Laut dem neuesten Bericht „Living 2040“, der in Zusammenarbeit mit dem Portal Nieruchomosci-online.pl erstellt wurde, steht dem polnischen Wohnungsmarkt in den nächsten fünfzehn Jahren eine bedeutende Entwicklung bevor. Obwohl Eigentum die dominierende Wohnform bleiben wird, wird der Anteil der Menschen, die zur Miete wohnen, dynamisch wachsen. Derzeit leben 87 Prozent der Polen in eigenen Wohnungen, einer der höchsten Werte in der Europäischen Union, doch finanzielle Hürden und veränderte Lebensstile werden diesen Trend allmählich abschwächen.

Dominanz des Eigentums schwächt sich ab

Der derzeitige Anteil des Eigentums am Wohnungsmarkt von 87 Prozent wird bis 2040 zugunsten der Miete zurückgehen.

Miete aus Wahl und Notwendigkeit

Junge Menschen wählen Mieten für Mobilität, während andere aufgrund fehlender Kreditwürdigkeit darauf angewiesen sind.

Geringer Anteil an gewerblicher Miete

Polen weist nach wie vor einen der niedrigsten Anteile an gewerblicher Miete in der gesamten Europäischen Union auf.

Die im Bericht „Living 2040“ vorgestellte Analyse deutet auf eine unvermeidliche Veränderung der Wohnstruktur in Polen hin. Experten betonen, dass zwar die traditionelle Bindung an Wohneigentum den polnischen Markt weiterhin prägt, wirtschaftliche und soziale Faktoren jedoch eine Überarbeitung der bisherigen Modelle erzwingen. Derzeit nimmt Polen mit einem Anteil von 87 Prozent der Menschen, die in eigenen Wohnungen leben, eine besondere Position in der Europäischen Union ein und weist gleichzeitig einen der niedrigsten Anteile an gewerblicher Miete auf. Die verbleibenden 13 Prozent des Marktes setzen sich aus einer Mischung aus freifinanzierten Mietwohnungen, Gemeindewohnungen sowie von Familien zur Verfügung gestellten Wohnungen zusammen. Die Autoren der Studie haben drei Entwicklungsszenarien bis 2040 erstellt. Jedes davon geht von einem Rückgang des Eigentumsanteils zugunsten der Miete aus, wobei das Ausmaß dieser Veränderung je nach den zugrunde gelegten Annahmen variiert. Dieses Phänomen hat zwei Gesichter. Einerseits wird Mieten für jüngere Generationen zu einer bewussten Wahl, die berufliche Mobilität und ein geringeres finanzielles Risiko durch den Verzicht auf langfristige Verschuldung bietet. Andererseits wächst die Gruppe der Menschen, die aufgrund geringer Verfügbarkeit von Hypothekendarlehen und drastisch hoher Immobilienpreise auf den Mietmarkt gedrängt werden, was selbst Personen mit durchschnittlichem Einkommen den Kauf einer ersten Wohnung unmöglich macht. Der historisch hohe Anteil an Wohneigentum in Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas ist eine direkte Folge der Privatisierung staatlicher und betrieblicher Wohnungsbestände nach 1989, als die damaligen Mieter ihre Wohnungen mit einem erheblichen Preisnachlass erwerben konnten.Prognosen deuten darauf hin, dass sich der Markt durch die Entwicklung des Sektors für institutionelle Miete (PRS) an die neuen Realitäten anpassen muss. Die zunehmende Beliebtheit des Lebens zur Miete wird sich auch auf den Bausektor auswirken, der möglicherweise häufiger Projekte für Großinvestoren statt für Privatkunden realisiert. „Najem dla części osób staje się świadomie wybieranym modelem życia, który daje elastyczność, brak długoterminowych zobowiązań i mniejsze ryzyko finansowe.” (Für einen Teil der Menschen wird Mieten zu einem bewusst gewählten Lebensmodell, das Flexibilität, keine langfristigen Verpflichtungen und ein geringeres finanzielles Risiko bietet.) — Bericht Living 2040

Perspektywy mediów: Betonen die Notwendigkeit einer größeren staatlichen Rolle im sozialen Wohnungsbau und des Schutzes von Mietern vor willkürlichen Preiserhöhungen durch Bauträger. Betont das Recht auf Eigentum und deutet an, dass der Rückgang der Wohnungsverfügbarkeit auf eine schlechte Kreditpolitik und übermäßige Bauvorschriften zurückzuführen ist.