Die Spezialdienste Belgiens und Frankreichs haben in der Nacht eine koordinierte Operation in der Nordsee durchgeführt und den Tanker „Ethera“ beschlagnahmt, der zur sogenannten russischen Schattenflotte gehört. Die Aktion, die einen Abseileinsatz von Hubschraubern umfasste, stieß auf begeisterte Reaktionen aus Kiew und Vergeltungsdrohungen aus Moskau. Gleichzeitig blockierten Greenpeace-Aktivisten im Hafen von Dünkirchen ein Schiff, das russisches Uran transportierte, und warfen die Frage der Umgehung von Energiesanktionen auf.
Beschlagnahme des Tankers Ethera
Die Dienste Belgiens und Frankreichs hielten ein russisches Schiff der Schattenflotte während eines nächtlichen Abseileinsatzes in der Nordsee fest.
Uran-Blockade in Dünkirchen
Greenpeace unterbrach die Entladung russischen Kernbrennstoffs, was zu einem Polizeieinsatz und Festnahmen führte.
Russische Vergeltungsdrohungen
Moskau wirft den westlichen Ländern Piraterie vor und kündigt eine Reaktion auf die Festsetzung ihrer Schiffe an.
In den Gewässern der Nordsee kam es zu einer beispiellosen Marineoperation, bei der belgische und französische Kräfte das Schiff „Ethera“ beschlagnahmten. Dieses Schiff wird als Teil der Schattenflotte identifiziert, die dem Kreml zur Umgehung internationaler Restriktionen dient. Medienberichten zufolge seilten sich französische Kommandos von Hubschraubern auf das Deck ab und unterstützten so belgische Patrouilleneinheiten. Russland protestierte offiziell gegen diese Maßnahmen, behauptete, nicht über die Gründe für die Festsetzung des Schiffes informiert worden zu sein, und bezeichnete den Vorfall als „Piraterie“. Seit der Einführung der Preisobergrenze für russisches Öl im Jahr 2022 hat Moskau Hunderte von Schiffen in exotischen Rechtsgebieten registriert, um den Rohstoffhandel trotz der Sanktionen der EU und der G7 fortzusetzen. Parallel dazu kam es in Dünkirchen zu einer Konfrontation zwischen Umweltschützern und den Behörden. Aktivisten der Organisation Greenpeace blockierten die Entladung von Uran aus Russland und argumentierten, dass der Handel mit Kernbrennstoff eine legale Lücke bleibe, durch die Paris indirekt Kriegshandlungen finanziere. Die französische Polizei griff ein und nahm vier Teilnehmer des Protests fest. Dieses Ereignis wirft ein Schlaglicht auf die schwierigen energiepolitischen Abhängigkeiten Westeuropas, das trotz Diversifizierungsbekenntnissen im Bereich der zivilen Kernenergie weiterhin auf russische Lieferungen angewiesen ist. „Це важливий крок до послаблення російської військової машини та усунення тіньового флоту з європейських вод.” (Dies ist ein wichtiger Schritt zur Schwächung der russischen Kriegsmaschinerie und zur Beseitigung der Schattenflotte aus europäischen Gewässern.) — Der ukrainische Präsident Der ukrainische Präsident lobte die Maßnahmen der EU-Strafverfolgungsbehörden und nannte sie ein Signal der Entschlossenheit bei der Durchsetzung des Embargos. Das russische Außenministerium kündigte hingegen eine „angemessene Reaktion“ auf „rechtswidrige Akte gegen russisches Seevermögen“ an. Experten weisen darauf hin, dass die Beschlagnahme der „Ethera“ der Beginn einer neuen Strategie der EU-Staaten sein könnte, die auf die physische Eliminierung problematischer Schiffe aus dem globalen Handelsverkehr abzielt.
Mentioned People
- Wołodymyr Zełenski — Der ukrainische Präsident, der die Aktion zur Beschlagnahme des Tankers lobte.