Die Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat die zunehmenden Spekulationen über ihren vorzeitigen Rücktritt entschieden zurückgewiesen. In privaten Mitteilungen an Mitarbeiter erklärte sie, sie sei voll und ganz auf ihr Mandat konzentriert, das erst im Oktober 2027 auslaufe. Obwohl Medien nahelegten, sie wolle früher gehen, um Emmanuel Macron die Wahl eines Nachfolgers vor den Wahlen in Frankreich zu ermöglichen, versichert Lagarde, dass sie den Rat der Bank über eventuelle Veränderungen zuerst informieren werde.
Lagarde dementiert Gerüchte
Die Präsidentin der EZB schickte eine private Nachricht an Mitarbeiter und versicherte, dass es keine Pläne für einen Rücktritt in naher Zukunft gebe und sie voll und ganz auf ihr ausgeübtes Mandat konzentriert sei.
Medienberichte
Die Zeitung „Financial Times” berichtete über einen möglichen Rücktritt Lagardes bereits im Jahr 2026, um Macron die Wahl eines proeuropäischen Nachfolgers zu erleichtern.
Reaktionen von Direktoriumsmitgliedern
Luis de Guindos und Piero Cipollone erklärten öffentlich, dass die Chefin der Bank keinerlei Anzeichen von Vorbereitungen auf einen Rücktritt zeige.
Die zunehmende Welle von Gerüchten über die Zukunft der Europäischen Zentralbank wurde vorübergehend von Christine Lagarde selbst gestoppt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters schickte die französische Ökonomin eine Nachricht an die Mitglieder des EZB-Rats, in der sie ihre Hingabe an ihr Amt betonte. Verwirrung hatte ein Artikel in der „Financial Times” gestiftet, der nahelegte, dass Lagarde einen Rücktritt im Herbst dieses Jahres erwäge, also zwei Jahre vor Ende der achtjährigen Amtszeit. Der Grund soll der Wunsch sein, die Institution vor dem Einfluss der extremen Rechten in Frankreich zu schützen, die in Umfragen vor den Präsidentschaftswahlen 2027 führt. Marktanalysten weisen darauf hin, dass ein plötzlicher Rücktritt der Zentralbankchefin als Nachgeben gegenüber politischem Druck aufgefasst werden könnte, was die Unabhängigkeit der Zentralbank untergraben würde. Derzeit steht die EZB vor Herausforderungen im Kampf gegen die Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit in der Eurozone. In diesem Zusammenhang ist personelle Stabilität an der Spitze für die Finanzmärkte entscheidend. Trotz der Dementis werden hinter den Kulissen bereits Namen potenzieller Nachfolger genannt, darunter Isabel Schnabel und Francois Villeroy de Galhau. Die Europäische Zentralbank wurde 1998 gegründet, um die gemeinsame Währung Euro zu verwalten. Der erste Präsident war der Niederländer Wim Duisenberg, sein Nachfolger Jean-Claude Trichet, was eine informelle Tradition der Aufteilung des Einflusses zwischen den größten Volkswirtschaften der Europäischen Union begründete.„Ich bleibe voll und ganz auf meine Aufgaben konzentriert, und Sie werden als Erste erfahren, wenn ich mich jemals entscheiden sollte zu gehen.” — Christine Lagarde2027 — ist das Jahr des formalen Auslaufens des Mandats der EZB-PräsidentinDie Situation bei der EZB wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen zwischen nationaler Politik und finanzieller Stabilität des Kontinents. Obwohl Vertreter des Direktoriums wie Luis de Guindos oder Piero Cipollone Lagarde öffentlich unterstützen, schürt der laufende Führungswechsel bei der US-amerikanischen Fed zusätzlich Spekulationen über die Notwendigkeit einer neuen, "falkenhafteren" Haltung europäischer Entscheidungsträger. Betonte Lagardes Recht, die Stabilität der EU vor der Bedrohung durch Populisten und die Souveränität der Finanzinstitutionen zu schützen. | Kritisiert den Versuch einer politischen Steuerung der Nachfolge in der EZB und legt nahe, dass Lagarde die Interessen des französischen Establishments wahrt.
Mentioned People
- Christine Lagarde — Präsidentin der Europäischen Zentralbank, deren Zukunft in diesem Amt Gegenstand von Medienspekulationen wurde.
- Emmanuel Macron — Präsident Frankreichs, der laut Medien einen Nachfolger für Lagarde vor Ende seiner Amtszeit benennen möchte.
- Luis de Guindos — Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, der die Konzentration der Chefin auf ihre Arbeit versicherte.