Die türkische Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl gegen Alican Uludag, einen anerkannten Journalisten des deutschen öffentlich-rechtlichen Senders Deutsche Welle, erlassen. Der Mann wurde in Ankara unter dem Vorwurf der öffentlichen Verbreitung falscher Informationen und der Beleidigung des Staatsoberhaupts, Recep Tayyip Erdogan, festgenommen. Nach Angaben der Verteidigung steht der Fall im Zusammenhang mit einer Veröffentlichung über die Rückkehr türkischer Staatsbürger in die Heimat, die mit dem sogenannten Islamischen Staat in Verbindung stehen sollen.

Festnahme in Ankara

Der Journalist Alican Uludag wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Istanbul im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für Deutsche Welle festgenommen.

Strafrechtliche Vorwürfe

Der bei der deutschen Redaktion angestellte Reporter erhielt die Vorwürfe der Beleidigung des Präsidenten Erdogan und der Verbreitung von Desinformation im öffentlichen Raum.

Kontext der Veröffentlichung

Die Ermittlungen betreffen einen Artikel über Kämpfer des Islamischen Staates und ihre angebliche Rückkehr in die Türkei, was nach Ansicht der Behörden eine falsche Information ist.

Am Donnerstag, den 19. Februar 2026, nahmen Sicherheitskräfte in Ankara Alican Uludag, einen Korrespondenten der türkischen Sektion von Deutsche Welle, fest. Die Staatsanwaltschaft in Istanbul erhob zwei schwere Vorwürfe gegen ihn: Beleidigung des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Verbreitung von Desinformation. Der Journalist wurde in Gewahrsam gebracht, was eine sofortige Reaktion von Organisationen zur Verteidigung der Pressefreiheit auslöste. Die Ermittler argumentieren, Uludags Veröffentlichungen hätten die Öffentlichkeit in die Irre geführt und die Würde der wichtigsten Person des Staates verletzt. Seit dem gescheiterten Putschversuch im Jahr 2016 verschärft die Türkei systematisch das Pressegesetz, was zur Inhaftierung Dutzender Medienschaffender geführt hat. Artikel 299 des türkischen Strafgesetzbuchs, der die Beleidigung des Präsidenten betrifft, ist zu einem der am häufigsten verwendeten Instrumente in Verfahren gegen oppositionelle Journalisten geworden.Nach Informationen des Anwalts des Festgenommenen war der unmittelbare Anlass für das Einschreiten der Strafverfolgungsbehörden ein Artikel über die Rückholoperation türkischer Staatsbürger, die Mitglieder des Islamischen Staates gewesen sein sollen. Die Repatriierung von Personen mit Terrorismusverbindungen ist ein äußerst sensibles Thema für die Regierung in Ankara. Die Staatsanwaltschaft behauptet, die im Text dargestellten Fakten seien nicht der Realität entsprochen, was den Tatbestand einer Straftat nach der Novellierung des Mediengesetzes von 2022 erfülle. Es wurde eine Untersuchung wegen Beleidigung des Präsidenten und öffentlicher Verbreitung irreführender Informationen eingeleitet, was zur Festnahme des Verdächtigen in der Hauptstadt führte.Die Festnahme eines ausländischen Medienschaffenden verschärft die ohnehin schon angespannten Beziehungen auf der Linie Ankara-Berlin. Deutsche Welle kämpft seit langem mit technischen Einschränkungen in der Türkei, darunter die Sperrung des Zugangs zu ihren Online-Diensten durch die türkische Regulierungsbehörde RTÜK. Experten sagen voraus, dass der Fall Uludag ein weiterer Streitpunkt im Dialog über demokratische Standards in den EU-Beitrittskandidatenländern sein wird. Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft gegen den Journalisten erhoben hat Derzeit wartet Alican Uludag auf eine Gerichtsentscheidung über eine mögliche Untersuchungshaft. Die Verteidigung kündigt an, alle rechtlichen Schritte zur Freilassung des Journalisten zu unternehmen, mit der Begründung, seine Handlungen hätten im Rahmen seriöser investigativer Berichterstattung gelegen. Internationale Gremien, darunter Reporter ohne Grenzen, beobachten den Verlauf der Verfahren in der Türkei aufmerksam. Betonung der Verletzung der Pressefreiheit und der autokratischen Methoden der Erdogan-Regierung zur Unterdrückung ausländischer Medien. | Fokussiert auf die Notwendigkeit, Desinformation zu bekämpfen und die Autorität des Staates vor falschen Anschuldigungen zu schützen.

Mentioned People

  • Alican Uludag — Journalist der türkischen Sektion von Deutsche Welle, in Ankara unter dem Vorwurf der Desinformation festgenommen.
  • Recep Tayyip Erdogan — Präsident der Türkei, den der festgenommene Journalist angeblich beleidigt haben soll.