen in Richtung der Ästhetik von Computerspielen und Memes verschoben. Analysten stellen fest, dass die aktuelle Strategie des Weißen Hauses darauf abzielt, jüngere Zielgruppen über Formate zu erreichen, die von TikTok oder Instagram bekannt sind. Die Auswahl des Quellenmaterials wirft jedoch nicht nur ästhetische, sondern auch rechtliche Bedenken auf. Neben Stiller kommen empörte Stimmen aus Sportkreisen und Medien, die nicht wollen, dass ihre Übertragungen mit Militäroperationen in Verbindung gebracht werden. Diese Situation stellt Fragen nach den Grenzen der Propaganda eines Staates im Zeitalter der allgegenwärtigen Digitalisierung und der einfachen Montage audiovisueller Inhalte. Die Verwaltung hat trotz des wachsenden Drucks noch keine offizielle Stellungnahme zur Entfernung der umstrittenen Ausschnitte abgegeben. „War is not a movie. We never gave you permission to use this clip.” (Krieg ist kein Film. Wir haben Ihnen nie die Erlaubnis erteilt, diesen Clip zu verwenden.) — Ben Stiller

Perspektywy mediów: Betonung der Urheberrechtsverletzung und mangelnden Sensibilität der Verwaltung für die Realität des Krieges, unter Berufung auf empörte Künstler. Könnte das Video als moderne Form der strategischen Kommunikation interpretieren, die darauf abzielt, die Moral zu stärken und die Stärke der USA zu demonstrieren.

Mentioned People

  • Ben Stiller — Amerikanischer Schauspieler und Regisseur, der gegen die Verwendung seines Films im Video des Weißen Hauses protestierte.
  • Peter Bradshaw — Filmkritiker des 'The Guardian', der die Ästhetik und Botschaft des Materials des Weißen Hauses scharf kritisierte.