Die europäischen Finanzmärkte reagierten mit panikartigem Aktienverkauf auf die Eskalation des bewaffneten Konflikts im Iran. Der Index der Börse in Mailand fiel um fast 4 Prozent und verlor damit am meisten unter den wichtigen Handelsplätzen des Kontinents. Gleichzeitig stiegen die Erdgaspreise an der niederländischen Börse TTF um über 20 Prozent und überschritten die Marke von 60 Euro pro Megawattstunde. Experten warnen vor einer Rückkehr hoher Inflation und einer Destabilisierung der Energieversorgung in die Europäische Union.

Crash an europäischen Börsen

Die Indizes in Mailand und Madrid verloren fast 4 Prozent an Wert als Reaktion auf die Eskalation des Konflikts.

Drastischer Anstieg der Gaspreise

Der Rohstoff verteuerte sich um 22 Prozent und überschritt die Barriere von 60 Euro pro MWh, was ein Rekord seit zwei Jahren ist.

Drohungen der Vergeltung durch Pasdaran

Die iranische Nationalgarde droht mit Angriffen auf wirtschaftliche Ziele im Nahen Osten als Antwort auf die Luftangriffe.

Inflationsrisiko in der EU

Die EZB warnt, dass steigende Energiekosten die Beibehaltung hoher Zinssätze für längere Zeit erzwingen könnten.

Die Eskalation der Kriegshandlungen im Iran löste einen Nachbeben auf den globalen Finanzmärkten aus und führte zu einem der schwärzesten Tage an europäischen Börsen seit der Energiekrise. Am stärksten betroffen war der Handelsplatz in Mailand, wo der FTSE MIB-Index mit einem Verlust von 3,92 Prozent schloss. Ähnliche Stimmungen herrschten in Madrid, Paris und Zürich. Investoren verkauften panikartig Aktien und suchten nach sicheren Häfen, was zu einem steilen Anstieg der Renditen italienischer Staatsanleihen (BTP) führte. Der Spread, also die Differenz zwischen den Zinssätzen der Schulden Italiens und Deutschlands, sprang auf über 70 Basispunkte, was die wachsenden Sorgen um die finanzielle Stabilität der Eurozone angesichts des neuen Konflikts im Nahen Osten widerspiegelt. Die Lage auf dem Energierohstoffmarkt ist kritisch. Der Preis für Erdgas in Terminkontrakten stieg an einem Tag um 22 Prozent und erreichte die höchsten Niveaus seit 2022. Obwohl Daten für Februar auf einen leichten Kostenrückgang für die ärmsten Verbraucher im Rahmen von Arera hindeuteten, warnen Experten wie Davide Tabarelli, dass der aktuelle Krieg zu 15-prozentigen Erhöhungen der Gasrechnungen und 10-prozentigen Anstiegen der Strompreise führen wird. Die Organisation Codacons schätzt, dass die jährliche Belastung einer durchschnittlichen italienischen Familie um bis zu 818 Euro steigen könnte, wenn die hohen Rohstoffpreise längerfristig anhalten. Der Energiesektor stellt seit Jahrzehnten ein Schlüsselinstrument der geopolitischen Spiel Teherans dar, und jede Destabilisierung in der Region des Persischen Golfs hat historisch zu heftigen Angebotsschocks auf dem Öl- und Gasmarkt geführt. Die wirtschaftlichen Aussichten für die Europäische Union haben sich drastisch verschlechtert. Die Europäische Zentralbank signalisiert, dass der Konflikt im Iran droht, die Spirale der Inflation erneut anzuheizen, was geplante Zinssenkungen in Frage stellt. Ein weiterer Risikofaktor ist der wachsende Druck auf Handelsrouten. Die iranischen Pasdaran drohten mit Angriffen auf alle wirtschaftlichen Zentren in der Region, wenn die Luftangriffe auf ihr Territorium fortgesetzt werden. Experten weisen darauf hin, dass eine vollständige Blockade der Straße von Hormuz ein sogenannter „Game Changer“ wäre, der die Öllieferungen nicht nur nach Europa, sondern auch nach China lähmen würde. „Esortiamo l'Ue a sospendere l'Ets in via emergenziale” (Wir fordern die EU auf, den ETS im Notfall auszusetzen.) — Federacciai

Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Notwendigkeit europäischer Solidarität und eines schnelleren Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen als Rezept auf den Energieerpressung Teherans. Konservative Medien konzentrieren sich auf die Kosten für Familien, kritisieren die EU-Klimapolitik und fordern die Aussetzung von Emissionsgebühren.

Mentioned People

  • Davide Tabarelli — Präsident von Nomisma Energia, der die Prognosen für steigende Gas- und Energierechnungen kommentiert.