Europäische Konzerne aus den Sektoren Versicherungen, Finanzen und Energie haben für das Geschäftsjahr 2025 außergewöhnlich starke Ergebnisse gemeldet. Marktführer wie Allianz, Swiss Re und Axa verzeichneten Rekordniveaus der Rentabilität, da sie von einem geringeren Ausmaß an Schäden durch Naturkatastrophen profitierten. Trotz volatiler Rohstoffpreise und ungünstiger Wechselkurse zeigten Konzerne wie Eni oder Holcim große operative Widerstandsfähigkeit und kündigten eine Erhöhung der Dividenden sowie umfangreiche Aktienrückkaufprogramme an.
Rekordergebnisse der Versicherer
Swiss Re, Allianz und Munich Re erzielten historische Gewinne dank einer geringeren Anzahl großer Schäden und hoher Erträge aus Investitionen.
Eni widerstandsfähig trotz fallender Ölpreise
Der italienische Konzern übertraf die Erwartungen der Analysten im vierten Quartal, steigerte die Förderung und reduzierte die Verschuldung um 23 Prozent.
Großzügige Renditen für Aktionäre
Die meisten berichtenden Unternehmen kündigten eine Dividendensteigerung (z.B. Swiss Re um 9%) sowie milliardenschwere Aktienrückkaufprogramme an.
Die letzten Februartage 2026 brachten eine Welle der Begeisterung an den europäischen Finanzmärkten, als die größten Kapitalgruppen ihre Jahresberichte für 2025 präsentierten. Der absolute Wachstumsführer erwies sich als der Versicherungssektor. Der Schweizer Gigant Swiss Re gab einen Nettogewinn von 4,8 Milliarden US-Dollar bekannt, was ein beeindruckendes Wachstum von 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dieses Ergebnis ist umso bedeutender, da das Unternehmen mit hohen Rückstellungen für Zivilklagen in den USA zu kämpfen hatte. Eine ähnliche Dynamik zeigte die deutsche Gruppe Munich Re, die einen Rekordgewinn von 6,12 Milliarden Euro erzielte. Die Vorstände beider Unternehmen kündigten eine großzügige Politik der Gewinnbeteiligung der Aktionäre durch Dividenden und Buybacks an. Der Energiesektor, vertreten durch den italienischen Konzern Eni, zeigte eine außergewöhnliche Kostendisziplin angesichts fallender Öl- und Gaspreise. Obwohl der bereinigte Jahresnettogewinn um 5 Prozent auf knapp 5 Milliarden Euro fiel, erwies sich das vierte Quartal 2025 als außerordentlich stark. Das Unternehmen steigerte die Produktion auf 1,84 Millionen Barrel pro Tag und verkürzte die Zeit bis zur Inbetriebnahme neuer Felder auf nur 3,5 Jahre. In der Baustoffbranche verzeichnete der Konzern Holcim einen nominalen Gewinnrückgang von 73 Prozent, was jedoch ein bilanzielles Ergebnis im Zusammenhang mit dem Rückzug vom nigerianischen Markt war. Nach Bereinigung um Währungseffekte meldete das Unternehmen ein stabiles organisches Wachstum, was den Trend einer gesunden Verfassung der europäischen Schwerindustrie bestätigt. Nach der Energiekrise der Jahre 2022-2023 traten die Finanzmärkte in eine Stabilisierungsphase ein, in der die operative Effizienz und die Diversifizierung der Einnahmequellen zum Schlüsselfaktor für den Erfolg wurden. Im Logistik- und Dienstleistungssektor brach das italienische Poste Italiane Rekorde und erzielte die höchsten Einnahmen seiner Geschichte (13,1 Mrd. Euro). Die Transformation von einer klassischen Post zu einem Paketdienstleister und Finanzdienstleister trägt messbare Früchte, was das Wachstum des Logistiksegments um fast 10 Prozent verdeutlicht. Das Jahr 2025 schrieb sich auch positiv in die Ergebnisse von Rolls-Royce ein, das einen Nettogewinnanstieg von 37 Prozent verzeichnete und laut Analysten zu einer „Gelddruckmaschine“ wurde. Die positiven Signale aus so vielen Sektoren deuten darauf hin, dass sich die europäische Wirtschaft an höhere Zinssätze und eine instabile geopolitische Lage angepasst hat und damit die Grundlagen für weiteres Wachstum im Jahr 2026 schafft. „The performance of 2025 confirms the effectiveness of our strategy. A resilient business model allows us to create value even in a challenging market environment.” (Die Leistung von 2025 bestätigt die Wirksamkeit unserer Strategie. Ein widerstandsfähiges Geschäftsmodell ermöglicht es uns, auch in einem herausfordernden Marktumfeld Wert zu schaffen.) — Generaldirektor des italienischen Energiekonzerns Eni.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Rekordgewinne der Konzerne als Beweis für die Stabilität der Wirtschaft unter den derzeitigen Regierungen und die Wirksamkeit der Energiewende. Konservative Medien weisen auf die Belastungen durch Klimaregulierungen hin, die Giganten wie Holcim zu kostspieligen Desinvestitionen zwingen.
Mentioned People
- Claudio Descalzi — Generaldirektor des italienischen Energiekonzerns Eni.
- Matteo Del Fante — Generaldirektor von Poste Italiane, verantwortlich für die digitale Transformation des Unternehmens.
- Christoph Jurecka — Vorstandsvorsitzender der Munich Re.