Die globalen Finanzmärkte verzeichneten eine leichte Beruhigung nach einer Reihe heftiger Erschütterungen, die durch den bewaffneten Konflikt im Iran ausgelöst wurden. Obwohl die Vermögenswerte von Geldmarktfonds einen historischen Rekord von 8,27 Billionen Dollar erreichten, schwächten die jüngsten Signale einer möglichen Deeskalation den Druck auf die Dollar-Finanzierung. Investoren verfolgen aufmerksam Berichte über eine chinesische Vermittlungsmission sowie Erklärungen von Vertretern der Federal Reserve bezüglich weiterer Zinssenkungen trotz der anhaltenden geopolitischen Instabilität.
Rekordvermögen von Geldmarktfonds
Der Wert der Mittel in Geldmarktfonds erreichte historische 8,27 Billionen Dollar, was die Flucht der Anleger in Richtung Bargeld widerspiegelt.
Deeskalationssignale mildern Dollar-Stress
Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Konflikts verringerten die Refinanzierungskosten in Dollar auf den Interbankenmärkten.
Fed hält an Senkungskurs fest
Vertreter der US-Notenbank sehen trotz des Krieges im Iran keine Grundlage für eine Unterbrechung der Lockerung der Geldpolitik.
Die Lage an den globalen Kapitalmärkten ist nach einer Phase panischer Flucht in sichere Häfen in eine Phase vorsichtigen Abwartens eingetreten. Hoffnungen auf eine Deeskalation des Konflikts im Nahen Osten führten zu einer Lockerung der Spannungen beim Zugang zu Dollar-Liquidität, die zuvor einen Teil der Interbankengeschäfte lähmten. Dennoch bleibt das Ausmaß der Unsicherheit enorm, was am besten durch den rekordverdächtigen Kapitalzufluss zu Geldmarktfonds veranschaulicht wird, deren Vermögen auf ein beispielloses Niveau von 8,27 Billionen Dollar gestiegen ist. Investoren wählen Bargeld, da sie langfristige Auswirkungen des Krieges auf Lieferketten und Energiepreise befürchten. Ein wichtiger Impuls für die Stimmung war die Ankündigung Chinas, einen Sonderbeauftragten in die Region zur Vermittlung zu entsenden. Die diplomatische Offensive Pekings fiel zeitlich mit tauben Signalen aus der US-Notenbank Federal Reserve zusammen. Der Fed-Vertreter Miran sprach sich eindeutig für die Fortsetzung des Zinssenkungszyklus aus und behauptete, dass geopolitische Risiken keinen ausreichenden Grund für eine Änderung des eingeschlagenen geldpolitischen Kurses darstellen. Andererseits zeigen die Märkte für US-Staatsanleihen weiterhin einen Aufwärtstrend bei den Renditen, was die Schwellenländer trifft. Besonders stark litten afrikanische Dollar-Anleihen, aus denen Investoren massiv Kapital abziehen, aus Angst vor einer Verschlechterung der Schulden-zu-BIP-Relation in der Region. In der modernen Geschichte haben Konflikte im Nahen Osten wiederholt Ölschocks ausgelöst, von denen der schwerwiegendste im Jahr 1973 zu einer dauerhaften Veränderung der finanziellen Weltarchitektur und der Entstehung des Petrodollar-Systems führte. Der Krieg trifft direkt bestimmte Branchen, angeführt von der Luftfahrt und dem Transport. Die Fluggesellschaft Wizz Air senkte ihre Finanzprognosen und verwies auf den drastischen Anstieg der Treibstoffkosten sowie die Aussetzung von Verbindungen in der Konfliktregion. Auf den asiatischen Märkten erreichte die Preisdifferenz zwischen Diesel und Kerosin einen Rekordwert von 70 Dollar pro Barrel, was die globale Logistik destabilisiert. Gleichzeitig zeigte der US-Dienstleistungssektor eine unerwartete Widerstandsfähigkeit und erreichte die höchste Aktivität seit 3,5 Jahren. Diese Dichotomie zwischen starken makroökonomischen Daten und Kriegsrisiko stellt die Regulierungsbehörden vor eine schwierige Aufgabe. Die Bank of Canada warnte auch vor systemischen Risiken aus dem Schattenbankensektor, der unter Kriegsbedingungen zu einer Quelle finanzieller Ansteckung werden könnte. „Risks from Iran conflict no reason to delay continued rate cuts” (Risiken aus dem Iran-Konflikt sind kein Grund, weitere Zinssenkungen zu verzögern) — Miran, Fed In der Welt der digitalen Vermögenswerte herrscht ebenfalls Volatilität. Bitcoin, der zunächst infolge des Kampfausbruchs stark an Wert verlor, konnte einen Großteil der Verluste wettmachen. Experten weisen darauf hin, dass Krypto-Assets zwar noch nicht die Funktion eines idealen Kriegsschutzes erfüllen, ihre Liquidität sie jedoch für eine schnelle Mittelumschichtung nutzbar macht. Unterdessen wandten sich Investoren an den Rohstoffmärkten erneut dem Gold zu, dessen Preis als Reaktion auf die anhaltende Nachfrage nach sicheren Vermögenswerten steigt.
Mentioned People
- Miran — Vertreter der Federal Reserve (Fed), Befürworter weiterer Zinssenkungen trotz des Krieges.