Deutschland kämpft mit einer Welle von Verkehrslähmungen, verursacht durch koordinierte Warnstreiks und umfangreiche Modernisierungsarbeiten auf wichtigen Bahnstrecken. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche, was zum Stillstand von Bussen und U-Bahnen in vielen Regionen, darunter Hamburg und Leipzig, geführt hat. Die Situation für Fahrgäste wird durch Streckensperrungen in Hessen und Sachsen verschärft.

Lähmung in Hamburg und Leipzig

Streiks brachten Bus- und U-Bahnverkehr zum Erliegen; in Leipzig dauern die Proteste bis Sonntag und schalten den lokalen Verkehr aus.

Forderung nach 35-Stunden-Woche

Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Arbeitszeitverkürzung für Tausende Beschäftigte im öffentlichen Verkehrssektor.

Sperrung von Bahnstrecken

Sanierungen im Elbtal und auf der Main-Weser-Bahn verursachen monatelange Behinderungen im Fernverkehr.

Die deutsche Verkehrsinfrastruktur stand am Freitag unter enormem Druck, da sich Protestaktionen von Beschäftigten des öffentlichen Verkehrs und geplante Sanierungen strategischer Bahnstrecken überlagerten. Die Gewerkschaft Verdi initiierte weitreichende Warnstreiks, die vor allem die nördlichen und östlichen Bundesländer erfassten. Die Hauptforderungen der Gewerkschafter konzentrieren sich auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, einschließlich der zentralen Forderung nach Einführung einer 35-Stunden-Woche ohne Lohnkürzung. Besonders schwierig ist die Lage in Hamburg, wo die von den Betreibern Hochbahn und VHH betriebene U-Bahn und Busse stillstehen. Vertreter der Unternehmen räumen offen ein, dass eine Wiederaufnahme des regulären Betriebs im Laufe des Tages unwahrscheinlich ist, auch wenn die S-Bahn weiterfährt und die einzige Alternative für Fahrgäste darstellt. In Leipzig wurde der Protest bis Sonntag verlängert, was eine mehrtägige Lähmung des lokalen Verkehrs ankündigt. Ähnliche Behinderungen trafen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, wo intensive Verhandlungen über neue Tarifverträge für Fahrer und technisches Personal laufen. Der deutsche öffentliche Verkehrssektor kämpft seit Jahren mit Personalmangel, weshalb die gewerkschaftlichen Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung zum zentralen Streitpunkt mit Arbeitgebern werden, die noch größere Personallücken befürchten.Parallel zu den Protesten führt die Deutsche Bahn umfangreiche Modernisierungsarbeiten durch. In Hessen haben Sanierungen auf der Main-Weser-Bahn zu Fahrplaneinschränkungen geführt, was Pendler nach Frankfurt trifft. Noch gravierendere Behinderungen betreffen das Elbtal in Sachsen, wo ein entscheidender Abschnitt der internationalen Strecke für viele Monate gesperrt bleibt. Die Kumulation dieser Ereignisse zeigt die systemischen Herausforderungen, vor denen der deutsche Verkehr steht: einerseits die Notwendigkeit der Erneuerung veralteter Infrastruktur, andererseits der zunehmende soziale Konflikt um Beschäftigungsstandards. „Wir kämpfen für die Entlastung der Beschäftigten und dafür, die Berufe im ÖPNV attraktiver für zukünftige Generationen zu machen.” — Vertreter von Verdi Die lokalen Behörden appellieren an die Bewohner, nach Möglichkeit Fahrräder zu nutzen oder von zu Hause aus zu arbeiten. Experten weisen darauf hin, dass Deutschland sich ohne eine Einigung in der Frage der 35-Stunden-Woche auf weitere Protestwellen in den kommenden Wochen einstellen muss.