Montag, der 23. Februar, stellt einen entscheidenden Moment im Kampf um die Kontrolle über den Konzern Warner Bros Discovery dar. Die Gruppe Paramount Skydance hat Zeit bis Mitternacht, um ein endgültiges Angebot abzugeben, das laut inoffiziellen Informationen 32 Dollar pro Aktie betragen könnte. Unterdessen hat das US-Justizministerium eine kartellrechtliche Untersuchung zum konkurrierenden Angebot von Netflix in Höhe von 82,7 Milliarden Dollar eingeleitet. Der Streit spaltet die Filmwelt und involviert Persönlichkeiten wie James Cameron und Mark Ruffalo.
Letzte Frist für Paramount
Das Unternehmen von David Ellison hat bis 23:59 Uhr am Montag Zeit, ein neues, höheres Angebot für die Vermögenswerte von Warner Bros Discovery abzugeben.
Kartellrechtliche Untersuchung
Das US-Justizministerium (DOJ) prüft formell die Fusion von Netflix mit WBD auf mögliche Verstöße gegen Wettbewerbsvorschriften.
Konflikt in Hollywood
James Cameron greift die Pläne von Netflix an, während Ted Sarandos und Mark Ruffalo die Fusionsvision verteidigen und Widersprüche in der Argumentation des Regisseurs aufzeigen.
Der Wettbewerb um die Übernahme eines der wertvollsten Filmkataloge der Welt, Warner Bros Discovery (WBD), hat einen kritischen Punkt erreicht. Gemäß den Festlegungen des Unternehmensvorstands muss Paramount Skydance unter der Leitung von David Ellison bis zum Ende des Tages sein "bestes und endgültiges" Angebot vorlegen. Analysten prognostizieren eine Erhöhung des Gebots auf 32 Dollar pro Aktie, um das frühere Angebot von Netflix in Höhe von 27,75 Dollar zu überbieten. Obwohl sich der Vorstand von WBD bisher einer Fusion mit dem Streaming-Giganten zugeneigt zeigte, könnte das neue Angebot von Paramount die Kräfteverhältnisse verändern, zumal dieses Unternehmen bereits eine vorläufige Zustimmung der Kartellbehörden erhalten hat. Die Situation von Netflix wird durch die offizielle Untersuchung des US-Justizministeriums (DOJ) kompliziert. Die Beamten prüfen, ob eine Fusion mit WBD nicht zur Entstehung eines Monopols auf dem Markt für die Verbreitung von Videoinhalten führen würde. Der CEO von Netflix, Ted Sarandos, wehrt diese Vorwürfe ab und argumentiert, dass die Übernahme eines Filmstudios durch sein Unternehmen der Branche Wachstum und nicht Stagnation bringen werde. Gleichzeitig muss sich das Unternehmen mit politischem Druck auseinandersetzen – die Regierung warnt vor Konsequenzen, falls ein prominenter Politiker der Demokratischen Partei seinen Aufsichtsrat nicht verlässt. Der Trend zur Konsolidierung auf dem US-Medienmarkt dauert seit einem Jahrzehnt an, wovon die Übernahme von 21st Century Fox durch Disney im Jahr 2019 ein Beispiel war. Warner Bros Discovery entstand erst 2022 aus der Fusion von WarnerMedia und Discovery, um im Kampf gegen die wachsende Dominanz von Streaming-Plattformen zu helfen. In den Konflikt haben sich Ikonen Hollywoods eingeschaltet. James Cameron richtete einen Brief an den US-Senat, in dem er die Pläne von Netflix als "Katastrophe für das Kinogeschäft" bezeichnete. Der Schauspieler Mark Ruffalo antwortete ihm und fragte rhetorisch, ob der Regisseur sich ebenso sehr vor einer Monopolisierung des Marktes durch Paramount fürchte. Sarandos bezeichnete Camerons Standpunkt als "irreführend" und behauptete, dass gerade das Angebot der Konkurrenz zu einer Schrumpfung der Filmindustrie führen werde. Angesichts dieser Spannungen halten sich die Aktienkurse von WBD stabil, trotz allgemeiner Börsenverluste aufgrund von Unsicherheiten über Handelszölle. „We're buying a movie studio and a distribution entity that we don't currently have - we'll be adding to the market.” (Wir kaufen ein Filmstudio und einen Vertriebszweig, den wir derzeit nicht haben – wir werden den Markt erweitern.) — Ted Sarandos Vergleich der Angebote für Warner Bros Discovery: Preis pro Aktie: 27,75 USD (Netflix) → 32,00 USD (Paramount - Schätzungen); Gesamtwert: 82,7 Mrd. USD → ca. 95 Mrd. USD; Regulierungsstatus: DOJ-Untersuchung → Vorläufige kartellrechtliche Zustimmung
Mentioned People
- Ted Sarandos — Mitgeschäftsführer von Netflix, der das Übernahmeangebot für WBD gegen Monopolisierungsvorwürfe verteidigt.
- David Ellison — Gründer von Paramount Skydance, der die Übernahme von Warner Bros Discovery anstrebt.
- Mark Ruffalo — Für den Oscar nominierter Schauspieler, der Camerons Kritik an Netflix öffentlich in Frage stellte.