US-Außenminister Marco Rubio beendete seinen Besuch auf der Münchner Sicherheitskonferenz und begab sich auf eine Reise durch Mitteleuropa. Nach einem Besuch in Bratislava traf der Politiker in Budapest mit Viktor Orbán zusammen. Hauptziel der diplomatischen Offensive ist es, eine neue Vision des transatlantischen Bündnisses vorzustellen, die auf einer gemeinsamen westlichen Zivilisation und Energieunabhängigkeit von Russland basiert, während gleichzeitig auf eine verstärkte Verteidigungsverantwortung der europäischen Staaten gedrängt wird.
Neue Vision der transatlantischen Beziehungen
Marco Rubio kündigte den Aufbau eines „neuen westlichen Jahrhunderts” an und erwartet von Europa mehr Eigenständigkeit und eine Abkehr vom Status als Vasall der Vereinigten Staaten.
Besuch bei Trumps Verbündeten
Der Außenminister besuchte die Slowakei und Ungarn und betonte die Rolle Mitteleuropas als Schlüsselpartner Washingtons in der neuen Sicherheitsarchitektur.
Nukleare und energiepolitische Zusammenarbeit
In Budapest ist die Unterzeichnung eines Pakts über zivile Kernenergie geplant, um Ungarn bei der Abkehr von Rohstoffimporten aus der Russischen Föderation zu unterstützen.
Spannungen zwischen USA und EU
Kaja Kallas wies die US-Behauptungen über eine zivilisatorische Krise Europas zurück und lehnte Versuche ab, die EU in Gesprächen über Frieden in der Ukraine zu umgehen.
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hielt US-Außenminister Marco Rubio eine Rede, die die Debatten über die Zukunft der USA-Europa-Beziehungen dominierte. Der Politiker rief zum Aufbau eines „neuen westlichen Jahrhunderts” auf und betonte die zivilisatorische Einheit des Westens. Obwohl Rubios Tonfall milder war als die Rede von Vizepräsident J.D. Vance im Vorjahr, blieb die Botschaft entschlossen: Europa muss aufhören, sich ausschließlich auf die USA zu verlassen, und mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen. Die Trump-Administration sieht die derzeitigen Beziehungen nicht als Unterordnung, sondern als Partnerschaft, in der Europa kein „Vasall” Washingtons sein kann. Bemerkenswert ist, dass Rubio Kritik an einem angeblichen Rückzug Amerikas vom Kontinent zurückwies und auf die Notwendigkeit einer Reform der NATO gemäß den neuen geopolitischen Realitäten hinwies. Die Beziehungen zwischen Polen und den USA sowie den Ländern der Visegrád-Gruppe haben sich seit dem Beitritt der Region zu den westlichen Strukturen 1999 und 2004 entwickelt und stabilisieren die Ostflanke des Bündnisses nach dem Ende des Kalten Krieges. Schlüsselpunkte von Rubios Europareise waren die Hauptstädte der Slowakei und Ungarns. Die Wahl dieser Orte wird als starkes Signal der Unterstützung für ideologisch Donald Trump nahestehende Führungspersönlichkeiten gelesen. In Bratislava traf sich der Außenminister mit Ministerpräsident Robert Fico und reiste anschließend nach Budapest zu Gesprächen mit Viktor Orbán. Hauptthema der Verhandlungen in Ungarn ist der Abschluss eines Abkommens über nukleare Zusammenarbeit sowie die Diversifizierung der Gaslieferungen, um die Energieabhängigkeit von Russland in der Region zu verringern. 15 lat — Sicherheitsgarantien bieten die USA der Ukraine im neuen Vorschlag an Der Besuch stößt jedoch in Brüssel auf Kontroversen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kritisierte die amerikanische Rhetorik über einen „zivilisatorischen Niedergang” Europas und bezeichnete sie als „modischen Euro-Bashing”. Kallas betonte, dass Frieden in der Ukraine nicht ohne aktive Beteiligung und Zustimmung der Europäischen Union erreicht werden kann. Gleichzeitig weisen Medien darauf hin, dass Rubios Reise der Stärkung von Orbáns Position vor den anstehenden Parlamentswahlen am 12. April dient. Die amerikanische Administration setzt eindeutig auf Souveränismus und direkte bilaterale Beziehungen mit ausgewählten Verbündeten, was eine Herausforderung für die Einheit der gesamten Gemeinschaft darstellen könnte.
Mentioned People
- Marco Rubio — US-Außenminister, der eine diplomatische Tour durch Europa unternimmt.
- Viktor Orbán — Ministerpräsident Ungarns, Gastgeber des Treffens mit Marco Rubio in Budapest.
- Kaja Kallas — EU-Außenbeauftragte, die die Rhetorik der USA kritisiert.
- Robert Fico — Ministerpräsident der Slowakei, der sich mit Rubio in Bratislava traf.