Die Behörden in Andalusien haben angekündigt, Frauen im Alter von 40 bis 49 Jahren ab März dieses Jahres in das kostenlose, bevölkerungsweite Screening-Programm für Gebärmutterhalskrebs aufzunehmen. Gleichzeitig bestätigte die Regierung der Kanarischen Inseln, dass das dortige Programm erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen wird, was eine Verzögerung gegenüber anderen Regionen darstellt. Ziel beider Maßnahmen ist es, die Erkennungsrate des Krebses zu erhöhen, dessen Hauptursache das HPV-Virus ist und der durch Impfungen und Untersuchungen weitgehend vermeidbar geworden ist.
Ausweitung der Untersuchungen in Andalusien
Ab März 2026 werden Frauen im Alter von 40-49 Jahren in Andalusien in das Programm für Zytologie-Untersuchungen aufgenommen. Bisher umfasste das Programm Frauen ab 25 Jahren. Die Regionalregierung geht davon aus, bis 2029 eine 100-prozentige bevölkerungsweite Abdeckung der Untersuchungen zu erreichen; derzeit liegt sie bei 84 Prozent.
Verzögerungen bei der Umsetzung auf den Kanarischen Inseln
Die Regierung der Kanarischen Inseln bestätigte, dass das Screening-Programm für Gebärmutterhalskrebs erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen wird. Die oppositionelle PSOE-Partei kritisierte die Verzögerung und behauptete, es handele sich um ein Problem mangelnden politischen Willens und nicht um technische Hindernisse.
Bedeutung der Prävention
Gebärmutterhalskrebs, der hauptsächlich durch das Humane Papillomvirus (HPV) verursacht wird, ist einer der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Screening-Programme und Impfungen haben zu einem deutlichen Rückgang sowohl der Inzidenz als auch der Sterblichkeit beigetragen. In Spanien werden die Untersuchungen vom Sistema Nacional de Salud empfohlen.
Methodik und Reichweite der Untersuchungen
In Andalusien haben seit Juli 2024 bereits 121.000 Frauen die Untersuchungen durchführen lassen. Auf den Kanarischen Inseln soll das Programm letztendlich 635.000 Frauen im Alter von 25-65 Jahren erreichen, die schriftliche oder SMS-Einladungen erhalten werden. Für Frauen im Alter von 25-29 Jahren wird alle drei Jahre eine Zytologie empfohlen.
Die Behörden zweier spanischer Autonomer Gemeinschaften – Andalusien und der Kanarischen Inseln – haben Pläne zur Ausweitung oder Einführung bevölkerungsweiter Screening-Programme für Gebärmutterhalskrebs angekündigt. Die Entscheidungen wurden in den letzten Tagen getroffen und in den regionalen Parlamenten bekannt gegeben, wobei ihre Zeitpläne erheblich voneinander abweichen. In Andalusien werden, wie der Gesundheitsrat Antonio Sanz angekündigt hat, ab März 2026 Frauen im Alter von 40-49 Jahren in das bestehende Programm aufgenommen. Wie er mitteilte, ist das Ziel, bis 2029 100 % der Zielbevölkerung zu erreichen; die derzeitige Teilnahmequote liegt bei 84 %. Seit Beginn des Programms im Juli 2024 haben bereits 121.000 Frauen die Untersuchungen in Anspruch genommen. Sanz betonte, dass die Maßnahmen „homogen, global und geregelt” seien. Gebärmutterhalskrebs, der hauptsächlich durch onkogene Typen des Humanen Papillomvirus (HPV) verursacht wird, war jahrzehntelang eine der Haupttodesursachen durch Krebs bei Frauen in vielen Ländern. Ein Durchbruch war die Entwicklung von zytologischen Tests (sog. PAP-Test) in den 1980er und 1990er Jahren, gefolgt von wirksamen prophylaktischen Impfstoffen an der Jahrtausendwende. Dank dieser Werkzeuge ist die Krankheit weitgehend vermeidbar und früh erkennbar geworden. Auf den Kanarischen Inseln ist die Situation anders. Die Gesundheitsrätin, Esther Monzón, bestätigte im regionalen Parlament, dass das dortige Screening-Programm erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen wird. Es wird schrittweise eingeführt, beginnend mit ausgewählten Gesundheitsbereichen, um letztendlich die Zielgruppe von 635.000 Frauen im Alter von 25-65 Jahren zu erreichen. Vor der Untersuchung werden die Frauen schriftliche oder SMS-Einladungen erhalten. Diese Ankündigung stieß auf Kritik der oppositionellen PSOE-Partei, die der kanarischen Regierung vorwarf, dass die Verzögerungen auf mangelnden politischen Willen und nicht auf technische Probleme zurückzuführen seien. Der Unterschied im Tempo der Programmdurchführung in beiden Regionen verdeutlicht die Ungleichheiten beim Zugang zur Krebsprävention im dezentralisierten spanischen Gesundheitssystem. Während Andalusien ein bereits bestehendes Programm ausweitet, beginnen die Kanarischen Inseln erst mit dessen Organisation. Gemeinsam ist der Fokus auf Zytologie-Untersuchungen, die gemäß den Richtlinien des spanischen Sistema Nacional de Salud die primäre Screening-Methode darstellen. Für die jüngste Altersgruppe (25-34 Jahre) wird standardmäßig eine Zytologie durchgeführt, während für Frauen im Alter von 35-65 Jahren zunehmend auch Tests auf HPV-DNA zum Einsatz kommen. Antonio Sanz, Gesundheitsrat von Andalusien, erinnerte in seiner Aussage daran, dass durch Präventionsprogramme die Sterblichkeit durch Gebärmutterhalskrebs um 80 % reduziert werden konnte, was die entscheidende Rolle der Früherkennung unterstreicht. In beiden Fällen waren die Ankündigungen Antworten auf parlamentarische Anfragen oder Interpellationen, was darauf hindeutet, dass das Thema Krebsprävention Gegenstand der Kontrolltätigkeit der regionalen Parlamente ist und erhebliches politisches Interesse weckt.
Mentioned People
- Antonio Sanz — Gesundheitsrat, Präsidentschaft und Krisensituationen der Regierung von Andalusien, kündigte die Ausweitung des Untersuchungsprogramms an.
- Esther Monzón — Gesundheitsrätin der Regierung der Kanarischen Inseln, bestätigte den Beginn des Untersuchungsprogramms in der zweiten Hälfte des Jahres 2026.