Der spanische Arbeitsmarkt verzeichnete Rekordbeschäftigungszahlen, doch dieser Erfolg wird von zunehmenden strukturellen Problemen überschattet. Trotz verbesserter Statistiken steigt die Zahl der Arbeitnehmer, die gezwungen sind, zwei Jobs anzunehmen, und der Dienstleistungssektor zeigt Anzeichen von Atemnot. Gleichzeitig dominierten eine tragische Ereignis in Valladolid und schwierige Wetterbedingungen auf den Kanarischen Inseln die aktuelle Nachrichtenlage im Land.
Dualismus des Arbeitsmarktes
Rekordbeschäftigung geht einher mit der Notwendigkeit für viele Arbeitnehmer, zwei Jobs zu haben.
Tragödie in Valladolid
Der Einsturz eines Hauses während Renovierungsarbeiten führte zum Tod einer jungen Arbeiterin und zu Verletzungen mehrerer Personen.
Lohnungleichheiten
In Madrid beträgt die geschlechtsspezifische Lohnlücke fast 6.000 Euro pro Jahr.
Sturm Regina
Das heftige Wetter auf den Kanarischen Inseln verursachte Hunderte von Zwischenfällen und eine Gefahr für die Schifffahrt.
Eine Analyse der neuesten Daten vom spanischen Arbeitsmarkt zeigt ein Bild voller Widersprüche. Einerseits rühmen sich die Ministerien der besten Beschäftigungszahlen in der Geschichte und eines Rekordmonats Februar, andererseits warnen Experten vor einer Verschlechterung der Lebensqualität der Arbeitnehmer. Immer häufiger kommt es zu dem Phänomen, dass ein Gehalt nicht mehr ausreicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken, was eine Rekordzahl von Menschen zwingt, zwei Jobs zu kombinieren. Die Situation wird dadurch verschärft, dass Frauen in Madrid allein durchschnittlich 5802 Euro weniger pro Jahr verdienen als Männer und ihr Anteil an der Teilzeitbeschäftigung bei 71,1 % liegt. Gleichzeitig kämpft der Privatsektor in Spanien mit einer deutlichen Verlangsamung. Die Dienstleistungen, bisher die treibende Kraft der Wirtschaft, verlieren an Schwung, und die verarbeitende Industrie stagniert. Der Tourismusverkehr stieg im Januar nur um 1,2 %, ein deutlich schwächeres Ergebnis als prognostiziert, hauptsächlich aufgrund eines Rückgangs der Ankünfte aus Deutschland und Frankreich. Ein weiterer Stressfaktor für die Gesellschaft sind Rekordmietpreise, die in Barcelona die höchsten Werte des Landes erreicht und andere Metropolen überholt haben. Spanien kämpft seit Jahren mit einem dualen Arbeitsmarkt, der durch einen hohen Anteil befristeter Verträge und eine der höchsten Arbeitslosenquoten in der Europäischen Union gekennzeichnet ist, was sich auf die derzeitige soziale Stabilität auswirkt. Tragische Nachrichten kamen aus Siete Iglesias de Trabancos in der Provinz Valladolid, wo es zu einem plötzlichen Einsturz eines renovierten Gebäudes kam. Bei der Katastrophe starb eine 28-jährige Frau lateinamerikanischer Herkunft, die mit der Montage von Photovoltaikmodulen beschäftigt war. Rettungskräfte bargen stundenlang Verletzte aus den Trümmern, was eine Debatte über die Arbeitssicherheit von Migranten im Technologiesektor auslöste. Auf den Kanarischen Inseln bleibt die Situation aufgrund des Sturms Regina kritisch. Stürme mit Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h und sieben Meter hohe Wellen führten zu über 220 Notfalleinsätzen. Das Wetter lähmt den Verkehr und stellt eine reale Gefahr für die Bewohner dar, während Sozialdienste einen Anstieg der Meldungen über häusliche Gewalt bei Minderjährigen verzeichnen, was auf tiefere soziale Probleme in der Region des Archipels hindeutet. „Las mujeres cobran de media 5.802 euros menos que los hombres en Madrid.” (Frauen verdienen in Madrid durchschnittlich 5.802 Euro weniger als Männer.) — CCOO Madrid
Perspektywy mediów: Betont die Ausbeutung der Arbeitnehmer, geschlechtsspezifische Lohnunterschiede und die Notwendigkeit, zwei Jobs zu haben, als ein Versagen des Systems. Hebt die Rekordbeschäftigungszahlen und den besten Februar seit 2008 hervor und verweist auf die Erfolge der Regierungsreformen.
Mentioned People
- Regina — Name des Sturms, der die Kanarischen Inseln trifft