Die amerikanischen Aktienindizes beendeten den Februar mit deutlichen Verlusten und reagierten damit auf unerwartet hohe Werte der Erzeugerpreisinflation. Anleger, besorgt über die Aussicht auf anhaltend hohe Zinssätze, verkauften Aktien von Technologieunternehmen, was den vorherigen, vom Sektor der künstlichen Intelligenz angetriebenen Aufwärtstrend unterbrach. Die europäischen Märkte zeigten sich unterdessen widerstandsfähiger und verzeichneten in vielen Fällen den achten monatlichen Anstieg in Folge, trotz Schwächen im Bankensektor.
Inflationsanstieg in den USA
PPI-Daten über den Erwartungen kühlten die Stimmung der Bullen und verstärkten die Sorgen um die Zinssätze.
Korrektur im Tech- und KI-Sektor
Technologieunternehmen, darunter Giganten wie NVIDIA, verlieren nach Monaten rekordverdächtiger Gewinne.
Stabilität der europäischen Märkte
Trotz eines schwachen Freitags verzeichnen europäische Indizes die längste Serie monatlicher Gewinne seit Jahren.
Der Monat Februar an den weltweiten Finanzmärkten stand im Zeichen einer zunehmenden Dichotomie zwischen der Lage in den Vereinigten Staaten und Europa. In der letzten Februarwoche gerieten die amerikanischen Parkette unter starken Verkaufsdruck nach der Veröffentlichung des Berichts über die Erzeugerpreisinflation, die höher ausfiel als die Markterwartungen. Dieses Ereignis veränderte drastisch die Erwartungen der Anleger an die künftigen Entscheidungen des Federal Reserve Systems und verschob die Aussicht auf Zinssenkungen zeitlich nach hinten. Besonders starke Verluste trafen den Nasdaq-Index, was mit der Gewinnmitnahme im Sektor der künstlichen Intelligenz zusammenhängt. Die bisherigen Wachstumsführer wie NVIDIA verzeichneten eine Korrektur ihrer Kurse angesichts wachsender Zweifel am Tempo der Kommerzialisierung neuer Technologien. Der Technologiesektor ist seit den 2020er Jahren der Haupttreiber des Wachstums an der Wall Street, und seine Bewertungen sind besonders empfindlich gegenüber Veränderungen der Renditen von Staatsanleihen, die mit den Inflationserwartungen steigen. In Europa war die Stimmung differenzierter. Obwohl die Hauptindizes den Monat nahe ihren historischen Höchstständen beendeten, brachte das Wochenende eine Abschwächung, die besonders an der Mailänder Börse sichtbar wurde. Der italienische Bankensektor litt unter der negativen Aufnahme von Industriestrategieplänen durch die Aktionäre und Sorgen über die Auswirkungen geopolitischer Spannungen im Nahen Osten. An der Warschauer Börse vertiefte auch der Index WIG20 seine Verluste, was Analysten mit der globalen "Risk-Off"-Stimmung in Verbindung bringen, also der Flucht von Kapital aus risikoreichen Vermögenswerten hin zu sicheren Häfen wie dem US-Dollar oder kurzfristigen Staatsanleihen. „AI Gave Investors a Glimpse of the Future This Month. And They Sold Their Stocks.” (KI gab Anlegern diesen Monat einen Blick in die Zukunft. Und sie verkauften ihre Aktien.) — The Wall Street Journal
Perspektywy mediów: Liberale Medien könnten mehr Gewicht auf die strukturellen Herausforderungen der Wirtschaft und die mit der Technologieblase verbundenen Risiken legen. Konservative Medien weisen häufiger auf die Unwirksamkeit der Inflationsbekämpfungspolitik und die Belastungen für den Bankensektor hin.