Die Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, erklärte, dass sie beabsichtige, ihr Amt bis zum Ende ihrer achtjährigen Amtszeit auszuüben, die im Oktober 2027 endet. Diese Erklärung ist eine Reaktion auf Medienberichte, die ihren vorzeitigen Rücktritt nahelegten. Die Spekulationen wurden mit Befürchtungen über einen Machtgewinn der extremen Rechten in Frankreich und möglichen Plänen Lagardes für eine Führungsrolle beim Weltwirtschaftsforum in Verbindung gebracht.
Lagarde bleibt bei der EZB
Die Zentralbankpräsidentin kündigte an, ihr Mandat bis Oktober 2027 zu erfüllen und beendete damit Gerüchte über einen Weggang.
Politisches Umfeld in Frankreich
Ein möglicher Rücktritt hätte die Wahl eines Nachfolgers vor einem möglichen Sieg der extremen Rechten bei den Präsidentschaftswahlen ermöglichen sollen.
Deutscher Widerstand gegen Gerüchte
Finanzminister Lars Klingbeil bezeichnete die Berichte als Spekulationen, kündigte jedoch eine schnelle Reaktion bei einer tatsächlichen Nachfolge an.
Verschobener Gipfel Italien-Frankreich
Das Treffen zwischen Macron und Meloni wurde auf Intervention der italienischen Seite von April auf Juni verschoben.
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat sich entschieden zu in Medien kursierenden Informationen über ihren angeblichen geplanten Rücktritt geäußert. In einem Interview mit „The Wall Street Journal“ betonte sie, dass ihr „Basisszenario“ die Vollendung ihrer vollen, achtjährigen Mission in Frankfurt sei. Sie erklärte, ihr Ziel bleibe die Konsolidierung der Erfolge der Bank in Bezug auf Preisstabilität und die Sicherstellung der Nachhaltigkeit der umgesetzten Finanzreformen. Frühere Berichte der „Financial Times“ hatten nahegelegt, Lagarde könnte vorzeitig zurücktreten, um Präsident Emmanuel Macron zu ermöglichen, noch vor den kommenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich einen pro-europäischen Nachfolger zu benennen. Auch der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil äußerte sich zu der Angelegenheit und bezeichnete die Berichte über einen Rücktritt als grundlose Spekulationen. Dennoch merkte er an, dass Berlin aktiv am Prozess der Nachfolgeauswahl teilnehmen werde, wenn die richtige Zeit gekommen sei. Hinter den Kulissen der europäischen Institutionen wuchs die Besorgnis, dass die unklare Situation um die Führung der EZB die Autorität der Bank in einem entscheidenden Moment des Kampfes gegen die Inflation schwächen könnte. Lagarde räumte gleichzeitig ein, dass die Rolle der Chefin des Weltwirtschaftsforums eine von vielen Optionen sei, die sie in Betracht ziehe, aber erst nach Beendigung ihrer derzeitigen Tätigkeit. Die Europäische Zentralbank wurde 1998 gegründet, um die gemeinsame Währung Euro zu verwalten und die Preisstabilität im Euroraum aufrechtzuerhalten. Der Präsident der EZB wird für eine einzige, nicht verlängerbare, achtjährige Amtszeit ernannt, was die Unabhängigkeit der Institution von aktuellen politischen Druck der Mitgliedstaaten gewährleisten soll. Unterdessen kam es in den bilateralen Beziehungen zwischen Paris und Rom zu einer wesentlichen Verschiebung der Termine. Der für April geplante Regierungsgipfel mit Giorgia Meloni und Emmanuel Macron wurde auf Juni verschoben, nach dem Ende des G7-Gipfels in Evian. Obwohl offiziell Kalenderfragen der Grund sind, weisen Kommentatoren auf Spannungen zwischen den Führungspersönlichkeiten beider Länder hin. Die italienische Ministerpräsidentin soll während der Gespräche in Belgien im Februar um eine Terminänderung gebeten haben, was die französische Seite akzeptierte und die Bereitschaft zur weiteren Umsetzung des Quirinal-Vertrags erklärte. „When I look back at all these years, I think that we have accomplished a lot, that I have accomplished a lot. We need to consolidate and make sure that this is really solid and reliable.” (Wenn ich auf all diese Jahre zurückblicke, denke ich, dass wir viel erreicht haben, dass ich viel erreicht habe. Wir müssen konsolidieren und sicherstellen, dass dies wirklich solide und zuverlässig ist.) — Christine Lagarde
Mentioned People
- Christine Lagarde — Präsidentin der Europäischen Zentralbank seit 2019.
- Emmanuel Macron — Präsident Frankreichs, der eine Stärkung der europäischen Integration anstrebt.
- Lars Klingbeil — Deutscher Politiker, Finanzminister (laut Artikelinhalten).
- Giorgia Meloni — Ministerpräsidentin Italiens, Vorsitzende der Partei Fratelli d'Italia.