Die Abschlussgala des 76. Internationalen Filmfestivals Berlin am Samstag endete mit einem politischen Skandal. Der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib beschuldigte bei der Entgegennahme des Preises für das beste Debüt die deutsche Regierung, ein „Partner des Völkermords in Gaza“ zu sein. Diese Äußerung löste eine sofortige Reaktion des anwesenden Bundesumweltministers Carsten Schneider aus, der die Zeremonie aus Protest verließ. Dieser Vorfall dominierte die Diskussion um die diesjährige Festivalausgabe.

Vorwürfe der Mittäterschaft

Regisseur Abdallah Alkhatib warf der deutschen Regierung direkt Mittäterschaft am angeblichen Völkermord in Gaza vor.

Protest des Ministers

Carsten Schneider (SPD) verließ die Gala als Antwort auf die Äußerungen des Regisseurs, die er für inakzeptabel hielt.

Einseitigkeit der Botschaft

Kommentatoren weisen auf das Fehlen jeglicher Erwähnung der Opfer des Hamas-Angriffs während der politischen Reden hin.

Während der feierlichen Abschlussgala des 76. Berlinale-Festivals kam es zu einem beispiellosen politischen Vorfall. Abdallah Alkhatib, der Schöpfer des preisgekrönten Films „Chronicles From the Siege“, nutzte die Bühne für ein radikales Manifest. Der Künstler, der in einer Kufiya auftrat und eine palästinensische Flagge hielt, warf den deutschen Behörden Mittäterschaft an den Handlungen Israels vor, die er als Völkermord bezeichnete. Diese Worte lösten bei einem Teil der versammelten Gäste Empörung aus. Der anwesende Umweltminister Carsten Schneider von der SPD entschied sich für einen demonstrativen Saalaustritt. Die deutsche Politikerkaste sowie Teile der Medien kritisierten die Einseitigkeit des Auftritts und wiesen darauf hin, dass der Regisseur den Angriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 völlig unerwähnt ließ. Kritiker werfen dem Festival vor, zur Plattform für anti-israelische Rhetorik geworden zu sein, was im Widerspruch zur von den Organisatoren deklarierten Neutralität steht. Die Berlinale gilt seit Jahrzehnten als das politischste unter den großen Filmfestivals und wird oft zum Ort weltanschaulicher Manifestationen. In den letzten Jahren sah sich die Veranstaltung jedoch mit zunehmenden Vorwürfen konfrontiert, in Deutschland als antisemitisch geltende Narrative zuzulassen.Trotz der angespannten Atmosphäre verkündete die Jury die Gewinner der Hauptkategorien. Der Goldene Bär ging an İlker Çatak für den Film „Gelbe Briefe“. Doch die Reden der Preisträger, nicht die Filme selbst, wurden zum Hauptthema der Medienberichterstattung. Die Festivalorganisatoren gerieten wegen ihres Mangels an entschiedener Reaktion auf die von der Bühne gefallenen Worte ins Kreuzfeuer der Kritik, was zu einer weiteren Debatte über die Grenzen künstlerischer Freiheit und die Verantwortung von Kulturinstitutionen führte. 50 000 — Euro beträgt die Auszeichnung für das beste Filmdebüt Hauptpreise des 76. Berlinale: Goldener Bär: İlker Çatak, Beste Regie: Grant Gee, Bestes Drehbuch: G. Dulude-de Celles, Bestes Debüt: Abdallah Alkhatib

Mentioned People

  • Abdallah Alkhatib — Syrisch-palästinensischer Regisseur, Preisträger für das beste Filmdebüt.
  • Carsten Schneider — Deutscher Umweltminister für die SPD, der die Gala aus Protest verließ.
  • İlker Çatak — Regisseur, Gewinner des Goldenen Bären für den Film „Gelbe Briefe“.