Polen bereitet sich auf einen rekordwarmen Übergang von Februar zu März mit Temperaturen von lokal bis zu 20 Grad Celsius vor. Meteorologen kündigen einen Frühlingsausbruch an, der landesweit landwirtschaftliche und Straßenbauarbeiten aktiviert. In Breslau kam es derweil zu einem schweren Ausfall des Fernwärmenetzes, der die Hälfte der Stadt im entscheidenden Moment des Wetterwechsels von Heizung und Warmwasser abschneidet.
Rekordwärme im Februar
Die Temperaturen in Polen könnten 20 Grad Celsius erreichen, was für diese Jahreszeit ein außergewöhnliches Ergebnis ist.
Heizungskrise in Breslau
Ein großer Netzausfall hat die Hälfte der Stadt von der Heizung abgeschnitten und Verkehrsbehinderungen sowie Unbehagen bei den Bewohnern verursacht.
Probleme mit Schmelzwasser auf den Feldern
Obwohl die Feuchtigkeit die Vegetation begünstigt, steht an vielen Stellen Wasser auf den Feldern und gefährdet den Zustand des Wintergetreides.
Start der Straßenbauarbeiten
Das günstige Wetter ermöglichte es den Straßenbauern in Lublin und Łódź, mit den nachwinterlichen Fahrbahnreparaturen zu beginnen.
Polen steht am Beginn des meteorologischen Frühlings, der sich in diesem Jahr durch eine besonders heftige Erwärmung zeigt. Die Wetterexperten prognostizieren, dass das kommende Wochenende Temperaturen bringt, die im Februar selten vorkommen, stellenweise über 18, ja sogar 20 Grad Celsius, besonders in den südwestlichen Landesteilen. Ein so plötzlicher Wetterumschwung ruft gemischte Reaktionen hervor: von der Begeisterung der Einwohner, die Aktivitäten im Freien planen, bis hin zu Warnungen von Ärzten an Wetterfühlige. Experten weisen darauf hin, dass diese hohen Werte für diesen Zeitraum in der polnischen Klimastatistik rekordverdächtig sein könnten. Die Wettersituation wird jedoch durch eine Infrastrukturkrise in der Hauptstadt Niederschlesiens verkompliziert. Breslau kämpft mit einem umfangreichen Ausfall des Fernwärmenetzes. Wie lokale Medien berichten, wurde ein Großteil der Stadt von Heizung und warmem Leitungswasser abgeschnitten. Technische Dienste, darunter MPWiK, arbeiten an der Behebung des Defekts an der Kreuzung der Kamienna- und Ślężna-Straße, was auch erhebliche Änderungen in der Organisation des Straßenverkehrs und des öffentlichen Nahverkehrs erzwingt. Dieser Ausfall ist besonders schmerzhaft, da die Nächte trotz der tagsüber wärmeren Temperaturen nach wie vor kühl bleiben, was den thermischen Komfort Tausender Bewohner in ihren Wohnungen beeinträchtigt. Der Februar ist in Polen historisch gesehen der unberechenbarste Monat; ausgerechnet im Februar 1929 wurde in Siedlce der nationale Kälterekord von -41 Grad Celsius gemessen, was einen Kontrast zu den aktuellen Klimaerwärmungstrends darstellt.Der Temperaturanstieg wird zum Katalysator für den Agrarsektor und die Infrastruktur. Landwirte analysieren den Zustand der Wintergetreide, die nach einem schneereichen Winter in Regionen wie der Heiligkreuz-Region gute Vegetationsbedingungen haben, obwohl die Schneeschmelze stellenweise Wasseransammlungen verursacht, die die Ernte gefährden. Gleichzeitig beschleunigen Städte wie Lublin, Łódź oder Posen ihre Zeitpläne für Straßenreparaturen und Haltestellenbuchten-Renovierungen und nutzen das günstige Wetterfenster. Auf der Weichsel arbeiten weiterhin Eisbrecher, die Reste der Eisdecke zerkleinern, um die Bildung gefährlicher Eisstaus beim Abfließen der Schmelzwässer aus dem Süden des Landes zu verhindern. „Będzie pogodnie i ciepło. Do 18 st. C na południowym zachodzie kraju” (Es wird sonnig und warm werden. Bis zu 18 Grad C im Südwesten des Landes) — Synoptiker des IMGW Aus langfristiger Perspektive tauchen erste Analysen auf, die nahelegen, dass der Sommer 2026 temperaturmäßig ebenso extrem sein könnte. Obwohl einige Medien vor einer Rückkehr winterlichen Wetters im März warnen und ihn als „Endboss“ des Winters bezeichnen, konzentrieren sich die aktuellen Wettermodelle auf die fortschreitende Dominanz warmer Luftmassen. In Küstenstädten wie Gdynia und Koszalin hat die Erwärmung wiederum die nachwinterlichen Vernachlässigungen beim Zustand der Gehwege und der Straßenreinigung offengelegt, was zum Zankapfel zwischen Bewohnern und Kommunalverwaltungen über den Zeitpunkt des Beginns der Frühjahrsputzaktionen wird.
Perspektywy mediów: Medien betonen die Notwendigkeit schneller städtischer Investitionen und der Reaktion auf Ausfälle und weisen auf Verzögerungen bei der Aufräumarbeit nach dem Winter hin. Es werden optimistische Prognosen für die Landwirtschaft und Chancen für eine erfolgreiche Touristensaison dank des frühen Frühlingswetters hervorgehoben.
Mentioned People
- Grzegorz Walijewski — Pressesprecher und Synoptiker des IMGW, der häufig extreme Wetterphänomene in Polen kommentiert.