Die Regierung Kataloniens befindet sich in einer Sackgasse, nachdem die Partei ERC offiziell einen Änderungsantrag zur vollständigen Ablehnung des Haushaltsentwurfs eingereicht hat. Präsident Salvador Illa sieht sich mit der Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen konfrontiert, was der Führer der Republikanischen Linken, Oriol Junqueras, als "politischen Selbstmord" der Sozialisten bezeichnete. Unterdessen hat Bürgermeister Xavier García Albiol in Badalona einen beispiellosen Kampf gegen touristische Vermietungen angekündigt und die Abschaffung aller derartigen Unterkünfte bis 2028 in Aussicht gestellt.

ERC blockiert Haushalt Kataloniens

Die Unabhängigkeitspartei reichte einen Änderungsantrag zur Ablehnung des Entwurfs ein und fordert volle Kontrolle über die IRPF-Erhebung.

Badalona verbietet Tourismuswohnungen

Bürgermeister Albiol kündigte die Abschaffung aller touristischen Unterkünfte bis 2028 zum Schutz der Einwohner an.

Streit um Verwaltungsausgaben

Der Haushaltsentwurf sieht einen 37-prozentigen Anstieg der Mittel für TV3 sowie eine Gehaltserhöhung des Präsidenten um 10.000 Euro vor.

Wirtschaft geht vor Gericht

Die Organisation Foment del Treplant wird Beschwerde gegen Beschränkungen beim Wohnungskauf durch Investoren beim Verfassungsgericht einreichen.

Die politische Lage in Katalonien hat sich nach der Einreichung eines Änderungsantrags durch die ERC zur vollständigen Ablehnung des Haushaltsentwurfs für 2026 verschärft. Die Formation fordert von der Regierung des PSC die vollständige Übertragung der Einkommensteuererhebung (IRPF) unter regionale Verwaltung, was einen Streitpunkt mit der Zentralregierung in Madrid darstellt. Präsident Salvador Illa warnt, dass eine fehlende Einigung zentrale Investitionen blockieren wird, darunter Gehaltserhöhungen für Lehrer und eine Reform des Gesundheitswesens. Gleichzeitig wirft die Opposition dem Regierungschef Pläne vor, sein eigenes Gehalt um 10.000 Euro pro Jahr zu erhöhen, was angesichts gleichzeitiger Ausgabenerhöhungen für öffentlich-rechtliche Medien und Auslandsvertretungen auf Widerstand bei den Rechtsparteien stößt. Seit der Wiederherstellung der Autonomie Kataloniens im Jahr 1979 bleibt die Frage der Verteilung der Steuereinnahmen zwischen Barcelona und Madrid der heikelste Punkt in den regionalstaatlichen Beziehungen und bestimmt die Stabilität aufeinanderfolgender Kabinette.Parallel dazu kommt es auf lokaler Ebene zu bedeutenden Umwälzungen im Wohnungssektor. Xavier García Albiol, Bürgermeister von Badalona für die Volkspartei, hat einen Plan zur vollständigen Abschaffung von Touristenwohnungen in der Stadt bis 2028 angekündigt. Diese Entscheidung ist umso überraschender, als der Politiker einer Partei entstammt, die normalerweise dem freien Markt zugeneigt ist; jedoch haben steigende Mietpreise und Nachbarschaftskonflikte ihn dazu bewogen, eine Strategie zu übernehmen, die zuvor von den linken Behörden Barcelonas angewandt wurde. Als Reaktion auf diese Pläne und andere Regelungen, die den Immobilienkauf durch Investoren einschränken, hat die Wirtschaftsorganisation Foment del Treplant angekündigt, Beschwerde beim Verfassungsgericht einzureichen, mit der Begründung, dass diese das Eigentumsrecht verletzten. 37,3% — Anstieg der Ausgaben für öffentlich-rechtliche Medien im Haushaltsentwurf KataloniensSpannungen rund um Immobilien sind auch in Alcobendas bei Madrid zu beobachten, wo ein spezielles Protokoll zum Schutz von Eigentümern vor dem Phänomen der wilden Besetzung eingeführt wurde. Das neue Büro soll unmittelbare Rechtshilfe und Koordination mit den Behörden für eine schnelle Räumung der Eindringlinge bieten. All diese Ereignisse zeichnen das Bild eines Spaniens, das mit einer tiefen Wohnungs- und Finanzkrise kämpft, wo der Pragmatismus lokaler Amtsträger zunehmend die parteipolitische Orthodoxie übertrumpft und die Stabilität der Regionalregierungen aufgrund von Streitigkeiten über die Verteilung der Steuereinnahmen am seidenen Faden hängt. „Si Salvador Illa vol anar a eleccions, que hi vagi, però seria el seu suïcidi.” (Wenn Salvador Illa Neuwahlen will, soll er sie abhalten, aber es wäre sein Selbstmord.) — Führer der Republikanischen Linken (ERC), ehemaliger Vizepräsident Kataloniens.

Perspektywy mediów: Medien betonen die Notwendigkeit sozialer Reformen und Investitionen in Bildung und kritisieren den Widerstand der ERC als politische Erpressung. Konservative Presse wirft Illa übermäßige Ausgaben für nationalistische Strukturen und den Versuch einer ungerechtfertigten eigenen Gehaltserhöhung vor.

Mentioned People

  • Salvador Illa — Präsident der Generalitat von Katalonien, Führer der Sozialisten (PSC).
  • Oriol Junqueras — Führer der ERC, ehemaliger Vizepräsident Kataloniens.
  • Xavier García Albiol — Bürgermeister von Badalona für die Volkspartei (PP).