In Polen steigt die Zahl der Vorfälle mit Hunden, die laut aktuellen Berichten die Zahl der im Straßenverkehr Verletzten übersteigt. Im Jahr 2024 wurden über 26.000 Bissverletzungen registriert, was eine Diskussion über die Einführung einer verpflichtenden Haftpflichtversicherung für Haustierbesitzer ausgelöst hat. Gleichzeitig wächst die Besorgnis über die Anwesenheit von Wölfen und verwilderten Hunden in der Nähe von Siedlungsgebieten in mehreren Regionen des Landes.
Schockierende Bissverletzungs-Statistiken
Im Jahr 2024 wurden 26.588 Hundebisse registriert, was einem Durchschnitt von 73 Personen pro Tag entspricht – das ist mehr als die Zahl der im Straßenverkehr Verletzten.
Keine Einigung über verpflichtende Versicherung
Nur 35 Prozent der Polen unterstützen die Idee, eine verpflichtende Haftpflichtversicherung für jeden Hundehalter einzuführen.
Vorfälle in polnischen Gemeinden
Wölfe und verwilderte Hunde sorgen für Besorgnis in Rabka, Wołoskowola und im Glatzer Land, wo sie sich Häusern nähern.
Eine Analyse der statistischen Daten für 2024 zeigt einen besorgniserregenden Trend: Die Zahl der durch Hundebisse verletzten Personen in Polen (26.588 Fälle) erwies sich als höher als die Zahl der im Straßenverkehr Verletzten (24.782 Personen). Durchschnittlich kommt es täglich zu 73 Vorfällen mit Hunden, was eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem darstellt und Fragen zur zivilrechtlichen Verantwortung der Halter aufwirft. Ein von Izabela Kadłucka in Zusammenarbeit mit der Bürgernetzwerk Watchdog Polska erstellter Bericht bildete die Grundlage für Überlegungen zur Einführung einer verpflichtenden Haftpflichtversicherung für Besitzer, insbesondere von als aggressiv geltenden Rassen. Polen hat eine der größten Hundepopulationen in der Europäischen Union, die auf fast 8 Millionen Tiere geschätzt wird, bei gleichzeitigem Fehlen eines zentralen Tierregisters, was die Durchsetzung der Haftung der Besitzer erschwert. Trotz alarmierender Statistiken ist die Gesellschaft in der Frage einer Zwangsversicherung gespalten. Untersuchungen des Portals Rankomat zeigen, dass nur 35 Prozent der Befragten die Einführung einer verpflichtenden Versicherung befürworten. Experten weisen jedoch darauf hin, dass diese Daten untererfasst sein könnten, da sie nur Vorfälle umfassen, die medizinischen Diensten oder der Polizei gemeldet wurden. Parallel dazu wächst im Süden und Osten Polens das Problem mit Wildtieren und verwilderten Hundemeuten. In Orten wie Rabka oder Wołoskowola wurden Fälle von Habituation von Wölfen registriert, die am helllichten Tag in der Nähe von Wohngebäuden auftauchen. Fachleute betonen, dass, obwohl die Medienaufmerksamkeit auf Wölfen liegt, gerade umherstreunende Hunde in den Wäldern oft eine größere Gefahr für Menschen und Vieh darstellen, was durch Angriffe in Wilkanów in der Nähe von Bystrzyca Kłodzka bestätigt wird. „Wilk niespodziewanie wybiegł zza jednego z domów znajdujących się w pobliżu zamarzniętego stawu.” (Der Wolf lief unerwartet hinter einem der Häuser in der Nähe des zugefrorenen Teiches hervor.) — Sebastian Piątek Das Problem der Bissverletzungen ist auch Gegenstand des Interesses von Parlamentariern geworden. Im Sejm wurde eine parlamentarische Anfrage zur Sinnhaftigkeit der Einführung systemischer rechtlicher Lösungen eingereicht, die Besitzer aggressiver Hunde zum Abschluss einer Versicherungspolice zwingen würden. Derzeit nutzen die meisten Menschen eine freiwillige Erweiterung ihrer Hausratversicherung, die im Falle schwerer Gesundheitsschäden möglicherweise nicht ausreicht, um die Kosten für Rehabilitation und Entschädigungen für Opfer zu decken.
Mentioned People
- Izabela Kadłucka — Autorin des Berichts über Bissverletzungen, erstellt in Zusammenarbeit mit dem Bürgernetzwerk Watchdog Polska.
- Sebastian Piątek — Zeuge der Anwesenheit eines Wolfs in Wołoskowola, der den Vorfall aufzeichnete.
- Adam Zbyryt — Experte, der als 'Mann aus dem Urwald' bekannt ist und vor Hundemeuten in den Wäldern warnt.