Die Behörden von West Virginia haben eine wegweisende Klage gegen den Konzern Apple eingereicht und werfen ihm vor, die Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch zu erleichtern. Laut Generalstaatsanwalt JB McCuskey habe der Verzicht auf Erkennungssysteme zugunsten von Verschlüsselung den iCloud-Dienst zu einem sicheren Hafen für Straftäter gemacht. Gleichzeitig fordert die spanische Regierung die Staatsanwaltschaft auf, die Plattformen X, Meta und TikTok im Hinblick auf durch künstliche Intelligenz generierte Inhalte zu untersuchen.
Klage gegen Apple
West Virginia beschuldigt Apple, durch das Fehlen von Inhaltsüberprüfungssystemen in seinem iCloud-Dienst einen sicheren Hafen für Pädophile geschaffen zu haben.
Geringe Erkennungsrate
Im Jahr 2023 meldete Apple nur 267 Fälle von CSAM, was einen Bruchteil der Statistiken von Google (1,47 Millionen) oder Meta (30,6 Millionen) ausmacht.
Offensive in Spanien
Die Regierung von Pedro Sánchez bittet die Staatsanwaltschaft, die Plattformen X, TikTok und Meta im Hinblick auf durch KI generierte Pornografie zu untersuchen.
Der Generalstaatsanwalt von West Virginia, JB McCuskey, hat eine beispiellose Klage gegen Apple eingereicht und beschuldigt den Giganten, wissentlich zugelassen zu haben, dass die iCloud zu einem Werkzeug für die Speicherung und Übertragung kinderpornografischer Inhalte wurde. Hauptstreitpunkt ist die Entscheidung des Unternehmens, Pläne zur Implementierung eines Systems zur automatischen Dateiüberprüfung auf CSAM-Material (Child Sexual Abuse Material) zurückzuziehen. Apple argumentierte damals, eine solche Lösung könnte zu massiver Überwachung der Nutzer führen und deren Privatsphäre verletzen. Laut der Staatsanwaltschaft ist die Folge dieser Politik eine drastisch niedrigere Aufklärungsquote von Straftaten im Vergleich zur Konkurrenz.
Im Jahr 2021 kündigte der Konzern Apple Pläne an, in die Cloud hochgeladene Fotos auf kinderpornografisches Material zu scannen. Nach einer Welle der Kritik von Datenschützern und zivilgesellschaftlichen Organisationen zog das Unternehmen diese Idee jedoch im Dezember 2022 zurück. Die in der Klage vorgelegten Daten sind alarmierend. Im Jahr 2023 entdeckten und meldeten die Systeme von Apple lediglich 267 Fälle des Verdachts auf Kinderpornografie, während im selben Zeitraum Google 1,47 Millionen und Meta sogar 30,6 Millionen solcher Vorfälle meldeten. Staatsanwalt McCuskey behauptet, dass die von dem Unternehmen aus Cupertino verwendete Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eine Barriere schaffe, die eine effektive enge Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden verhindere. Ähnliche Spannungen nehmen in Europa zu. Die Regierung Spaniens fordert eine Untersuchung von TikTok, X und Meta und konzentriert sich dabei auf eine neue Bedrohung: durch künstliche Intelligenz erzeugte Kinderpornografie.
Diese Situation verschärft die globale Debatte über die Balance zwischen dem Recht auf Privatsphäre und der Sicherheit der Jüngsten. Kritiker von Apple weisen darauf hin, dass das technologische Streben nach vollständiger Anonymität der Kommunikation zum Schutzschild für kriminelle Gruppen werde. Befürworter des Datenschutzes warnen hingegen, dass die erzwungene Installation von „Hintertüren“ in Software die Sicherheit aller digitalen Bürger schwächen und autoritären Regimen Tür und Tor öffnen würde. „iCloud has become a secure frictionless avenue for the possession, protection, and distribution of the most abhorrent child pornography.” (iCloud ist zu einem sicheren, reibungslosen Weg für den Besitz, den Schutz und die Verbreitung der abscheulichsten Kinderpornografie geworden.) — JB McCuskey
Mentioned People
- JB McCuskey — Generalstaatsanwalt von West Virginia, Autor der Klage gegen Apple.
- Pedro Sánchez — Ministerpräsident Spaniens, Initiator von Maßnahmen gegen Straflosigkeit in sozialen Medien.