Im Februar 2026 wurde eine verstärkte Aktivität von Wölfen in mehreren Regionen Polens verzeichnet, darunter im Glatzer Land, in der Woiwodschaft Lublin und in Kleinpolen. Die Raubtiere nähern sich Siedlungen und greifen Nutztiere und Haushunde an. Gleichzeitig zeigen neue Daten, dass statistisch gesehen Haushunde eine größere Gefahr für Menschen darstellen als Wildtiere, was eine Debatte über die Einführung einer obligatorischen Haftpflichtversicherung für Hundebesitzer auslöst.
Wolfsangriffe auf Nutztiere
In den Orten Wilkanów und Turowiec wurden im Februar 2026 Nutz- und Haustiere von Wolfsrudeln getötet.
Statistiken zu Hundebissen
Im Jahr 2024 wurden über 26.000 Hundebisse verzeichnet, was die Zahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen auf polnischen Straßen übersteigt.
Frage der Haftpflichtversicherungen
Nur 35% der Befragten sprechen sich für eine Pflichtversicherung für Hundebesitzer aus, obwohl die Zahl der Vorfälle mit Bissen zunimmt.
In der zweiten Februarhälfte 2026 häuften sich in vielen Regionen des Landes Meldungen über Vorfälle mit Wölfen. Im Glatzer Land, konkret in Wilkanów, griffen die Raubtiere in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar eine Schafherde an und verursachten erhebliche materielle Schäden bei örtlichen Züchtern. Ähnliche Vorfälle wurden in der Gemeinde Wojsławice in der Woiwodschaft Lublin verzeichnet, wo Wölfe einen Hund auf einem Privatgrundstück in Turowiec töteten. Die Kommunalverwaltungen appellieren an die Bewohner, besonders nach Einbruch der Dunkelheit vorsichtig zu sein und Nutztiere zu sichern. Experten weisen auf das Phänomen der Habituierung hin, das dazu führt, dass Wildtiere immer dreister in Städte wie Rabka-Zdrój vordringen. Die Wolfspopulation in Polen steht seit 1998 unter strengem Artenschutz, was zur Erholung der Art beigetragen, aber gleichzeitig die Häufigkeit von Mensch-Natur-Interaktionen erhöht hat. Parallel zur Diskussion über Wölfe analysieren die Medien den Bericht von Izabela Kadłucka und der Organisation Watchdog Polska zur öffentlichen Sicherheit. Aus den Daten geht hervor, dass es im Jahr 2024 zu 26.588 Hundebissen kam, was einem Durchschnitt von 73 Fällen pro Tag entspricht. Diese Zahl liegt höher als die Bilanz der Verletzten im Straßenverkehr (24.782 Verletzte). Dennoch zeigt eine Untersuchung des Dienstes Rankomat, dass nur 35% der Polen die Einführung einer obligatorischen Haftpflichtversicherung für Haustierbesitzer befürworten. Experten betonen, dass entgegen der weit verbreiteten Befürchtungen gerade verwilderte Hundemeuten in den Wäldern aggressiver und gefährlicher für Menschen sein können als die Wolfspopulation.
Mentioned People
- Izabela Kadłucka — Autorin des Berichts über Hundebisse in Polen, erstellt für Watchdog Polska.
- Adam Zbyryt — Naturforscher und Wissenschaftsvermittler, bekannt als 'Der Mann aus dem Urwald'.