Die Ratingagentur Fitch hat die Beibehaltung der Kreditwürdigkeitsbewertung Polens auf dem Niveau A- bekannt gegeben. Die Schlüsselentscheidung bleibt jedoch die Beibehaltung der negativen Perspektive, was die Bedenken der Analysten hinsichtlich des hohen Haushaltsdefizits und der steigenden Staatsverschuldung widerspiegelt. Gleichzeitig deuten Daten vom inländischen Markt auf einen Rückgang der Hypothekenzinsen unter 6 Prozent sowie auf sich vertiefende Schuldenprobleme im Agrar- und Bausektor hin.
Fitch behält Bewertung A- bei
Polens Rating bleibt unverändert, aber die negative Perspektive deutet auf ein Herabstufungsrisiko in der Zukunft aufgrund der Schulden hin.
Durchbruch bei Hypotheken
Die Verzinsung von Wohnungsbaukrediten ist zum ersten Mal seit fast vier Jahren unter 6% gefallen.
Krise in Landwirtschaft und Baugewerbe
Die Verschuldung der Bauindustrie erreicht 5,9 Mrd. Złoty, und Landwirte kämpfen mit einer lang anhaltenden Schuldenspirale.
Rekordgewinn der mBank
Das Institut schloss das Jahr 2025 mit einem Rekordergebnis ab, trotz makroökonomischer Instabilität.
Fitch Ratings hat beschlossen, das langfristige Rating Polens in Fremdwährung auf dem Niveau „A-” beizubehalten. Trotz der stabilen Bewertung hat sich die Agentur nicht für eine Verbesserung der Perspektive entschieden und belässt sie als negativ. Analysten weisen darauf hin, dass die Hauptbelastung für die polnische Wirtschaft das hohe Haushaltsdefizit bleibt, das den Spielraum in der Haushaltspolitik einschränkt. Obwohl einige Daten auf einen unerwarteten Rückgang des Defizits in den letzten Monaten hindeuten, bleibt Fitch vorsichtig und bewertet die langfristigen Risiken im Zusammenhang mit den Schuldendienstkosten und den Verteidigungsausgaben. Seit der politischen Wende im Jahr 1989 hat Polen seine Kreditwürdigkeit aufgebaut und Mitte der 90er Jahre Investment-Grade-Niveaus erreicht, was einen günstigen Zugang zu Kapital auf den internationalen Märkten ermöglichte.Die Situation auf dem Binnenmarkt ist komplex. Zum ersten Mal seit 2022 ist der durchschnittliche Zinssatz für Hypothekenkredite unter die Grenze von 6 Prozent gefallen. Dieses Phänomen verbessert die Kreditwürdigkeit der Polen, obwohl Banken Paare mit Kindern zunehmend strenger bewerten, was ihre Chancen auf eine Finanzierung drastisch verringert. In Städten wie Warschau zeigen sich stabile Wohnungspreise, die Nachfrage bleibt jedoch hoch, und Wohnungen mit einer beliebten Fläche von etwa 50 m² verschwinden schnell vom Angebotsmarkt bei einem Durchschnittspreis von rund 580.000 Złoty. 5,9 mld zł — beträgt die Verschuldung der polnischen BauindustrieAuf der anderen Seite zeichnen Daten aus dem Krajowy Rejestr Długów (Nationales Schuldenregister) ein pessimistisches Bild für den Agrar- und Bausektor. Landwirte kämpfen mit einer Schuldenspirale, in der die Rückzahlung von Verpflichtungen in Extremfällen bis zu 1200 Tage dauert. Die Verschuldung der Bauindustrie selbst hat die Marke von 5,9 Mrd. Złoty überschritten, was ein Alarmzeichen für den Zustand der gesamten Wirtschaft nach dem frostigen Winter ist, der die Dynamik des BIP-Wachstums gebremst hat. Im Bankensektor ist jedoch Optimismus zu erkennen – mBank schloss das Jahr 2025 mit einem Rekordgewinn ab, was die hohe Rentabilität der Finanzinstitute trotz des schwierigen makroökonomischen Umfelds bestätigt. „The maintenance of the Negative Outlook reflects risks to the public debt trajectory from persistent high fiscal deficits.” (Die Beibehaltung der negativen Perspektive spiegelt die Risiken für den Verlauf der öffentlichen Verschuldung aufgrund anhaltend hoher Haushaltsdefizite wider.) — Fitch Ratings Die Erwartungen an die kommende Sitzung des Rates für Geldpolitik (RPP) im März sind gespalten. Einige Experten hoffen auf eine Lockerung der Geldpolitik, was den Konsum ankurbeln könnte, der unter den hohen Energierechnungen gelitten hat. Obwohl die Strompreise an den Großhandelsmärkten sinken, zahlen Endverbraucher im Jahr 2026 immer noch hohe Tarife, was sich in einer geringeren Kaufkraft der Haushalte niederschlägt.
Perspektywy mediów: Medien betonen den Rückgang des Defizits und die steigende Kreditwürdigkeit als wirtschaftliche Erfolge der Regierung. Kommentatoren konzentrieren sich auf die Risiken für das Rating, die Schuldenspirale der Landwirte und die Schwierigkeiten für Familien mit Kindern.
Mentioned People
- Rafał Hirsch — Wirtschaftsjournalist, der das sinkende Haushaltsdefizit Polens analysiert.