Die italienische Regierung wird ab dem 9. März 2026 die Lehrerkarte (Carta del Docente) mit einer reduzierten jährlichen Förderung von 383 Euro einführen. Die Änderung ergibt sich aus der Ausweitung des Programms auf schätzungsweise 253.000 befristet und als Vertretung beschäftigte Lehrer, die bisher davon ausgeschlossen waren. Italienische Medien weisen darauf hin, dass dieser Betrag um 117 Euro niedriger ist als frühere Erwartungen eines Teils der Branche. Das Bildungsministerium argumentiert, dass die Erweiterung des Empfängerkreises bei begrenzten Haushaltsmitteln eine Senkung der Förderhöhe erforderte. Die Reaktionen auf die Reform sind gespalten: Einerseits wird die Kürzung der Unterstützung kritisiert, andererseits wird die Einbeziehung einer breiten Gruppe von Zeitarbeitern begrüßt.
Gesenkte Förderung und Startdatum
Der jährliche Betrag für die Lehrerkarte wurde auf 383 Euro festgelegt, was eine Reduzierung im Vergleich zu früheren Auflagen des Programms darstellt. Das System soll am 9. März 2026 starten. Italienische Medien betonen, dass der Betrag von 383 Euro niedriger ist als frühere Erwartungen eines Teils der Lehrer, die mit etwa 500 Euro gerechnet hatten.
Ausweitung auf befristete Lehrer
Die wesentliche Neuheit ist die Einbeziehung von schätzungsweise 253.000 befristet beschäftigten Lehrern (precari) und Vertretungslehrern (supplenti). Bisher war die Lehrerkarte ausschließlich Lehrern mit unbefristeten Verträgen vorbehalten. Die Ausweitung soll die Gleichberechtigung beim Zugang zu Mitteln für die berufliche Entwicklung im Bildungssektor verbessern.
Geteilte Reaktionen der Branche
Ein Teil der Lehrer und Gewerkschaften sieht die Senkung des Betrags als nachteilige Haushaltskürzung. Andere betonen die positive Bedeutung der Einbeziehung einer großen Gruppe befristeter Lehrer, die seit Jahren gleiche Behandlung fordern. Die Entscheidung der Regierung ist ein Kompromiss zwischen der Erweiterung der Reichweite des Programms und den finanziellen Einschränkungen.
Funktion und Verwendungszweck der Karte
Die Karte funktioniert als elektronische Geldbörse, aus der Mittel für Bücher, Unterrichtsmaterialien, Schulungskurse, technologische Ausrüstung sowie Eintrittskarten für Theater, Kinos und Museen verwendet werden können. Die detaillierten Nutzungsregeln für die Karte im neuen Haushaltsjahr sollen vom Bildungsministerium vor dem Startdatum bekannt gegeben werden.
Die italienische Regierung hat die Details zur nächsten Auflage des Programms Lehrerkarte bekannt gegeben. Die Hauptänderung, die am 9. März 2026 in Kraft tritt, ist die erhebliche Erweiterung des Empfängerkreises. Erstmals können befristet beschäftigte Lehrer und Vertretungslehrer die Karte nutzen. Schätzungen zufolge werden etwa 253.000 neue Berechtigte zum Programm hinzukommen. Um diese Ausweitung bei unverändertem oder begrenztem Budget zu finanzieren, hat die Regierung beschlossen, den jährlichen Förderbetrag auf 383 Euro pro Person zu senken. Das Problem der Prekarisierung der Beschäftigung im Bildungssektor ist in Italien langwierig. Befristete Lehrer führen seit Jahren Kampagnen für gleiche Rechte und Leistungen durch und argumentieren, dass sie die gleiche Arbeit leisten wie ihre Kollegen mit unbefristeten Verträgen. Die Lehrerkarte als wertvoller Vorteil wurde zu einem der Symbole dieser Ungleichheit. Italienische Medien betonen, dass der Betrag von 383 Euro einen Rückgang von 117 Euro im Vergleich zu den Erwartungen eines Teils der Branche bedeutet, die mit etwa 500 Euro gerechnet hatte. „Il Sole 24 Ore” weist in der Artikelüberschrift auf das Paradox hin: „La carta docente scende a 383 euro (ma si estende ad altri 253mila precari)”. „Il Fatto Quotidiano” informiert direkt: „Carta del docente 2023: riparte con 117 euro in meno”. „Tgcom24” bestätigt das Startdatum und die Reduzierung des Betrags: „Scuola: Carta del docente attiva dal 9 marzo, ma l'importo sarà ridotto”. „Open” schreibt hingegen in einem kritischeren Ton von einer „beffa sulla cifra”, also einem „Schmäh mit dem Betrag”, und unterstreicht die Enttäuschung über die Höhe der Leistung. Die Reaktionen auf die Reform sind unterschiedlich und spiegeln das Dilemma zwischen Verfügbarkeit und Großzügigkeit des Programms wider. Ein Teil der Lehrer und Gewerkschaften sieht die Senkung des Betrags als ungerechtfertigte Kürzung, die die tatsächliche Unterstützung der beruflichen Entwicklung schwächen wird. Andere, darunter wahrscheinlich viele neu berechtigte befristete Lehrer, dürften die Ausweitung des Zugangs als Schritt in die richtige Richtung betrachten, selbst bei einem niedrigeren Betrag. Die Regierungslogik geht davon aus, dass es besser ist, einen größeren Kreis mit Hilfe zu erreichen und die Mittel auf mehr Personen aufzuteilen, als eine höhere Leistung für eine engere, privilegierte Gruppe aufrechtzuerhalten. Die Entscheidung fällt im Kontext der Diskussion über die Verbesserung der Attraktivität des Lehrerberufs und den Kampf gegen Prekarisierung, obwohl die Haushaltsbeschränkungen eine großzügigere Lösung unmöglich machen. Technisch funktioniert die Lehrerkarte als elektronische Plattform, auf die jährlich der zugewiesene Betrag geladen wird. Lehrer können die Mittel für streng definierte Kategorien ausgeben, die normalerweise den Kauf von Lehrbüchern und Unterrichtsmaterialien, die Teilnahme an Kursen und Fortbildungen, den Kauf von Computer- und Technologieausrüstung für die Arbeit sowie Kultur – Eintrittskarten für Theater, Kinos, Museen oder Konzerte – umfassen. Die Ausweitung des Programms erfordert die Information und Schulung Hunderttausender neuer Nutzer. Das Bildungsministerium wird vor dem Start im März detaillierte Richtlinien zur Kontoaktivierung und zur Verwendung der Mittel bekannt geben. Trotz des gesenkten Betrags wird die Übertragung von Hunderten Millionen Euro in den Bildungssektor und verwandte Branchen (Buchhandel, Fortbildung, Kultur) erheblich sein.