Die Weltbörsen halten den Atem an, während sie auf den Quartalsbericht von Nvidia warten, der zum ultimativen Stresstest für die Bewertungen des KI-Sektors werden soll. Obwohl der Optionsmarkt eine relativ ruhige Kursreaktion suggeriert, dämpfen schwächere Prognosen von Giganten wie HP oder Workday die Euphorie. Die Lage wird durch steigende Komponentenkosten und die strenge US-Exportpolitik verkompliziert, die China den Zugang zu fortschrittlichen Halbleitern versperrt.

Nvidia vor der Prüfung

Der Markt erwartet entscheidende Finanzdaten, die die dominante Erzählung vom endlosen Wachstum des KI-Sektors bestätigen oder widerlegen werden.

RAM-Preiskrise

Das Unternehmen HP warnt, dass die RAM-Kosten die Margen drastisch belasten, was den Giganten zur Senkung seiner Jahresgewinnprognosen zwang.

Blockade Chinas hält an

Amerikanische Regulierungsbehörden haben den Export der neuesten H200-Chips in das Reich der Mitte wirksam gestoppt und setzen damit die Strategie zum Schutz des technologischen Vorsprungs um.

Schwächere Software-Prognosen

Unternehmen wie Workday und GoDaddy signalisieren eine Verlangsamung der Umsätze, was auf eine Sättigung des Marktes mit Abonnement-Dienstleistungen hindeutet.

Anleger an der Wall Street bereiten sich auf die Veröffentlichung des Finanzberichts von Nvidia vor, der derzeit als wichtigster Barometer für den Zustand der globalen datenbasierten Wirtschaft angesehen wird. Das Unternehmen, der unangefochtene Marktführer bei der Herstellung von Grafikchips, die Künstliche Intelligenz antreiben, steht vor der Herausforderung, überzogenen Prognosen gerecht zu werden. Der Markt erwartet spektakuläre Zahlen, doch Analysten weisen auf wachsende strukturelle Risiken hin. Anleger auf dem Optionsmarkt bewerten die geringste Volatilität nach Ergebnissen seit drei Jahren, was darauf hindeutet, dass der Markt einen gewissen Reifegrad erreicht hat oder ihm schlicht der Treibstoff für weitere, heftige Anstiege ohne handfeste Beweise für die Monetarisierung der Technologie fehlt. Die Verfassung des breiten Hardware-Sektors bereitet jedoch gewisse Sorgen. Der Konzern HP kündigte eine Korrektur seiner Jahresgewinnprognosen an und verwies auf einen drastischen Anstieg der Preise für Arbeitsspeicher, der mittlerweile satte 35% der Produktionskosten für Personal Computer ausmacht. Ein weiterer bremsender Faktor ist die Handelsunsicherheit, die durch mögliche Zölle und strenge Exportvorschriften ausgelöst wird. US-Beamte bestätigten, dass nicht ein einziges Exemplar der modernsten H200-Chips nach China gelangt ist, was die Wirksamkeit der Handelsblockaden Washingtons beweist. Diese Beschränkungen beeinflussen direkt das Wachstumspotenzial amerikanischer Hersteller auf asiatischen Märkten. Die Geschichte der Entwicklung der Computertechnologie seit den 1970er Jahren zeigt, dass Zyklen des Hurra-Optimismus oft mit schmerzhaften Korrekturen endeten, wenn die Infrastruktur den realen Geschäftsanwendungen vorauseilte, wofür die Dotcom-Blase zum Symbol wurde.Die Lage im Software-Sektor verschlechtern Berichte der Unternehmen Workday und GoDaddy, die Umsatzprognosen vorlegten, die unter den Erwartungen der Analysten lagen. Dies deutet auf ein breiteres Phänomen der Zurückhaltung von Unternehmen bei Ausgaben für Abonnements und Cloud-Dienste hin. Zudem werden die steigenden Kosten für die Strom- und Wasserversorgung von Rechenzentren zu einer Barriere, die nicht einmal politische Unterstützungszusagen für die Industrie ausgleichen können. Unternehmen müssen sich nun mit realen physischen und wirtschaftlichen Grenzen der Dateninfrastruktur auseinandersetzen, was de facto der Ära des unkritischen Investierens in jede als intelligent etikettierte Lösung ein Ende setzt.

Mentioned People

  • Donald Trump — US-Präsident, der Unterstützung für den Bau von Rechenzentren zusagt, trotz steigender Energiekosten.