Das Berufungsgericht in Breslau hat ein rechtskräftiges Urteil im Fall des Todes des 25-jährigen ukrainischen Staatsbürgers Dmytro N. gefällt, der im Juli 2021 in einer Breslauer Ausnüchterungszelle starb. Das Gericht entschied über eine erhebliche Strafmilderung für neun Angeklagte, darunter ehemalige Polizisten und medizinisches Personal. Obwohl grobe Überschreitung der Befugnisse und fahrlässige Tötung anerkannt wurden, sahen die Richter keine Anzeichen von Misshandlung des Festgenommenen.

Milderung der Gefängnisstrafen

Das Gericht ersetzte unbedingte Gefängnisstrafen durch Urteile zur Bewährung, da es die ursprünglichen Entscheidungen als zu streng ansah und sie den Schuldgrad überschritten.

Fehlen von Anzeichen der Misshandlung

Nach Ansicht des Berufungsgerichts stellten die Handlungen der Angeklagten eine grobe Überschreitung der Befugnisse dar, wiesen jedoch keine Merkmale einer vorsätzlichen Misshandlung des Festgenommenen auf.

Freispruch eines Teils des Personals

Zwei Mitarbeiterinnen der Breslauer Ausnüchterungszelle wurden rechtskräftig von den ihnen vorgeworfenen Anschuldigungen im Fall des Todes von Dmytro N. freigesprochen.

Am Freitag, 20. Februar 2026, erging die rechtskräftige Entscheidung im aufsehenerregenden Fall der Tragödie im Breslauer Zentrum für Hilfe für Betrunkene. Das Berufungsgericht in Breslau änderte das Urteil des Erstgerichts und verhängte deutlich mildere Strafen zur Bewährung. Drei ehemalige Polizisten und eine Ärztin erhielten Urteile von einem Jahr Gefängnis zur Bewährung für zwei Jahre, während die übrigen Angeklagten Urteile von drei bis sechs Monaten Freiheitsentzug, ebenfalls zur Bewährung, erhielten. Zwei Mitarbeiterinnen des Zentrums wurden vom Gericht freigesprochen. Die Richter argumentierten, dass der Schuldgrad der Angeklagten die zuvor vom Landgericht verhängten strengen Strafen nicht rechtfertigte. Das Gericht erkannte an, dass es zwar zu grobem Machtmissbrauch und unangemessenen Zwangsmitteln kam, die Handlungen der Angeklagten jedoch keine Misshandlung darstellten, sondern das Ergebnis einer fahrlässigen Tötung waren. Nach Ansicht des Richterkollegiums überschritten die ursprünglichen Urteile den Schuldgrad der Täter. Die Institution der Ausnüchterungszellen in Polen sorgt seit Jahren für Kontroversen im Zusammenhang mit der Einhaltung der Menschenrechte und den Standards der medizinischen Versorgung von Betrunkenen.„Die Gewalt war übermäßig, aber es war nur und gerade eine grobe Überschreitung der Befugnisse. Die Strafe darf den Schuldgrad nicht überschreiten, und die Strafen der ersten Instanz überschritten diesen Grad.” — Richter des Berufungsgerichts Die Geschichte von Dmytro N. erschütterte 2021 die öffentliche Meinung. Überwachungsaufnahmen aus der Ausnüchterungszelle zeigten die brutale Behandlung des Mannes, einschließlich Schlägen mit einem Schlagstock, auf ihm Sitzen und Erdrücken, was zu seinem Tod führte. Ursprünglich bewerteten Staatsanwaltschaft und das untere Gericht diese Handlungen deutlich strenger. Das aktuelle Urteil schließt den Rechtsweg im Land, löst jedoch zahlreiche Kommentare zur Angemessenheit der Strafe im Verhältnis zum Ereignis aus, dem Verlust des Lebens eines jungen Menschen.9 Personen — saßen auf der Anklagebank im BerufungsverfahrenÄnderung des Strafmaßes in zwei Instanzen: Höchste Strafe (Polizisten): 5 Jahre unbedingte Haft → 1 Jahr (zur Bewährung für 2 Jahre); Strafe für Ärztin: 3 Jahre Haft → 1 Jahr (zur Bewährung für 2 Jahre); Charakter der Tat: Misshandlung und fahrlässige Tötung → Grobe Überschreitung der BefugnisseBetont die Brutalität der Beamten und das Fehlen einer strafrechtlichen Verantwortung, die dem Verlust des Lebens eines jungen Menschen angemessen ist. | Weist auf prozessuale Aspekte der Schuld sowie die Notwendigkeit der Wahrung der Verhältnismäßigkeit der Strafe im Rechtssystem hin.

Mentioned People

  • Dmytro N. — 25-jähriger ukrainischer Staatsbürger, der im Juli 2021 nach einem Einsatz der Dienste in einer Ausnüchterungszelle starb.