Das laufende Festival in Sanremo steht im Zeichen von Rekordzuschauerzahlen, aber auch wachsenden regulatorischen Kontroversen. Während sich Carlo Conti über die höchsten Quoten bei jungen Zuschauern seit Jahrzehnten freut, hat der öffentlich-rechtliche Sender Rai ein Untersuchungsverfahren gegen Malika Ayane eingeleitet. Es geht um die Übereinstimmung des Titels ihres Wettbewerbsliedes mit einer Kosmetiklinie, die die Künstlerin bewirbt. Der vierte Abend brachte auch die Rückkehr bekannter Persönlichkeiten auf die Bühne, darunter Giorgia Cardinaletti, sowie kontroverse satirische Monologe.
Ermittlungen von Rai wegen Schleichwerbung
Der öffentlich-rechtliche Sender prüft die Übereinstimmung des Liedtitels von Malika Ayane mit der von ihr beworbenen Kosmetiklinie im Hinblick auf einen Verstoß gegen Werberegeln.
Rekordzuschauerzahlen bei jungen Leuten
Carlo Conti verzeichnete einen historischen Erfolg bei den Quoten in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen, was die Wirksamkeit der überarbeiteten Formel bestätigt.
Kritik an satirischen Auftritten
Der Monolog von Alessandro Siani sowie der Auftritt von Vincenzo Schettini stießen aufgrund mangelnder Tiefe und der Vermeidung von Kontroversen auf gemischte Kritiken.
Das Festival der Italienischen Musik in Sanremo, das unbestrittene Fest der nationalen Kultur, ist in die entscheidende Phase eingetreten und erzeugt gleichzeitig enorme Reichweiten und ernsthafte Fragen zur Ethik der Berichterstattung. Der künstlerische Direktor Carlo Conti hat offiziell seine große Zufriedenheit mit den aktuellen Telemetrie-Ergebnissen zum Ausdruck gebracht. Nach verfügbaren Daten verzeichnet die diesjährige Ausgabe historische Marktanteile, insbesondere in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen, was die Erfüllung des Hauptziels der diesjährigen redaktionellen Strategie darstellt. Die Feststimmung wurde jedoch durch die Einleitung eines Überprüfungsverfahrens durch Rai bezüglich des Auftritts von Malika Ayane getrübt. Es geht um den Titel „Animali notturni”, der identisch mit dem Namen eines Kosmetik-Sets ist, das die Künstlerin zeitgleich bewirbt. Der öffentlich-rechtliche Sender muss klären, ob es zu verbotener Schleichwerbung im Programm gekommen ist, was in der Vergangenheit bereits zu empfindlichen Geldstrafen für den Sender führte. Auf der Bühne des Teatro Ariston erregen nicht nur musikalische Aspekte Emotionen, sondern auch Gastauftritte von Persönlichkeiten aus Medien und Wissenschaft. Die Journalistin Giorgia Cardinaletti ist zum Moderatorenteam gestoßen, was als Stärkung des Prestiges der Veranstaltung aufgenommen wurde. Kontroversen löste hingegen der Auftritt des Wissenschaftspopularisators Vincenzo Schettini aus. Obwohl sein Monolog das Thema Jugendabhängigkeit behandelte, bemerkten Kritiker, dass er die in den Medien geführte Debatte um seine eigenen Lehrmethoden völlig aussparte. Alessandro Siani hingegen, der als geheimnisvoller „Mister X” auftrat, stieß bei den Kritikern auf kühle Aufnahme. Seine Satire, die sich unter anderem gegen Prominente wie Lapo Elkann oder Can Yaman richtete, wurde als abgeleitet und ohne erwartete Pointe bewertet. Die Anfänge des Sanremo-Festivals reichen bis ins Jahr 1951 zurück, als die Veranstaltung darauf abzielte, die italienische Wirtschaft und Kultur nach dem Zweiten Weltkrieg zu beleben, und sich im Laufe der Zeit zum weltweiten Vorbild für den Eurovision Song Contest entwickelte.Ein interessanter finanzieller Aspekt betrifft die Beteiligung von Fedez, der laut Geschäftsanalysen die anderen Teilnehmer hinsichtlich der Einnahmen aus eigenen Unternehmen und Werbeverträgen vor Wettbewerbsbeginn dominiert. Die Presse beobachtet auch die Image-Aspekte der Veranstaltung genau. Carla Gozzi, Expertin für Mode und Etikette, bewertete die redaktionellen Bemühungen zur Wiederherstellung klassischer Eleganz bei der Gala positiv, was im Kontrast zu den skandalträchtigeren Stylings des Vorjahres steht. Dennoch wirft die liberale Presse, darunter „La Repubblica”, den Organisatoren konsequent Anachronismus in der Darstellung von Frauen auf der Bühne vor und behauptet, das Festival behandle Co-Moderatorinnen immer noch als „Dekoration” und ignoriere die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Der vierte Abend, traditionell den Coverversionen gewidmet, bestätigte jedoch, dass Sanremo die wichtigste Plattform für den generationenübergreifenden Austausch in der italienischen Kultur bleibt. „Sono molto contento dello share così alto tra i giovani.” — Carlo Conti
Perspektywy mediów: Liberale Medien wie La Repubblica konzentrieren sich auf die Kritik am Patriarchat und der anachronistischen Rolle von Frauen beim Festival und werfen Rai vor, veraltete Muster zu fördern. Konservative und Branchenpresse legt den Fokus auf den kommerziellen Erfolg, die Rekordquoten sowie die Rückkehr zu traditioneller Eleganz und hohem künstlerischem Niveau.
Mentioned People
- Carlo Conti — Künstlerischer Direktor und Moderator des Sanremo-Festivals 2026.
- Malika Ayane — Sängerin, die am Wettbewerb teilnimmt und Gegenstand eines Untersuchungsverfahrens von Rai ist.
- Alessandro Siani — Komiker in der Rolle eines Special Guests unter dem Pseudonym Mister X.
- Giorgia Cardinaletti — TG1-Journalistin, Co-Moderatorin des vierten Festivalabends.