Die polnische Gruppe Unimot führt Gespräche über die Übernahme der Anteile des Konzerns Shell an der deutschen Raffinerie PCK Schwedt. Die Information über das Interesse des polnischen Investors wurde dem Kreistag Ueckermünde von dessen Landrätin Karina Doerk übermittelt. Derzeit gehören 37,5 Prozent der Anteile an der Raffinerie dem britischen Shell, und Mehrheitseigentümer bleibt das russische Rosneft. Die Transaktion würde die Zustimmung der deutschen Behörden erfordern.

Polnisches Interesse an Shell-Anteilen

Die Gruppe Unimot führt Gespräche über die Übernahme von 37,5 Prozent der Anteile des britischen Konzerns Shell an der Raffinerie PCK Schwedt in Deutschland.

Information von lokalen Behörden

Die Landrätin des Landkreises Ueckermünde, Karina Doerk, informierte den Kreistag über Gespräche mit potenziellen Investoren aus Polen.

Dominierende Rolle von Rosneft

Trotz der potenziellen Transaktion bleibt das russische Ölunternehmen Rosneft Mehrheitseigentümer der Raffinerie.

Kontext von Sanktionen und Sicherheit

Die Raffinerie hat strategische Bedeutung für die Versorgung Deutschlands mit Kraftstoffen, und Rosneft unterliegt EU-Sanktionen.

Die polnische Energiegruppe Unimot hat Interesse an der Übernahme der Anteile des britischen Konzerns Shell an der deutschen Raffinerie PCK Schwedt bekundet. Die Information über die geführten Gespräche übermittelte dem Kreistag Ueckermünde die Landrätin dieser Region, Karina Doerk. Laut einem Bericht, auf den sich die Zeitung „Berliner Zeitung“ beruft, will der polnische Investor ein Paket erwerben, das 37,5 Prozent der Anteile an dem Unternehmen ausmacht. Die Raffinerie PCK Schwedt befindet sich in Brandenburg und spielt eine Schlüsselrolle bei der Versorgung mit Kraftstoffen, insbesondere für die Region Berlin und Ostdeutschland. Mehrheitsgesellschafter der Anlage bleibt das russische Ölunternehmen Rosneft, das 54,17 Prozent der Aktien kontrolliert. Den Rest der Anteile hält das italienische Unternehmen Eni. Die deutschen Behörden üben seit 2022 eine treuhänderische Kontrolle über die Anteile von Rosneft aus, was eine direkte Folge der gegen Russland verhängten Sanktionen ist. Eine potenzielle Transaktion mit dem polnischen Investor würde die Zustimmung der deutschen Bundesregierung erfordern, die die Raffinerie als Objekt von strategischer Bedeutung für die Energiesicherheit des Landes betrachtet. Die PCK-Raffinerie in Schwedt wurde 1960 in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik in Betrieb genommen. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde sie privatisiert, und 2011 übernahm Rosneft das Mehrheitspaket. Vor der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 verarbeitete die Raffinerie hauptsächlich russisches Öl, das über die Pipeline Druschba geliefert wurde. Landrätin Karina Doerk bestätigte in ihrem Bericht, dass Gespräche mit potenziellen Investoren aus Polen geführt werden. Sie präzisierte jedoch weder die Verhandlungsdetails noch gab sie einen Zeitplan für eine mögliche Transaktion an. Vertreter von Unimot haben die Medienberichte öffentlich nicht kommentiert. Zuvor hatten deutsche Medien über eine mögliche Beteiligung anderer Investoren spekuliert, darunter des tschechischen Konzerns Unipetrol. Die Entscheidung des britischen Shell, sich von Rosneft zurückzuziehen und seine Anteile an der Raffinerie Schwedt zu verkaufen, fiel 2022 nach Beginn des groß angelegten Krieges. Seitdem sucht Shell einen Käufer für sein Paket. prawda: Die Information über das Interesse der polnischen Gruppe Unimot an Anteilen an der Raffinerie wurde durch drei unabhängige Medienquellen sowie durch den offiziellen Bericht der Landrätin des Landkreises Ueckermünde bestätigt. (Berliner Zeitung, TVP Info, Deutsche Welle)Eine mögliche Übernahme durch ein polnisches Unternehmen würde sowohl in Berlin als auch in Warschau Aufmerksamkeit erregen. Für Polen könnte dies eine Zunahme des Einflusses im deutschen Kraftstoffsektor bedeuten, was in eine breitere Strategie zur Diversifizierung der Energiequellen und zur Erhöhung der Versorgungssicherheit passen würde. Für Deutschland könnte die Beteiligung eines Unternehmens aus einem EU-Mitgliedsland als vorteilhafter angesehen werden als die Beibehaltung der dominierenden Position eines sanktionierten Unternehmens.

Perspektywy mediów: Die Investition eines polnischen Unternehmens in die deutsche strategische Infrastruktur könnte als Erfolg der polnischen Wirtschaft und Diplomatie dargestellt werden, der die Position Polens in Europa stärkt. Die Transaktion unter Beteiligung eines mit dem russischen Rosneft verbundenen Unternehmens, selbst indirekt, weckt Bedenken hinsichtlich der tatsächlichen Unabhängigkeit von russischen Einflüssen im Energiesektor.

Mentioned People

  • Karina Doerk — Landrätin des Landkreises Ueckermünde in Deutschland, die den Kreistag über Gespräche mit polnischen Investoren informierte.
  • Adam Sikorski — Hauptaktionär und Gründer der Gruppe Unimot.