Der spanische Premierminister Pedro Sánchez hat Berichte über eine angebliche Herz-Kreislauf-Erkrankung dementiert und die Rechte beschuldigt, Desinformation zu verbreiten. Dieser Vorfall fiel zeitlich mit dem kontroversen Vorschlag der Abgeordneten Cayetana Álvarez de Toledo zusammen, die medizinische Dokumentation des Regierungschefs freizugeben. Parallel kündigte Sánchez' Kabinett an, das Recht auf Abtreibung in die Verfassung aufzunehmen und die Vorschriften für Terroropfer zu reformieren, um auch Fälle von Polizeigewalt aus der Zeit des politischen Wandels einzubeziehen.
Dementi von Premierminister Sánchez
Der Regierungschef wies Gerüchte über eine Herzerkrankung zurück und bezeichnete sie als Desinformationsangriff der Rechten.
Streit um medizinische Dokumentation
Cayetana Álvarez de Toledo löste Kontroversen mit der Forderung nach Veröffentlichung der Krankengeschichte des Premierministers aus.
Abtreibung in der Verfassung
Der Staatsrat unterstützte den Plan, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in die spanische Verfassung aufzunehmen.
Rehabilitierung von García Caparrós
Die Regierung plant eine Reform, um ein Opfer von Polizeigewalt aus dem Jahr 1977 als Terroropfer anzuerkennen.
Die spanische politische Bühne wurde zum Schauplatz eines heftigen Informationskampfes, nachdem Premierminister Pedro Sánchez öffentlich Gerüchte über seinen Gesundheitszustand dementiert hatte. Der Regierungschef bestritt entschieden, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden, und bezeichnete die gesamte Situation als "Schmutzkampagne", die von den Oppositionsparteien PP und Vox in Gang gesetzt worden sei. Die Kontroversen verschärften sich, als Cayetana Álvarez de Toledo, eine einflussreiche Abgeordnete der Volkspartei, eine formelle Anfrage zur Freigabe der Krankengeschichte des Premierministers stellte und behauptete, die Bürger hätten ein Recht zu wissen, ob der Regierungschef in der Lage sei, sein Amt auszuüben. Die Reaktion auf diese Worte war fast unmittelbar und negativ, nicht nur im Regierungslager, sondern auch innerhalb der Volkspartei selbst, wo deutliche Gesten der Verlegenheit und Distanzierung von der Initiative der Abgeordneten zu beobachten waren. Die spanische Verfassung von 1978 war das Ergebnis eines breiten nationalen Kompromisses nach dem Tod des Diktators Francisco Franco, löst aber seit Jahren Emotionen in Fragen ihrer Modernisierung und der Auslegung von Individualrechten aus. Im Schatten der Diskussionen über die Gesundheit des Premierministers unternahm Sánchez' Regierung entscheidende Schritte in Richtung einer Verfassungsreform. Der Staatsrat gab eine Stellungnahme ab, die den Plan unterstützt, das Recht auf Abtreibung in die Verfassung aufzunehmen, wobei das Gremium jedoch darauf hinwies, dass dies umfassendere Änderungen mit größerer Tragweite erfordert als ursprünglich angenommen. Dieses Vorhaben, das aufgrund fehlender parlamentarischer Mehrheiten nur geringe Chancen auf eine schnelle Verabschiedung hat, stellt ein wesentliches Element der politischen Erzählung des linken Kabinetts dar. Der Premierminister argumentiert, dass eine "blindaje" (Absicherung) dieses Rechts notwendig sei, um die Freiheit der Frauen vor möglichen politischen Veränderungen in der Zukunft zu schützen. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass es sich um einen rein taktischen Zug handelt, der von den aktuellen Problemen der Regierung ablenken soll. Ein weiteres bedeutendes Ereignis ist die Ankündigung einer dringenden Novellierung zweier Gesetze, die es ermöglichen wird, Manuel García Caparrós als Terroropfer anzuerkennen. Caparrós wurde 1977 während einer Demonstration von der Polizei getötet, und seine Familie fordert seit Jahrzehnten Gerechtigkeit und die Anerkennung der staatlichen Verantwortung. Die geplante Reform zielt darauf ab, die Entschädigungen für alle Terror- und staatlichen Gewaltopfer aus der Zeit des Kampfes um regionale Autonomie gleichzustellen. Das Innenministerium erklärte sich zu vollständigen gesetzlichen Änderungen bereit, was von Organisationen, die sich mit historischer Aufarbeitung befassen, mit Anerkennung aufgenommen wurde. Die Wiederherstellung der Erinnerung an die Opfer der Transformationszeit bleibt einer der umstrittensten und zugleich grundlegendsten Prozesse in der modernen spanischen Demokratie, der rechtliche Aspekte mit der moralischen Aufarbeitung der Vergangenheit verbindet.
Mentioned People
- Pedro Sánchez — Premierminister Spaniens, Vorsitzender der PSOE.
- Cayetana Álvarez de Toledo — Spanische Politikerin, Abgeordnete der Volkspartei (PP).
- Manuel García Caparrós — Arbeiter, der 1977 während einer Demonstration in Málaga getötet wurde.