Der Wahlkampf vor den Kommunalwahlen in Marseille ist in die Phase der schärfsten Konfrontation eingetreten. Während einer Fernsehdebatte löste Martine Vassal, die Kandidatin des Mitte-Rechts-Lagers, einen landesweiten Skandal aus, indem sie sich auf Werte des Vichy-Regimes bezog. Unterdessen zeigen die neuesten Umfragen einen äußerst knappen Zweikampf zwischen dem amtierenden Bürgermeister Benoît Payan und dem Vertreter des Rassemblement National, Franck Allisio, was Marseille zum zentralen Schlachtfeld der französischen Politik macht.

Kontroverse Aussagen von Martine Vassal

Die Kandidatin Martine Vassal verwendete Slogans, die mit dem Vichy-Regime assoziiert werden, was während einer Debatte in Marseille einen politischen Sturm und scharfe Proteste von linken Kreisen auslöste.

Knappes Rennen um das Bürgermeisteramt

Umfragen geben Benoît Payan 31% und Franck Allisio 29% Zustimmung, was das Ergebnis der zweiten Runde im derzeitigen Stadium unvorhersehbar macht.

Sicherheit ist Thema Nummer eins

Die Kandidaten überbieten sich mit Lösungen zur Kriminalitätsbekämpfung, vom Schutz der Kandidaten vor Kartellen bis hin zu umstrittenen Strandpässen, die vom RN vorgeschlagen werden.

Die Stimmung rund um die anstehenden Kommunalwahlen in Marseille, die für den 15. und 22. März 2026 geplant sind, hat sich nach einer von BFMTV organisierten Debatte drastisch verschärft. Hauptstreitpunkt wurde die Aussage von Martine Vassal, der von der Präsidentenpartei und den Republikanern unterstützten Kandidatin. Während der Diskussion erklärte sie, ihre unveränderlichen Werte seien „Verdienst, Arbeit, Familie und Vaterland”. Dies löste eine sofortige Reaktion des amtierenden Bürgermeisters Benoît Payan aus, der daran erinnerte, dass diese Worte das Dreiklang-Motto des kollaborierenden Vichy-Regimes seien. Vassal hielt trotz einer Welle der Kritik und Vorwürfe des historischen Revisionismus an ihrer Position fest und behauptete, diese Werte sollten nicht ausschließlich mit einer dunklen Periode der französischen Geschichte assoziiert werden. Das Vichy-Regime, das von 1940 bis 1944 unter der Führung von Marschall Philippe Pétain existierte, ersetzte den republikanischen Wahlspruch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” durch das Motto „Arbeit, Familie, Vaterland”, was den Bruch mit demokratischen Traditionen und die Hinwendung zum Autoritarismus symbolisierte. Die politische Lage in der Stadt ist nicht nur aufgrund ideologischer Streitigkeiten, sondern auch aufgrund realer Bedrohungen äußerst kompliziert. Amine Kessaci, ein Kandidat auf der Liste von Bürgermeister Payan, führt seinen Wahlkampf unter strengem Polizeischutz durch, nachdem er Morddrohungen von Drogenhändlern erhalten hat. Gleichzeitig wirbt der Kandidat der rechtspopulistischen Rassemblement National, Franck Allisio, für umstrittene Lösungen wie die „Anti-Rabiaten-Passage” (pass anti-racailles), die den Zugang zu Stränden für Personen einschränken soll, die die öffentliche Ordnung stören. „Meine Werte haben sich nie geändert: das sind Verdienst, Arbeit, Familie, Vaterland, aber auch Menschlichkeit und Solidarität.” — Martine Vassal Die neuesten Umfragedaten des Instituts Elabe zeigen einen minimalen Vorsprung für Benoît Payan, der mit 31% der Stimmen rechnen kann, während Franck Allisio ihm mit 29% dicht auf den Fersen ist. Im Rennen sind auch Sébastien Delogu von der linken La France Insoumise sowie die bereits erwähnte Martine Vassal. Experten weisen darauf hin, dass die Abstimmung in Marseille eine Art Labor vor den Präsidentschaftswahlen sein wird, das die Fähigkeit traditioneller Parteien testet, extreme Parteien unter Bedingungen tiefer gesellschaftlicher Spaltungen und eines wachsenden Unsicherheitsgefühls aufzuhalten. Umfrage zur Unterstützung in der ersten Wahlrunde: Benoît Payan: 31, Franck Allisio: 29, Sébastien Delogu: 18, Martine Vassal: 15 Schlüsseltermine der Wahlen in Marseille: 15. März 2026 — Erste Runde der Kommunalwahlen; 22. März 2026 — Zweite Runde und endgültige Entscheidung Linke Medien betonen den skandalösen Charakter von Vassals Aussagen und ihre angebliche Kapitulation vor der Rhetorik der extremen Rechten. | Konservative Medien konzentrieren sich auf die Sicherheitsforderungen von Allisio und kritisieren die Unfähigkeit des amtierenden Bürgermeisters im Kampf gegen die Kriminalität.

Mentioned People

  • Martine Vassal — Rechtskandidatin für das Bürgermeisteramt von Marseille, löste einen Skandal aus, indem sie sich auf Slogans aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs bezog.
  • Benoît Payan — Amtierender Bürgermeister von Marseille, Vertreter der Linken, Führer in den Vorwahlumfragen.
  • Franck Allisio — Abgeordneter und Kandidat des Rassemblement National, Hauptkonkurrent des amtierenden Bürgermeisters.