Der deutsche Kapitalmarkt reagierte mit Kursverlusten auf eine Reihe von Jahresberichten führender DAX-Unternehmen. Der Logistikkonzern DHL und der Sportartikelriese Adidas legten vorsichtige Prognosen für 2026 vor und verwiesen auf geopolitische Risiken und Zollauswirkungen. Trotz Rekordeinnahmen von Adidas im vergangenen Jahr konzentrierten sich die Anleger auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit Konflikten im Nahen Osten und Währungsschwankungen, was zu einer Abwertung der Aktien führte.
Vorsichtige Prognosen von DHL und Adidas
Führende deutsche Unternehmen senkten die Erwartungen für die Gewinne im Jahr 2026 und verwiesen auf geopolitische Risiken und Zölle.
Restrukturierung bei Continental
Der Reifenhersteller verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 165 Mio. Euro aufgrund von Strukturveränderungskosten, rechnet aber mit einer Stabilisierung.
KI-Boom treibt Broadcom an
Das Technologieunternehmen prognostiziert einen KI-Chip-Umsatz von 100 Mrd. USD bis 2027 und distanziert damit Konkurrenten aus traditionellen Branchen.
Personalwechsel bei Adidas
Der Vertrag von CEO Björn Gulden wurde bis 2030 verlängert, und Nassef Sawiris wurde als neuer Kandidat für den Aufsichtsratsvorsitz vorgeschlagen.
Die Saison der Finanzergebnisse für 2025 brachte eine Welle der Volatilität an die Frankfurter Börse. Investoren verfolgen mit besonderer Aufmerksamkeit die Kommunikation der Vorstände zu den Aussichten für die kommenden Monate, die sich in vielen Fällen als vorsichtiger erwiesen, als der Markt erwartet hatte. Die DHL Group warnte trotz eines prognostizierten Anstiegs des operativen Gewinns im Jahr 2026 vor anhaltender geopolitischer Unsicherheit. Das Unternehmen plant eine rigorose Kostendisziplin, um die Auswirkungen der schwächeren globalen Nachfrage abzufedern, was die Aktionäre jedoch nicht beruhigte und nach Veröffentlichung des Berichts zu Kursverlusten führte. Mit ähnlichen Problemen kämpft Adidas, das zwar die Vertragsverlängerung mit CEO Björn Gulden bis 2030 bekannt gab, aber gleichzeitig die Gewinnprognosen für 2026 senkte. Das Unternehmen gibt an, dass die Hauptwachstumsbremsen potenzielle US-Handelszölle und die angespannte Lage im Nahen Osten sein werden, die die Lieferketten beeinflusst. Ein positiver Aspekt ist der Vorschlag, Nassef Sawiris zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu ernennen, um die Eigentümerkontrolle über das Unternehmen in einer schwierigen Transformationsphase zu stärken. Im Industriesektor verzeichnete der Reifenhersteller Continental für 2025 einen Nettoverlust von 165 Millionen Euro, was es mit den Kosten einer tiefgreifenden Restrukturierung erklärt, obwohl der Vorstand für das laufende Jahr eine Stabilisierung des Umsatzes erwartet. Die deutsche Wirtschaft, die als Antriebskraft der Eurozone gilt, stützt ihr Wachstum seit Jahren auf den Export, was sie besonders anfällig für jegliche Störungen im Welthandel und Änderungen der Zollpolitik ihrer wichtigsten Wirtschaftspartner macht.Der Technologie- und Automobilsektor lieferte ebenfalls gemischte Signale. Der zur Volkswagen-Gruppe gehörende Lkw-Hersteller Traton meldete Gewinnrückgänge aufgrund von Störungen im internationalen Handel, was das Management zwang, für 2026 eine vorsichtige Haltung einzunehmen. Merck KGaA wiederum warnte vor Margenrückgängen im Pharmasegment, wo ein wichtiges Medikament gegen Multiple Sklerose den Patentschutz zugunsten billigerer Generika verliert. Ein heller Punkt in der Übersicht bleibt Broadcom, das dank des KI-Booms mit Rekordumsätzen bei KI-Prozessoren rechnet, was im Kontrast zur allgemeinen Verlangsamung in traditionellen Branchen wie Schwerindustrie und Einzelhandel steht. „Ich fühle mich mit 60 fitter als mit 50, und Adidas kehrt auf den Wachstumspfad zurück, auch wenn das Marktumfeld herausfordernd bleibt.” — Björn Gulden
Perspektywy mediów: Liberale Medien heben die operativen Erfolge des Adidas-CEOs und die stabilen Fundamentaldaten der deutschen Giganten trotz vorübergehender Schwierigkeiten hervor. Konservative Presse schärft den Blick auf die enormen Verluste von Continental und die lähmenden Auswirkungen von Fiskalpolitik und Geopolitik auf Unternehmensergebnisse.
Mentioned People
- Björn Gulden — Vorstandsvorsitzender von Adidas, dessen Vertrag bis 2030 verlängert wurde.
- Nassef Sawiris — Ägyptischer Milliardär, der als Kandidat für den Vorsitz des Aufsichtsrats von Adidas vorgeschlagen wurde.