Die europäischen Parkette beendeten den Februar in relativ guter Stimmung, trotz vorheriger Volatilität, die durch eine Korrektur im Technologiesektor ausgelöst wurde. Während sich die Wall Street mit einer Abkühlung der Begeisterung rund um künstliche Intelligenz auseinandersetzen musste, verzeichneten die Börsen in Mailand, Paris und Madrid Zuwächse oder Stabilisierung. Investoren konzentrierten sich auf die Veröffentlichung von Unternehmensergebnissen und Inflationsdaten, die Hoffnung auf eine mildere Geldpolitik der Zentralbanken in den kommenden Monaten geben.
Widerstandsfähigkeit europäischer Indizes
Börsen in Mailand und Madrid verzeichnen trotz Korrektur im Technologiesektor in den Vereinigten Staaten Rekordniveaus.
Korrektur bei Nvidia und im KI-Sektor
Der Wertverlust von Nvidia um über 5 Prozent löste eine Diskussion über eine potenzielle Spekulationsblase im Sektor der künstlichen Intelligenz aus.
Positive Daten aus Asien
Der japanische Nikkei bricht erneut Rekorde, und die chinesischen Märkte hoffen auf staatliche Unterstützung für neue Technologien.
Inflation im Fokus
Inflationsdaten aus Europa geben Hoffnung auf Zinssenkungen, was Käufe von Aktien traditioneller Unternehmen stimuliert.
Die letzte Handelssitzung im Februar auf den europäischen Märkten stand im Zeichen vorsichtigen Optimismus. Obwohl der amerikanische Halbleiterriese Nvidia während der Handelssitzung in den USA am 26. Februar einen Kursrückgang von 5,47 Prozent verzeichnete, was theoretisch die globale Stimmung hätte dämpfen sollen, zeigten sich die Märkte auf dem Alten Kontinent sehr widerstandsfähig. Baisse im Technologiesektor wurde durch solide Finanzergebnisse von Unternehmen aus der Industrie-, Automobil- und Finanzbranche ausgeglichen. In Mailand verzeichnete der FTSE-MIB-Index Zuwächse, gestützt durch die positive Reaktion der Investoren auf die Veröffentlichungen der Unternehmen Stellantis, Nexi und Eni, obwohl deren Finanzberichte für 2025 gemischt ausfielen. An der spanischen Börse näherte sich der Ibex-35-Index der Grenze von 18.500 Punkten und markierte damit neue historische Rekorde. Investoren weltweit verfolgten aufmerksam makroökonomische Daten, insbesondere solche zur Inflation, die entscheidend für die künftigen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank sind. In Asien war die Lage hingegen differenzierter. Der japanische Nikkei-Index verschob erneut die Grenzen rekordverdächtiger Niveaus, was den ungebrochenen Appetit auf japanische Vermögenswerte widerspiegelt, trotz Signalen einer möglichen Überhitzung des Marktes. In China beobachteten Investoren aufmerksam Ankündigungen über erhöhte Ausgaben für IT-Infrastruktur und die Entwicklung heimischer KI-Technologien, die als Gegengewicht zu den vom Westen eingeführten Handelsbeschränkungen dienen sollen. Es ist bemerkenswert, dass, obwohl einige Technologieunternehmen in Asien nach den Kursverlusten von Nvidia unter Druck gerieten, die allgemeine Stimmung aufgrund der Erwartungen an fiskalische Stimulierungsmaßnahmen in Peking positiv blieb. Auch die polnische Börse versuchte, Verluste aus den Vortagen aufzuholen. Der WIG20-Index zeigte nach einer Phase deutlicher Abschläge Anzeichen von Nachfrage, obwohl die globale Verunsicherung rund um die Bewertung von Technologieunternehmen weiterhin die Volatilität der Notierungen in Warschau beeinflusst. Historisch durchliefen Finanzmärkte zahlreiche Zyklen der Faszination für neue Technologien, von der Eisenbahnmanie im 19. Jahrhundert bis zur Dotcom-Blase im Jahr 2000. Die aktuelle Debatte über die Bewertung von KI-Unternehmen fügt sich in dieses wiederkehrende Muster der Suche nach einer neuen Basis für Wirtschaftswachstum ein. Die Aussichten für den März bleiben mäßig optimistisch, obwohl Analysten vor übermäßiger Selbstsicherheit warnen. Ein Schlüsselfaktor bleibt die Rentabilität von Staatsanleihen sowie das Tempo, mit dem sich die Inflation den von den Zentralbanken gesetzten Zielen nähert. In Europa ziehen Fusionen und Übernahmen im Bankensektor besondere Aufmerksamkeit auf sich, was an der Volatilität der Kurse von Mps oder Mediobanca zu sehen ist. Die Kapitalrotation, also die Verlagerung von Mitteln aus stark überbewerteten Technologieunternehmen in traditionelle Sektoren wie Bergbau oder Energie, scheint der dominierende Trend am Ende des ersten Quartals 2026 zu sein. Die Stabilisierung der Kurse nach einer Korrekturwelle deutet darauf hin, dass der Markt bereit für eine Konsolidierung ist, sofern keine neuen negativen geopolitischen Signale auftauchen. „European shares set for eighth straight month of gains, buoyed by earnings.” (Europäische Aktien auf dem Weg zum achten Monat in Folge mit Gewinnen, gestützt durch Unternehmensergebnisse.) — Analyst bei Reuters
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Stabilität der EU-Wirtschaft und Erfolge im Kampf gegen die Inflation als Grund für die Kursgewinne. Konservative Medien konzentrieren sich auf die Gefahren durch Spekulationsblasen im KI-Sektor und das Risiko einer Verlangsamung.
Mentioned People
- Jensen Huang — Der Geschäftsführer von Nvidia, dessen Finanzergebnisse die Stimmung im Technologiesektor bestimmen.