Der Kantonsrat von Bern hat entschieden, das traditionelle Wappenbild beizubehalten, das einen schwarzen Bären mit roten Pranken, roter Zunge und deutlich sichtbaren, roten Genitalien zeigt. Die Entscheidung beendet eine monatelange öffentliche Debatte, die von linken Politikern angestoßen wurde, die die Aktualität und den Geschmack dieses Details infrage stellten. Historiker, Heraldiker und zahlreiche Traditionsbewahrer sprachen sich gegen eine Änderung aus und argumentierten, dass die Darstellung authentisch und historisch korrekt sei. Der Fall, der von Schweizer Medien mit Humor aufgegriffen wurde, fügt sich in eine breitere Diskussion über die Modernisierung staatlicher Symbole ein.
Entscheidung der Kantonsbehörden
Der Kantonsrat von Bern lehnte alle Anträge auf eine Wappenänderung ab und entschied, dass das traditionelle Bild des Bären mit rotem Penis unverändert bleiben soll. Die Entscheidung fiel nach einer Diskussion im zuständigen Ausschuss, der die historischen Argumente als übergeordnet ansah.
Ursprung der Kontroverse
Die Debatte wurde Ende 2025 durch eine Interpellation von Kantonsräten der Sozialdemokratischen Partei (SP) und der Grünen angestoßen, die die Darstellung als veraltet und potenziell unangemessen ansahen. Sie schlugen vor, das Bild durch Entfernen oder Verkleinern dieses Details abzumildern.
Argumente von Historikern und Traditionalisten
Gegner der Änderungen betonten, dass der Penis des Bären ein integraler, historischer Teil des Wappens sei, der seit Jahrhunderten auf Siegeln und offiziellen Darstellungen erscheine. Sie bezeichneten Versuche, ihn zu entfernen, als Geschichtsfälschung und Nachgeben gegenüber moderner Prüderie.
Medienreaktionen und weiterer Kontext
Schweizer Medien berichteten über den Fall mit einer großen Portion Ironie und humorvollem Abstand. Der Fall des Berner Wappens ist Teil einer nischigen, aber wiederkehrenden Diskussion in der Schweiz über die Modernisierung anderer kantonaler Symbole.
Der Penis des heraldisch dargestellten Bären bleibt auf dem offiziellen Wappen des Schweizer Kantons Bern sichtbar. Der Kantonsrat lehnte alle Änderungsvorschläge für das traditionelle Bild ab und beendete damit die öffentliche Debatte, die die Gesellschaft über Monate gespalten hatte. Die Anfang März 2026 getroffene Entscheidung bedeutet, dass die zentrale Figur des Wappens – ein schwarzer Bär auf goldenem Grund – weiterhin mit roter Zunge, roten Pranken und deutlich sichtbaren, roten Genitalien dargestellt wird. Die Kontroverse um dieses Detail brach Ende 2025 aus, als einige Politiker und Einwohner seine Aktualität und seinen Geschmack infrage stellten. Initiatoren der Debatte waren Kantonsräte der Sozialdemokratischen Partei (SP) und der Grünen, die eine Interpellation zu dieser Frage einreichten. Kritiker argumentierten, die Darstellung sei veraltet und könne heutzutage als unangemessen oder sogar obszön wahrgenommen werden. Sie schlugen vor, die Darstellung durch Entfernen oder Verkleinern dieses Details abzumildern, was ihrer Meinung nach eine Anpassung der Symbolik an moderne Standards gewesen wäre. Dagegen sprachen sich jedoch Historiker, Heraldiker und zahlreiche Traditionalisten aus. Sie betonten, dass die Darstellung authentisch und historisch korrekt sei und nicht das Ergebnis einer späteren obszönen Manipulation. Wie in der Debatte dargelegt wurde, tauchte der Penis des Bären seit Jahrhunderten in offiziellen Darstellungen des Wappens auf. Versuche, ihn zu entfernen, wurden daher als Geschichtsfälschung und Nachgeben gegenüber moderner Prüderie bezeichnet. „Der rote Penis? Das ist doch Geschichte. Wir können nicht einfach einen Teil unserer Geschichte auslöschen, weil er jemandem nicht gefällt.” — Nadja Pieren, Kantonsrätin von Bern (SP) Das Berner Wappen mit dem Bild eines schwarzen Bären auf goldenem Grund reicht mindestens bis ins 13. Jahrhundert zurück, und die frühesten erhaltenen Darstellungen stammen von Stadtsiegeln aus dem Jahr 1224. Der Bär war schon immer das Symbol der Stadt, und ihr Name (Bern) soll laut Legende von dem ersten Tier stammen, das der Stadtgründer, Bertold V. von Zähringen, in den dortigen Wäldern erlegte. In der europäischen Heraldik war die Darstellung von Tieren mit naturalistischen anatomischen Merkmalen, einschließlich Genitalien, eine gängige Praxis, um Stärke und Fruchtbarkeit zu betonen, obwohl in späteren Jahrhunderten viele solcher Darstellungen sterilisiert wurden. Die Entscheidung des Kantonsrats stieß in den Schweizer Medien überwiegend auf positive Resonanz, die den Fall mit einer großen Portion Ironie und humorvollem Abstand behandelten. Artikelüberschriften betonten oft scherzhaft die Absurdität der gesamten Diskussion aus Sicht eines externen Beobachters. Der Fall des Berner Wappens fügt sich in eine breitere, wenn auch nischige Diskussion in der Schweiz über die Modernisierung staatlicher und kantonaler Symbole ein. In der Vergangenheit betrafen ähnliche Kontroversen andere Wappen, zum Beispiel das des Kantons Appenzell Innerrhoden, dessen Wappen eine Bärin mit Jungen zeigt, oder der Stadt Zürich mit einem Löwen mit herausgestreckter Zunge und Pranken. In jedem dieser Fälle setzten sich die Argumente der historischen Kontinuität und Treue zum traditionellen Muster durch. Die Entscheidung in Bern bestätigt einen starken Konservatismus im Umgang mit dem nationalen Erbe, bei dem der Wert historischer Authentizität über modernen Trends oder Empfindlichkeiten steht. Die Debatte, trotz ihres lokalen und scheinbar trivialen Charakters, legte einen tieferen Konflikt darüber offen, wie eine Gesellschaft ihre Symbolik verwaltet und welche Narrative – traditionelle oder progressive – dabei Vorrang haben.
Mentioned People
- Nadja Pieren — Kantonsrätin von Bern von der Sozialdemokratischen Partei (SP), die sich zur Verteidigung des traditionellen Wappens äußerte.