Die spanische Guardia Civil hat Rafael Pineda, den ehemaligen Kabinettschef der Regierungsdelegation in Andalusien, festgenommen. Die Operation mit dem Codenamen „Morena“ betrifft den Verdacht auf Korruption, Einflusshandel und Geldwäsche. Ein zentraler Aspekt ist der Verkauf eines städtischen Grundstücks zu einem unterbewerteten Preis, das kurz darauf mit enormem Gewinn weiterverkauft wurde. Das Gericht entließ die Verdächtigen gegen Kaution und verhängte gleichzeitig eine Vermögenssperre.

Festnahme von Rafael Pineda

Der ehemalige Kabinettschef der Regierungsdelegation in Andalusien wurde von der UCO wegen Korruption und Einflusshandels festgenommen.

Kontroverser Grundstücksverkauf

Die Ermittlungen betreffen ein Grundstück in Higuerón Norte, das die Ehefrau des Politikers günstig von der Stadt kaufte und mit einem Gewinn in Millionenhöhe weiterverkaufte.

Entlassung gegen Kaution

Die Richterin Pilar Ordóñez entließ fünf Personen aus der Untersuchungshaft, verhängte jedoch eine Vermögenssperre aufgrund der Schwere der Vorwürfe.

Die Zentrale Operationseinheit (UCO) der spanischen Guardia Civil führte eine groß angelegte Aktion gegen politische Strukturen in Andalusien durch. Hauptverdächtiger ist Rafael Pineda, ein einflussreicher ehemaliger sozialistischer Politiker und enger Mitarbeiter des Vizepräsidenten des Abgeordnetenkongresses. Die Untersuchung, die von einem Untersuchungsgericht in Sevilla geführt wird, betrifft Unregelmäßigkeiten beim Verkauf eines öffentlichen Grundstücks mit einer Fläche von 10.000 Quadratmetern. Dieses Immobilienobjekt, das ursprünglich dem städtischen Wohnungsbauunternehmen Emvisesa gehörte, gelangte zum Preis deutlich unter dem Marktwert in die Hände von Pinedas Ehefrau. Im Laufe der Ermittlungen wurde festgestellt, dass das Grundstück nur wenige Monate nach dem Kauf mit einem Gewinn in Millionenhöhe weiterverkauft wurde. Die Staatsanwaltschaft und die Untersuchungsrichterin Pilar Ordóñez prüfen, ob Bestechung vorlag und ob Pineda seine Position in der Regierungsdelegation nutzte, um diese Transaktion zu erleichtern. Die Situation ist besonders heikel für die regierende Partei PSOE, da der Skandal am Vorabend des Wahlkampfs in Andalusien ausbrach. Die oppositionelle Volkspartei (PP) fordert umgehend Aufklärung von der Zentralregierung und verweist auf Verbindungen der Festgenommenen zu hochrangigen Staatsbeamten. Andalusien war jahrzehntelang eine Hochburg der spanischen Sozialisten, doch zahlreiche Korruptionsskandale, wie der laute ERE-Skandal um Abfindungsgelder, führten 2018 zu einem historischen Machtwechsel in der Region zugunsten der Konservativen.Während der Vernehmungen machten alle Festgenommenen von ihrem Recht Gebrauch, keine Aussagen zu machen. Das Gericht entschied, sie aus der Untersuchungshaft zu entlassen, ergriff jedoch präventive Maßnahmen wie die Beschlagnahme von Immobilien und die Sperrung von Bankkonten. Die Ermittler vermuten zudem, dass der Fall Verbindungen zu einem größeren Netzwerk haben könnte, das sich mit Drogen und Geldwäsche in der Gemeinde Gines befasst. Die Atmosphäre wird zusätzlich dadurch angeheizt, dass Pineda kurz vor seiner Festnahme seinen Dienstcomputer formatiert haben soll, was als Versuch der Beweisvernichtung angesehen wird. „Es ist skandalös, dass ein öffentliches Grundstück de facto von den parteipolitischen und familiären Interessen eines hochrangigen sozialistischen Funktionärs übernommen wurde.” — Juan de la RosaOperation auf dem Grundstück Higuerón: Ursprünglicher Eigentümer: Emvisesa (Stadt) → Olga Pérez (Ehefrau von Pineda); Immobilienbewertung: Unter dem Marktpreis → Mehr als zwei Millionen Euro Gewinn; Besitzdauer: Jahrelang im Stadtbesitz → Weiterverkauf nach 4-5 MonatenLiberale und regierungsnahe Medien betonen, dass die Verdächtigen bereits entlassen wurden und die Untersuchung sich auf private Transaktionen, nicht auf Regierungsstrukturen konzentriert. | Konservative Presse akzentuiert die engen Verbindungen Pinedas zur PSOE-Führung und deutet auf einen systemischen Charakter der Korruption in andalusischen Strukturen hin.

Mentioned People

  • Rafael Pineda — Ehemaliger Kabinettschef in der Regierungsdelegation in Andalusien, Hauptverdächtiger in der Korruptionsermittlung zum Grundstückshandel.
  • Alfonso Rodríguez Gómez de Celis — Vizepräsident des Abgeordnetenkongresses von Spanien, wird als politischer Mentor von Pineda genannt.
  • Pilar Ordóñez — Untersuchungsrichterin, die den Fall der Operation Morena in Sevilla leitet.
  • Pedro Fernández — Aktueller Regierungsdelegierter in Andalusien, dem Pineda vor seinem Ausscheiden aus dem Amt unterstand.