In Los Angeles hat ein Präzedenzfallprozess gegen die größten Social-Media-Plattformen begonnen. Die heute 20-jährige Klägerin, die unter den Initialen K.G.M. auftritt, beschuldigt die Tech-Giganten, Apps absichtlich so zu gestalten, dass sie süchtig machen. Der Fall betrifft die Dienste Instagram, YouTube, Snapchat und TikTok. Es ist der erste derartige Prozess vor einer Jury, der die rechtliche Verantwortung des Big-Tech-Sektors für die psychische Gesundheit der jungen Generation definieren könnte.
Vorwürfe der absichtlichen Suchterzeugung
Die Klägerin beschuldigt die Plattformen, Mechanismen wie endloses Scrollen einzusetzen, die zu ihren Depressionen und Angstzuständen seit frühester Kindheit führten.
Vergleiche von Snapchat und TikTok
Die hinter den Apps Snapchat und TikTok stehenden Firmen haben sich mit der Klägerin verglichen und so einen Prozess vor der Los Angeles Jury vermieden.
Aussagen von Big-Tech-Führungskräften
An dem Prozess wird persönlich Mark Zuckerberg, der Chef des Meta-Konzerns, teilnehmen, um das Geschäftsmodell von Instagram gegen Vorwürfe der Schädlichkeit zu verteidigen.
In Kalifornien hat ein Prozess begonnen, der zu einem Wendepunkt für die gesamte Tech-Branche werden könnte. Die Klägerin, bekannt als K.G.M., behauptet, dass ihre Kindheit durch die in Social-Media-Apps verwendeten Mechanismen ruiniert wurde. Laut Gerichtsakten begann sie bereits im Alter von sechs Jahren, YouTube zu nutzen, und erstellte kurz darauf ein Konto bei Instagram, wobei sie die Altersbeschränkungen umging. Der Prozess soll beweisen, ob Algorithmen und Funktionen wie endloses Scrollen absichtlich geschaffen wurden, um Nutzer in einem Suchtzyklus gefangen zu halten. Die Klägerin litt infolgedessen unter schweren Depressionen, Angstzuständen und Essstörungen. Im Jahr 1998 wurde die amerikanische Tabakindustrie gezwungen, eine Vergleichszahlung von 206 Milliarden Dollar zu leisten, nachdem nachgewiesen wurde, dass sie Wissen über die suchterzeugenden Eigenschaften von Nikotin verschleiert und gezielt Werbung an Minderjährige gerichtet hatte.Die Prozesslage ist dynamisch. Die Betreiber von Snapchat und TikTok haben sich einige Wochen vor Prozessbeginn auf eine vertrauliche Einigung mit der Klägerin geeinigt. Hingegen kündigten Meta (Eigentümer von Instagram) und Google (Eigentümer von YouTube) an, vor Gericht zu kämpfen. „Instagram macht nicht süchtig, obwohl wir zugeben, dass es gewisse Gesundheitsprobleme verursachen kann.” — Adam Mosseri Es wird erwartet, dass Mark Zuckerberg, der CEO von Meta, eine entscheidende Aussage machen wird. Experten vergleichen diesen Fall mit historischen Schlachten gegen Tabakfirmen, die letztlich Milliardenentschädigungen für die Vertuschung der Schädlichkeit ihrer Produkte zahlen mussten. Vor dem Gerichtsgebäude in Los Angeles versammelten sich Gruppen von Eltern, die Fotos von Kindern trugen, die sich das Leben genommen hatten. Sie behaupten, dass schädliche Inhalte und Algorithmen eine Schlüsselrolle in diesen Tragödien spielten. Obwohl der Fall K.G.M. keinen Selbstmord betrifft, ist er zu einem Symbol des breiteren gesellschaftlichen Widerstands gegen die Straflosigkeit von Big Tech geworden. Die Verteidiger der Plattformen argumentieren, dass die Verantwortung für die Bildschirmzeit bei den Eltern liege und die Apps selbst über Jugendschutzfunktionen verfügten. Das Urteil der Jury könnte den Weg für Tausende ähnlicher Sammelklagen ebnen, was eine echte Bedrohung für Geschäftsmodelle darstellt, die auf der Maximierung der Nutzerbindung basieren.Liberale Medien legen Wert auf systemischen Schutz der psychischen Gesundheit und die Notwendigkeit, Kindheit zerstörende Algorithmen zu regulieren. | Konservative Medien betonen häufiger die Rolle der elterlichen Verantwortung und das Recht der Unternehmen auf unternehmerische Freiheit.
Mentioned People
- Mark Zuckerberg — Der CEO von Meta, der im Prozess über die suchterzeugende Natur von Instagram aussagen soll.
- Adam Mosseri — Der Leiter von Instagram, der die Vorwürfe zurückweist, die App mache süchtig.