Spanien erlebt einen historischen Moment der Vergangenheitsbewältigung. Am Tag der Freigabe geheimer Geheimdienstunterlagen zum Putschversuch vom 23. Februar 1981 starb der letzte der Hauptputschisten, Antonio Tejero. Die neuen Materialien werfen ein Licht auf die Haltung des Militärkommandos und die Rolle der Monarchie und lösen eine intensive öffentliche Debatte über die Grundlagen der spanischen Demokratie und den Transformationsprozess aus.
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Die spanische Öffentlichkeit analysiert eine beispiellose Sammlung von Dokumenten zum Putsch 23-F. Die Freigabe der Materialien fiel zeitlich mit der Beerdigung von Oberstleutnant Antonio Tejero zusammen, der 1981 in den Kongress der Abgeordneten eingedrungen war. Bei der Trauerfeier in Xàtiva verteidigte der Sohn des Verstorbenen, Priester Ramón Tejero, die Handlungen seines Vaters und bezeichnete sie als Erfüllung einer „heiligen Pflicht” gegenüber dem Vaterland. Diese Worte stießen auf Kritik demokratischer Kreise, die auf gefährliche Versuche der Geschichtsrelativierung hinweisen. Die Analyse der freigegebenen Geheimdienstakten (CESID) zeigt das Ausmaß der Infiltration des Militärs durch die Verschwörer und die Zögerlichkeit einiger Kommandeure. Aus den Dokumenten geht hervor, dass General Coloma Gallegos, der damalige Kapitänsgeneral von Katalonien, bereit war, sich der Rebellion anzuschließen. Agentennotizen aus der Zeit des späteren Prozesses deuten auch darauf hin, dass die Verteidigung der Angeklagten gezielt versuchte, die Autorität von König Juan Carlos I. zu untergraben, um die Monarchie in die Verantwortung für die Verschwörung zu ziehen. Die Medien betonen, dass die neue Dokumentation einige der Mythen zerstreut, die sich um die Transición gebildet haben, und zeigt, wie zerbrechlich die spanische Demokratie damals war. Antonio Tejero verbrachte 15 Jahre im Gefängnis und wurde 1996 als letzter der Putschteilnehmer, der hinter Gittern geblieben war, bedingt entlassen.Parallel zur historischen Debatte kämpft das spanische Justizsystem mit aktuellen Skandalen. Die Audiencia Nacional hat den Fall Plus Ultra wegen seiner Komplexität übernommen, was mit einer umfassenderen Untersuchung namens „Caso Koldo” zusammenhängt. Bei diesem Fall geht es um den Verdacht auf Korruption und Missbrauch beim Kauf von Schutzausrüstung während der Pandemie. Der Senat hat Isabel Pardo de Vera zum dritten Mal zu einer Anhörung vorgeladen, um ihre Verbindungen zu den Hauptverdächtigen zu klären.
Mentioned People
- Steven Universe — Hauptfigur einer der beliebten, von Apple TV entfernten Animationsserien.