Die Volksrepublik China hat im Jahr 2025 den Status als wichtigster Handelspartner Deutschlands zurückerlangt und die Vereinigten Staaten auf den zweiten Platz verdrängt. Obwohl die USA der größte Abnehmer deutscher Exporte blieben, führte die aggressive Zollpolitik der Regierung von Donald Trump zu einem Rückgang des gegenseitigen Handelsvolumens um 5 Prozent. Gleichzeitig hat sich das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China auf einen Rekordwert von über 89 Milliarden Euro vertieft, was Besorgnis vor dem bevorstehenden Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Peking schürt.
China erlangt Vorrang zurück
Das Handelsvolumen mit China stieg um 2,1% auf 251,8 Mrd. Euro und verdrängte die USA auf den zweiten Platz in der Rangliste der deutschen Partner.
Trumps Zölle treffen Exporte
Die deutschen Exporte in die USA sanken um 9,4% (auf 146,2 Mrd. Euro) infolge der neuen Zollpolitik Washingtons.
Wachsendes Defizit mit Peking
Das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China vertiefte sich auf 89,3 Mrd. Euro aufgrund eines sprunghaften Anstiegs der Importe von Elektronikgeräten.
Schwächeres Wachstum der US-Wirtschaft
Das BIP der Vereinigten Staaten stieg im vierten Quartal 2025 um 1,4%, ein Ergebnis deutlich unter den Markterwartungen (2,8%).
Der Handel zwischen Deutschland und der Volksrepublik China stieg im Jahr 2025 um 2,1 % auf einen Gesamtwert von 251,8 Mrd. Euro. Dies ermöglichte es Peking, wieder an die Spitze der Liste der wichtigsten Wirtschaftspartner Berlins zurückzukehren, eine Position, die China durchgängig in den Jahren 2016–2023 innehatte. Das Handelsvolumen mit den Vereinigten Staaten, die 2024 vorübergehend dominierten, sank hingegen auf 240,5 Mrd. Euro. Hauptursache für diesen Rückgang war die Einführung hoher Zollschranken durch Präsident Donald Trump, was zu einem Rückgang der deutschen Exporte über den Atlantik um 9,4 % führte. Trotz der Rückkehr Chinas auf den ersten Platz ist die Struktur dieses Handels für Deutschland nachteilig. Die Importe aus China stiegen um 8,8 % (auf 170,6 Mrd. Euro), während die Exporte um 9,7 % sanken. Infolgedessen hat sich das Handelsbilanzdefizit Deutschlands mit Peking um über 20 Mrd. Euro vergrößert. Vor dem Hintergrund dieser Daten bereitet sich Bundeskanzler Friedrich Merz auf einen offiziellen Besuch in China vor, bei dem ihn eine Wirtschaftsdelegation begleiten wird, darunter der Vorstandsvorsitzende von BMW, Oliver Zipse. Vertreter der Automobilindustrie betonen, dass die Zusammenarbeit mit China für die globale Wettbewerbsfähigkeit entscheidend ist, auch wenn sie das Risiko einer Abhängigkeit von staatlich subventionierten chinesischen Herstellern birgt. Seit 2016 hat China systematisch seine Position im deutschen Außenhandel gestärkt, was zur Grundlage des auf billigem Technologieimport und dem Export von Maschinen und Autos basierenden Wirtschaftsmodells der Bundesrepublik wurde. Parallel dazu wurde in den Vereinigten Staaten selbst ein schwächer als prognostiziertes Wachstum des BIP verzeichnet, das im vierten Quartal 2025 lediglich 1,4 % im Jahresvergleich betrug. Präsident Trump macht die Demokratische Partei für die Verlangsamung verantwortlich, obwohl Analysten auf die negativen Auswirkungen von Handelskriegen und Haushaltsstreitigkeiten hinweisen. Gleichzeitig hat die US-Regierung Schritte zum Schutz der Interessen des Konzerns Bayer unternommen, indem sie dem von dessen Tochtergesellschaft Monsanto produzierten Herbizid Glyphosat den Status einer für die nationale Sicherheit kritischen Substanz verliehen hat.
Mentioned People
- Donald Trump — US-Präsident, verantwortlich für die neue Zollpolitik und den Schutz von Glyphosat.
- Friedrich Merz — Bundeskanzler Deutschlands, der einen Wirtschaftsbesuch in China plant.
- Oliver Zipse — Vorstandsvorsitzender von BMW, Mitglied der Wirtschaftsdelegation nach China.