Der deutsche Sportartikelriese kündigte umfassende Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat an und verlängerte den Vertrag von CEO Björn Gulden bis 2030. Trotz Rekordeinnahmen im vergangenen Jahr reagierten Anleger mit einem Ausverkauf der Aktien auf die Nachricht von schwächeren als erwarteten Gewinnprognosen für das Jahr 2026. Die finanzielle Lage des Unternehmens wird durch geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten und Sorgen über neue Zollhintergründe im Handel mit den USA beeinflusst.
Nassef Sawiris neuer Vorsitzender
Der ägyptische Milliardär ersetzt den bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden, was die Investorenposition des Unternehmens stärken soll.
Verlängerung des Vertrags von Björn Gulden
Der aktuelle Vorstandsvorsitzende bleibt bis 2030 im Amt und gewährleistet so die Fortsetzung der Wachstumsstrategie.
Enttäuschende Gewinnprognose
Der prognostizierte operative Gewinn von 2,3 Mrd. Euro im Jahr 2026 liegt unter den Markterwartungen und löste einen Kursrückgang aus.
Geopolitische und zollrechtliche Risiken
Der Krieg im Nahen Osten und mögliche US-Zollsätze stellen die Hauptbedrohung für die Margen in den kommenden Jahren dar.
Der deutsche Konzern Adidas stand im Fokus der Finanzmärkte nach der Bekanntgabe strategischer Personalentscheidungen und der Veröffentlichung von Finanzprognosen für das kommende Jahr. Die wichtigste strukturelle Veränderung ist die Nominierung des ägyptischen Milliardärs Nassef Sawiris zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Sawiris, einer der Hauptaktionäre des Unternehmens, soll eine neue Perspektive in die globale Strategie der Marke einbringen, insbesondere angesichts von Steueränderungen im Vereinigten Königreich, die Investoren dazu veranlassen, ihre Portfolios zu überprüfen. Adidas, 1949 von Adolf Dassler nach einer Spaltung in der familieneigenen Schuhfabrik gegründet (aus der auch Puma hervorging), ist heute der zweitgrößte Hersteller von Sportbekleidung weltweit.Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen die Stabilität der operativen Führung, indem es den Vertrag des aktuellen Vorstandsvorsitzenden, Björn Gulden, bis Ende 2030 verlängerte. Gulden, in den Medien als „sportlicher Romantiker” bezeichnet, konnte das Unternehmen in kurzer Zeit nach der Krise um die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Rapper Ye (Kanye West) auf einen Wachstumskurs bringen. Unter seiner Führung verzeichnete Adidas zuletzt einen deutlichen Umsatzanstieg von 13 Prozent, was sich in ehrgeizigen Plänen niederschlägt, die Einnahmen in den kommenden Jahren um weitere zwei Milliarden Euro zu steigern. Trotz dieser optimistischen Signale verschlechterte sich die Stimmung an der Frankfurter Börse erheblich. Der Aktienkurs von Adidas stürzte ab, nachdem das Unternehmen eine Prognose für den operativen Gewinn von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2026 vorlegte. Dieser Betrag erwies sich als niedriger als die Schätzungen der Analysten und löste eine Verkaufswelle aus. Der operative Gewinn steht weiterhin unter Druck externer Faktoren: Konflikte im Nahen Osten, Währungsschwankungen und angekündigte US-Zollsätze, die die Margen von Sportbekleidungsherstellern treffen könnten, die in den US-Markt exportieren. „Ich fühle mich mit 60 fitter als mit 50” — Björn Gulden Es ist erwähnenswert, dass auch Mathias Döpfner, der Chef des Verlagshauses Axel Springer, dem Aufsichtsrat beitreten soll, was die Medien- und Digitalkompetenzen des Konzerns stärken könnte. Das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, bis 2028 eine Umsatzrendite von zehn Prozent zu erreichen, was die Aufrechterhaltung des derzeitigen Wachstumstempos bei gleichzeitiger Bewältigung globaler Risiken erfordern wird. Im Vergleich zu Adidas zeigt auch die Schweizer Marke On starke Wachstumstrends, insbesondere in China und den USA, was den Wettbewerb im Bereich Schuhe und technische Bekleidung verschärft. 2.3 mld € — prognostizierter operativer Gewinn von Adidas für 2026
Perspektywy mediów: Liberale und Wirtschaftsmedien konzentrieren sich auf die negative Börsenreaktion und die Gefahren durch Zollsätze und politische Instabilität. Konservative Medien betonen die Stabilisierung der Führung durch Gulden und die Stärkung der Aufsicht durch Sawiris als Zeichen der Stärke.
Mentioned People
- Björn Gulden — Vorstandsvorsitzender (CEO) der Firma Adidas, dessen Vertrag bis 2030 verlängert wurde.
- Nassef Sawiris — Ägyptischer Milliardär, als neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats von Adidas vorgeschlagen.
- Mathias Döpfner — Chef von Axel Springer, kandidiert für den Aufsichtsrat von Adidas.