Die Vereinten Nationen haben am Donnerstag das erste Projekt zur Generierung von Kohlenstoffkrediten im Rahmen des durch das Pariser Abkommen etablierten Marktmechanismus genehmigt. Die Initiative umfasst die Verteilung effizienter Kochstellen in Myanmar durch ein südkoreanisches Unternehmen. Diese Kredite ermöglichen es Ländern und Unternehmen, übermäßige Emissionen zu kompensieren, indem sie Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasen in anderen Staaten finanzieren. Der Mechanismus ist jedoch umstritten und weckt Befürchtungen vor Greenwashing-Praktiken, die die globalen Klimabemühungen untergraben könnten.
Genehmigung des ersten Projekts
Die Vereinten Nationen haben offiziell das erste Projekt im Rahmen des Marktmechanismus des Pariser Abkommens von 2015 genehmigt. Das Projekt besteht aus der Verteilung effizienter Kochstellen in Myanmar in Zusammenarbeit mit einem südkoreanischen Unternehmen.
Mechanismus zur Emissionskompensation
Der von der UNO gestartete Markt ermöglicht es Ländern und Unternehmen, ihre eigenen übermäßigen Kohlendioxidemissionen zu kompensieren, indem sie Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasen in anderen Staaten finanzieren. Die generierten Kredite werden in die Klimaziele Südkoreas und Myanmars eingerechnet.
Kontroversen und Bedenken
Der Mechanismus für Kohlenstoffkredite weckt von Anfang an Befürchtungen vor Greenwashing, also scheinbaren proökologischen Maßnahmen. Kritiker weisen darauf hin, dass schlecht konstruierte Systeme die globalen Bemühungen zur Begrenzung der Klimaerwärmung untergraben könnten.
Soziale Vorteile des Projekts
Das Projekt für sauberes Kochen in Myanmar hat auch eine soziale Dimension. Laut UNO haben mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberen Kochtechnologien, was jährlich Millionen Todesfälle verursacht und besonders Frauen und Mädchen betrifft.
Die Vereinten Nationen starteten am Donnerstag das erste Projekt im Rahmen des globalen Kohlenstoffkreditmarktes, der ein Schlüsselelement des im Pariser Abkommen vorgesehenen Mechanismus darstellt. Das Projekt besteht aus der Verteilung effizienter holzbefeuerter Kochstellen in Myanmar, durchgeführt von einem südkoreanischen Unternehmen. Die auf diese Weise generierten Kohlenstoffkredite können von Südkorea und Myanmar zur Erreichung ihrer nationalen Klimaziele genutzt werden. Der Mechanismus, oft als Kompensationsmarkt bezeichnet, ermöglicht es Akteuren, die ihre Emissionsgrenzen überschreiten, Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasen in anderen Ländern zu finanzieren. Im Gegenzug erhalten sie Kredite, die sie von ihrer eigenen Emissionsbilanz abziehen können. Das grundlegende Ziel des Systems ist es, Kapital in die kosteneffizientesten Klimamaßnahmen zu lenken, insbesondere in Entwicklungsländern. Wie die UN-Klimaagentur betont, adressiert das Projekt in Myanmar auch ein drängendes soziales Problem: den Zugang zu sauberem Kochen. „Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Kochen, was jedes Jahr Millionen tötet. Sauberes Kochen schützt die Gesundheit, rettet Wälder, verringert Emissionen und hilft, Frauen und Mädchen zu stärken, die typischerweise am stärksten von der Luftverschmutzung in Haushalten betroffen sind”, heißt es in der Mitteilung. Die Initiative stößt jedoch auf erhebliche Kontroversen unter Beobachtern und Nichtregierungsorganisationen. Der Hauptvorwurf ist das Risiko von Greenwashing, also der Nutzung des Mechanismus, um den Anschein klimafreundlicher Maßnahmen zu erwecken, ohne tatsächliche Emissionsreduktionen zu erreichen. Kritiker befürchten, dass schlecht konzipierte Kompensationssysteme die globalen Bemühungen zur Eindämmung der Klimaerwärmung tatsächlich schwächen könnten, indem sie Ländern oder Unternehmen erlauben, weiterhin Treibhausgase auszustoßen und gleichzeitig Neutralität zu deklarieren. Der Erfolg des gesamten Mechanismus hängt von seiner Transparenz, strengen Methoden zur Überprüfung der Emissionsreduktionen und der Verhinderung der doppelten Zählung derselben Einsparungen ab.Das Pariser Abkommen, verabschiedet im Jahr 2015, ist ein zentraler internationaler Vertrag zum Klimawandel. Sein Ziel ist es, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C, möglichst 1,5°C, im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Der Marktmechanismus, bekannt als Artikel 6 des Abkommens, wurde entwickelt, um die internationale Zusammenarbeit bei der Emissionsreduktion durch den Handel mit Einheiten zu ermöglichen, die tatsächliche, dauerhafte und zusätzliche Verringerungen der Treibhausgasemissionen repräsentieren. Die Genehmigung des ersten Projekts markiert einen Meilenstein in der Umsetzung der Pariser Beschlüsse nach Jahren der Verhandlungen über die Umsetzungsregeln für Artikel 6. Es ebnet den Weg für weitere Initiativen, die einer strengen Überprüfung durch UN-Gremien unterliegen werden. Die weitere Entwicklung dieses Marktes wird von entscheidender Bedeutung für die Mobilisierung privater Investitionen in Klimamaßnahmen und die Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens sein. Gleichzeitig bleibt die Wirksamkeit des Systems im Kampf gegen den Klimawandel Gegenstand einer lebhaften Debatte, in der die Argumente der Befürworter flexibler Marktmechanismen und der Gegner, die Missbrauch befürchten, aufeinandertreffen.