Der ehemalige spanische Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero stand vor einem Untersuchungsausschuss des Senats, um sich zu Vorwürfen angeblicher Korruption und undurchsichtiger Verbindungen zur Fluggesellschaft Plus Ultra zu äußern. Zapatero bestritt kategorisch jegliche Beteiligung an dem umstrittenen Rettungsprozess des Unternehmens mit einer Summe von 53 Millionen Euro. Der Politiker räumte jedoch ein, hohe Honorare für Beratungsdienstleistungen erhalten zu haben, was die oppositionelle Volkspartei als Beweis für seine unethische Bereicherung und Verbindungen zum venezolanischen Regime wertete.
Bestreitung der Beteiligung an der Rettung des Unternehmens
Zapatero wies die Vorwürfe, für die Vergabe von 53 Millionen Euro staatlicher Beihilfen für Plus Ultra lobbyiert zu haben, kategorisch zurück und nannte die Anschuldigungen Lügen.
Undurchsichtige Einkünfte aus Beratungstätigkeit
Der ehemalige Premierminister räumte ein, 70.000 Euro pro Jahr mit Beratungsdienstleistungen verdient zu haben, die unter anderem die Erstellung mündlicher Berichte für nicht offengelegte Kunden umfassten.
Vermittlung in den Beziehungen zu Venezuela
Es wurde bestätigt, dass Zapatero den Kontakt zwischen spanischen Geschäftsleuten und Nicolás Maduro erleichterte, was der Politiker mit dem Schutz einheimischer Kapitalinteressen im Ausland begründete.
Fehlende gerichtliche Schritte der Opposition
Trotz scharfer Anschuldigungen im Senat kündigte die Volkspartei an, vorerst weiterhin auf politischem und nicht auf juristischem Weg vorzugehen.
Die Anhörung von José Luis Rodríguez Zapatero vor dem Senatsausschuss, der den Koldo-Fall untersucht, wurde zum Schauplatz eines scharfen politischen Schlagabtauschs. Hauptgegenstand der Ermittlungen ist die Rolle des Ex-Premiers bei der Vergabe von 53 Millionen Euro staatlicher Beihilfen an die Fluggesellschaft Plus Ultra im Jahr 2021. Zapatero bezeichnete die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wiederholt als „enormes falsedades” (enorme Lügen) und betonte, niemals bei der aktuellen Regierung für diese Firma lobbyiert zu haben. Kontroversen löste jedoch sein Eingeständnis aus, ein Jahresgehalt von 70.000 Euro von einer Firma seines engen Freundes erhalten zu haben, der nun selbst in die Ermittlungen verwickelt ist. Während der mehrstündigen Aussage musste sich der Politiker für die Art seiner Beratungsdienstleistungen rechtfertigen. Er gab zu, dass der Großteil seiner Einkünfte aus der Erstellung von „mündlichen Berichten” für anonyme Kunden stammte, was bei der Opposition den Verdacht mangelnder Transparenz weckte. Zapatero bezog sich auch auf die Vorwürfe von Victor de Aldama, dem Hauptverdächtigen in der Affäre, der behauptet hatte, dem Ex-Premier ein Paket vom Vizepräsidenten Venezuelas übergeben zu haben. Zapatero nannte diese Enthüllungen „patraña” (Unsinn) und bestritt entschieden, Anteile an Goldminen in dem Land zu besitzen. Gleichzeitig bestätigte er, im Rahmen einer „guten Willens-Mission” ein Treffen zwischen einem Vertreter von Air Europa und Nicolás Maduro vermittelt zu haben, was er mit der Notwendigkeit begründete, spanische Wirtschaftsinteressen im Ausland zu schützen. Der spanische Senat, in dem die konservative Volkspartei (PP) die Mehrheit hält, ist durch eine Reihe von Untersuchungsausschüssen zu früheren und aktuellen Skandalen zum Hauptzentrum des politischen Drucks auf die sozialistische Regierung von Pedro Sánchez geworden.Die rechte Opposition der Volkspartei erklärte, die Anhörung habe die Tatsache „akreditiert”, dass sich Zapatero durch Kontakte zum Regime in Caracas bereichert habe. Vertreter der PP deuteten sogar an, der Politiker könnte bald vor der Audiencia Nacional erscheinen. Die regierende Linke wiederum beschuldigte die Konservativen einer „Hexenjagd” und dem Versuch, eigene Imageprobleme durch Angriffe auf die Familie des Ex-Premiers zu überdecken, einschließlich seiner Töchter, deren geschäftliche Aktivitäten ebenfalls Gegenstand der Ausschussfragen wurden. „Todo lo que se ha dicho de mí sobre Plus Ultra son falsedades, enormes falsedades” (Alles, was über mich im Zusammenhang mit Plus Ultra gesagt wurde, sind Lügen, enorme Lügen) — José Luis Rodríguez Zapatero „Soy leal al PSOE hasta el último día de mi vida” (Ich bin dem PSOE bis zum letzten Tag meines Lebens treu) — José Luis Rodríguez Zapatero
Perspektywy mediów: Linke Medien betonen das Fehlen harter Beweise gegen Zapatero und stellen den Ausschuss als politisches Spektakel dar, das die PP für die Wahlen inszeniert. Rechte Medien konzentrieren sich auf die mangelnde Transparenz bei Zapateros Einkünften und seine Rolle als inoffizieller Vermittler zwischen Madrid und dem Maduro-Regime.
Mentioned People
- José Luis Rodríguez Zapatero — Ehemaliger spanischer Premierminister (2004–2011), der wegen mutmaßlicher Korruption und Lobbyismus vernommen wurde.
- Victor de Aldama — Geschäftsmann und Hauptverdächtiger in der Koldo-Affäre, dessen Aussagen Politiker der Linken belasten.
- Javier Hidalgo — Unternehmer mit Verbindungen zu Air Europa, dessen Kontakte zur venezolanischen Regierung von Zapatero erleichtert wurden.
- Alberto Núñez Feijóo — Vorsitzender der oppositionellen Volkspartei, der von der Regierungsseite für eine brutale Kampagne im Senat kritisiert wird.