Die spanische Minderheitsregierung hat eine schwere Niederlage im Kongress erlitten, wo zentrale Vorschriften für den sogenannten Sozialschutzschild abgelehnt wurden. Die Abstimmung offenbarte tiefe Gräben in der Regierungskoalition, nachdem die katalanische Partei Junts sich der rechten Opposition anschloss. Diese Entscheidung hat schwerwiegende Folgen für die Bürger, darunter den Wegfall von Steuererleichterungen für Elektroautos und das Risiko von Tausenden Zwangsräumungen.
Scheitern des Sozialschutzschilds
Der Kongress lehnte die Verlängerung des Schutzpakets ab, was Massenzwangsräumungen und die Abschaffung von Steuererleichterungen droht.
Junts-Aufstand gegen PSOE
Die katalanischen Separatisten stimmten mit der Rechten und stellten damit die Beständigkeit der Regierung von Pedro Sánchez in Frage.
EU-Wohnungsbericht
Das Europäische Parlament appelliert für den Bau von 10 Millionen Wohnungen und eine Senkung der Mehrwertsteuer für Bauinvestitionen.
Fortschritte bei Gibraltar
Minister Albares erklärt, dass die Einigung mit Großbritannien über den Status des Felsens im Sommer unterzeichnet wird.
Die spanische politische Szene ist in eine tiefe Krise gestürzt, nachdem der Kongress der Abgeordneten den Gesetzentwurf zur Verlängerung des sogenannten Sozialschutzschilds abgelehnt hat. Der entscheidende Moment war die Abstimmung der katalanischen Formation Junts, die sich gemeinsam mit der Volkspartei (PP) und Vox gegen die Regierungsvorschläge aussprach. Diese Niederlage wird als Warnsignal für Premierminister Pedro Sánchez interpretiert und zeigt die extreme Instabilität seiner parlamentarischen Unterstützung. Regierungsvertreter, darunter Ministerin Isabel Rodríguez, werfen der Opposition vor, zum Nachteil der ärmsten Bürger zu handeln, während Junts den Sozialisten (PSOE) vorwirft, eine „ideologische Schlacht” statt eines echten Dialogs zu führen. Die Folgen der Ablehnung des Dekrets sind unmittelbar und treffen die persönlichen Finanzen der Spanier. Die Bürger verlieren vor allem die Möglichkeit, 15% der Ausgaben für den Kauf von Elektrofahrzeugen in der IRPF-Steuererklärung abzusetzen. Gleichzeitig warnt die Regierung, dass die fehlende Verlängerung des Schutzes vor Zwangsräumungen in kurzer Zeit zur Räumung von fast 70.000 Personen aus ihren Wohnungen führen könnte. Als Reaktion auf dieses Risiko kündigte das Kabinett Sánchez an, nach alternativen Rechtswegen zu suchen, um die wichtigsten Elemente des Schildes „wiederzubeleben”, ohne eine erneute, riskante Abstimmung über denselben Gesetzestext führen zu müssen. Das spanische parlamentarische System ist seit 2015 durch das Fehlen stabiler Einparteienmehrheiten gekennzeichnet, was die Hauptkräfte gezwungen hat, komplizierte Koalitionen mit regionalen und nationalistischen Parteien zu bilden.Unterdessen hat auf europäischer Ebene das Europäische Parlament einen Bericht zur Wohnungskrise angenommen, der Spanien direkt betrifft. Das Dokument weist auf einen Mangel von 10 Millionen Wohnungen in der gesamten Union hin, wovon ein erheblicher Teil gerade auf den spanischen Markt entfällt. Die Europaabgeordneten fordern die Einführung eines stark reduzierten VAT-Satzes für den Bau und die Renovierung von Wohnungen sowie eine radikale Vereinfachung der Bürokratie, indem die Genehmigungszeiten auf 60 Tage begrenzt werden. Im Schatten dieser Streitigkeiten laufen auch die abschließenden Gespräche über den Status von Gibraltar, zu dem das spanische Außenministerium eine Einigung vor Ende des Sommers ankündigt. „El Gobierno ha iniciado una batalla ideológica contra Junts tras nuestro 'no' al escudo social.” (Die Regierung hat nach unserem 'Nein' zum Sozialschutzschild einen ideologischen Kampf gegen Junts begonnen.) — Sprecherin der Partei Junts im Kongress Auf lokaler Ebene ist unterdessen der Streit über religiöse Symbole wieder aufgeflammt. Die Behörden von Barcelona lehnten eine rechte Forderung nach einem Verbot von Burkas und Nikabs im öffentlichen Raum ab und begründeten dies mit fehlender Rechtsgrundlage und der Verletzung bürgerlicher Freiheiten. Eine völlig andere Entscheidung traf Toledo, wo dank eines Bündnisses von Vox und PP ein solches Verbot für öffentliche Gebäude beschlossen wurde. Diese Kontraste zeigen, dass Spanien nicht nur in wirtschaftlichen, sondern auch in kulturellen Fragen ein stark polarisiertes Land bleibt.
Mentioned People
- Pedro Sánchez — Premierminister Spaniens, Führer der Sozialisten der PSOE.
- José Manuel Albares — Außenminister Spaniens, führt die Verhandlungen über Gibraltar.
- Míriam Nogueras — Sprecherin der Partei Junts im Kongress.