Die deutschen Konzerne Allianz und Deutsche Telekom haben für das Jahr 2025 Rekordergebnisse bekanntgegeben und demonstrieren damit Widerstandsfähigkeit gegenüber der wirtschaftlichen Verlangsamung in Europa. Gleichzeitig verzeichnete die Europäische Zentralbank ein weiteres Verlustjahr, dessen Umfang jedoch deutlich gegenüber dem Rekordjahr 2024 zurückging. Auch die Pharma- und Baubranche signalisieren eine konjunkturelle Besserung, trotz anhaltender Spannungen im internationalen Handel und Unsicherheiten über künftige Zölle.
Rekordgewinne der Allianz
Der größte deutsche Versicherer erzielte ein operatives Ergebnis von 17,4 Mrd. Euro und plant eine Erhöhung der Dividende auf 17,10 Euro je Aktie.
Geringere Verluste der EZB
Die Europäische Zentralbank schloss das Jahr mit einem Verlust von 1,25 Mrd. Euro ab, was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Rekordverlust von 2024 darstellt.
Expansion der Deutschen Telekom
Der Konzern beschleunigt den Ausbau des Glasfasernetzes und zielt auf 25 Millionen Haushalte bis zum Ende des Jahrzehnts ab.
Belebung im Baugewerbe
Die Immobilienbranche signalisiert das Ende der Krise und kündigt einen sprunghaften Anstieg neuer Wohnungsbauinvestitionen im Jahr 2026 an.
Die deutsche Wirtschaft zeigt zu Beginn des Jahres 2026 ein zweigeteiltes Bild. Einerseits melden die größten Börsenwerte wie Allianz oder Deutsche Telekom historisch hohe Ergebnisse. Allianz erzielte ein operatives Ergebnis von rund 17,4 Mrd. Euro, was am oberen Ende der Erwartungen liegt und hauptsächlich vom Sach- und Unfallversicherungsgeschäft getrieben wurde. Deutsche Telekom wiederum verzeichnete einen Umsatz von 119 Mrd. Euro und intensivierte gleichzeitig Investitionen in die Glasfaser-Infrastruktur. Das Unternehmen plant, bis 2030 moderne Anschlüsse zu 25 Millionen Haushalten zu verlegen, um seine Marktführerschaft zu festigen. Nach der Finanzkrise von 2008 durchlief die deutsche Versicherungsbranche eine rigorose Restrukturierung, die sich heute in ihrer hohen Widerstandsfähigkeit gegenüber Konjunkturschwankungen und Inflation auszahlt.Eine völlig andere finanzielle Situation zeigt die Europäische Zentralbank. Die Institution schloss das Jahr 2025 mit einem Verlust von 1,25 Mrd. Euro ab. Zwar ist dies ein deutlich besseres Ergebnis als der Verlust von fast 8 Mrd. Euro im Vorjahr, doch bedeutet es ein weiteres Jahr ohne Dividendenzahlung an die nationalen Zentralbanken, einschließlich der Bundesbank. Präsidentin Christine Lagarde betonte jedoch den Erfolg im Kampf gegen die Inflation, die von über 10 % im Jahr 2022 auf 1,7 % zu Beginn des Jahres 2026 gesunken ist. Die Bank prognostiziert eine Rückkehr zu Gewinnen im Jahr 2026 oder 2027, was von der weiteren Entwicklung der Zinssätze abhängen wird. Optimismus kommt auch aus dem Immobiliensektor, wo Experten erklärten, dass der Baubranche in Norddeutschland der schlimmste Moment der Krise bereits hinterher liegt. Die Zahl der geplanten Bauvorhaben in Hamburg soll im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr um über 100 % steigen. Ebenso verzeichnete die Pharmabranche einen Produktionsanstieg von 4,5 %, wobei sie von Vorzieheffekten vor einer möglichen Einführung von US-Zöllen profitierte. Trotz dieser Erfolge bleibt die Börsenstimmung gemischt, was an den Kursrückgängen von Unternehmen wie Hensoldt oder Freenet zu sehen ist, deren Ergebnisse den überzogenen Erwartungen der Anleger nicht gerecht wurden. „The ECB's decisive monetary policy response played a key role in bringing inflation back to the target level.” (Die entschlossene geldpolitische Reaktion der EZB spielte eine Schlüsselrolle dabei, die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen.) — Präsidentin der Europäischen Zentralbank, verantwortlich für den Kampf gegen die Inflation in der Eurozone. Im Technologie- und Rüstungssektor ist die Lage differenzierter. Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines und der britische Rolls-Royce verzeichnen Rekordauftragsbücher, was den globalen Anstieg der Verteidigungsausgaben und die Erholung im Luftverkehr widerspiegelt. Rolls-Royce kündigte sogar ein gigantisches Aktienrückkaufprogramm im Wert von bis zu 12 Mrd. Dollar an. Die Softwarebranche hingegen, vertreten durch Salesforce oder SAP, kämpft mit einer Bewertungskorrektur; Marktanalysten sprechen sogar von einer Art „SaaS-Apokalypse“, obwohl Branchenführer die aktuellen Rückgänge als Investitionschance sehen.
Mentioned People
- Christine Lagarde — Präsidentin der Europäischen Zentralbank, verantwortlich für den Kampf gegen die Inflation in der Eurozone.
- Tim Höttges — Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, überwacht die Glasfaserexpansion des Konzerns.
- Oliver Bäte — Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungsgruppe.