Russland führt eine breit angelegte Rekrutierungskampagne in armen Gemeinschaften Afrikas durch und wirbt Tausende von Männern für den Kampf in der Ukraine an. Angeblich im Austausch für hohe Bezahlung und Staatsbürgerschaft stammen die Rekruten unter anderem aus Kenia, Südafrika und Simbabwe. Berichten zufolge wurden viele von ihnen über die Art der Arbeit getäuscht. Ihre Familien fordern nun die Rückkehr ihrer Söhne und behaupten, diese seien von internationalen Vermittlern, die mit russischen Diensten zusammenarbeiten, verkauft und betrogen worden. Diese Aktivitäten deuten auf eine neue, globale Dimension der menschlichen Ressourcenbeschaffung im andauernden Krieg hin.

Breit angelegte Rekrutierungskampagne

Russische Dienste nutzen Vermittler, um in mehreren afrikanischen Ländern, darunter Kenia, Südafrika, Uganda und Simbabwe, intensive Anwerbeaktionen durchzuführen. Sie werben mit Versprechen gut bezahlter Arbeit als Sicherheitspersonal in Russland oder den VAE, während sie die Männer in Wirklichkeit an die Front in der Ukraine schicken.

Verwirrte Rekruten und verzweifelte Familien

Familien der Angeworbenen, wie eine aus den Slums von Nairobi, berichten, wie ihre Söhne nach einer angeblichen Ausreise zur Arbeit verschwanden. Später meldeten sie sich und teilten mit, sie seien in Russland und würden militärisch ausgebildet. Die Familien, oft arm und ungebildet, wurden von den Vermittlern gezielt getäuscht.

Russische Rechtfertigung und Mechanismen

Russland kommentiert diese Berichte offiziell nicht. Analysten zufolge zielt eine solche Rekrutierung darauf ab, die enormen Lücken in den Reihen der russischen Armee nach schweren Verlusten zu schließen, bei minimalen innenpolitischen Kosten. Die Anwerbung wird teilweise durch die Wagner-Gruppe und verbundene Einheiten durchgeführt.

Reaktionen afrikanischer Regierungen

Die Regierungen Kenias und Südafrikas wurden durch diese Berichte in Alarmbereitschaft versetzt. Nairobi hat eine Untersuchung zu mutmaßlichen Menschenhändlerbanden eingeleitet. Die Regierung Südafrikas, die traditionell Neutralität gegenüber dem Konflikt wahrt, könnte unter sozialem Druck stehen, zum Schutz ihrer Bürger zu handeln.

Russland führt eine globale, aber verdeckte Rekrutierungskampagne durch und wirbt Tausende junger Männer aus armen Regionen Afrikas für seinen Krieg gegen die Ukraine an. Berichten mehrerer westlicher Medien, darunter The Economist und Al Jazeera, zufolge basiert der Mechanismus auf der Nutzung internationaler Vermittler, die attraktive Arbeit in Russland oder den Vereinigten Arabischen Emiraten versprechen, oft als Sicherheitspersonal. In Wirklichkeit werden die Männer nach ihrer Ankunft in Russland zu kurzen, intensiven militärischen Trainings geschickt und dann an die Front in der Ukraine, hauptsächlich zum Kampf in Infanterieeinheiten, entsandt. Die russische Invasion in der Ukraine begann im Februar 2022 und hat seitdem Zehntausende Opfer auf beiden Seiten gefordert, was zu enormen Personalverlusten geführt hat, die der Kreml sowohl durch interne Mobilisierung als auch durch Auslandsrekrutierung, unter anderem über die private Söldnergruppe Wagner, auszugleichen versucht. Die Familien der Rekruten, die oft aus armen städtischen Gemeinschaften in den Slums von Nairobi in Kenia oder Johannesburg in Südafrika stammen, berichten vom Verschwinden ihrer Söhne. Die Mutter eines Kenianers, zitiert von The Independent, sagte: „Sie haben unsere Kinder verkauft”. Die Männer meldeten sich später und teilten mit, sie seien in Russland und könnten nicht zurückkehren. Laut Al Jazeera nutzen in Südafrika tätige Vermittler das Versprechen eines hohen Gehalts von bis zu 2000 Dollar monatlich und der Verleihung der russischen Staatsbürgerschaft nach Vertragsende, was für Menschen in schwieriger wirtschaftlicher Lage besonders attraktiv ist. In Kenia wurde Arbeit für 1500 Dollar pro Monat angeboten. Diese Aktivitäten stellen eine neue Dimension des Krieges dar, in dem Russland außerhalb seiner Grenzen nach menschlichen Ressourcen sucht, um den inneren Widerstand gegen Verluste zu minimieren. Wie The Economist feststellt, ermöglicht diese Praxis dem Kreml, den Kampf fortzusetzen, ohne eine weitere, unpopuläre Mobilisierungswelle unter den eigenen Bürgern ankündigen zu müssen. Die Anwerbung wird nicht nur direkt von russischen Diensten, sondern auch durch Überreste der Wagner-Gruppe und verschiedene private Militärfirmen durchgeführt, was Ermittlungen erschwert und die direkte Verantwortung schwer zuzuordnen macht.

Perspektywy mediów: Medien betonen Menschenrechtsverletzungen, Ausbeutung und Betrug gegenüber armen afrikanischen Gemeinschaften und behandeln dies als eine Form neokolonialer Ausbeutung. Prorussische Medien könnten diese Berichte als westliche Propaganda abtun oder die Rekrutierung als legale militärische Zusammenarbeit mit Verbündeten darstellen.Afrikanische Regierungen, darunter Kenia und Südafrika, sind in Alarmbereitschaft versetzt worden. Nairobi hat eine Untersuchung zu mutmaßlichen Menschenhändlerbanden eingeleitet. Es ist unklar, wie weit die Zusammenarbeit lokaler Beamter mit den Vermittlern reicht. Die diplomatischen Reaktionen sind bisher vorsichtig, könnten sich aber verschärfen, wenn weitere Zeugenaussagen eintreffen und der soziale Druck wächst. Diese Situation stellt auch die ukrainischen Behörden vor eine Herausforderung, die auf dem Schlachtfeld mit Soldaten außerhalb des traditionellen Konfliktgebiets konfrontiert sind, was die ohnehin komplexe Kriegsdynamik weiter verkompliziert.

Mentioned People

  • nieznana matka z Kenii — Mutter eines der vermissten Rekruten, zitiert von The Independent.