Der Wahlkampf in Baden-Württemberg tritt in die entscheidende Phase ein. Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz rief bei Kundgebungen im Südwesten Deutschlands zur Mobilisierung auf und warnte davor, kleinere Parteien zu wählen. Er schlug zudem eine umstrittene Reform des Rentensystems vor, die die Leistungen von der Berufserfahrung abhängig macht. Der amtierende Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen wehrt die Angriffe ab und wirft der Union vor, bereits bestehende Lösungen zu kopieren.
Das Finale des Wahlkampfs zum Landtag von Baden-Württemberg wurde von der Präsenz des Bundesvorsitzenden der CDU, Friedrich Merz, dominiert, der versucht, die langjährige Dominanz der Grünen in dieser Region zu durchbrechen. Merz setzte bei seinen Auftritten vor Parteimitgliedern und Wählern auf einen scharfen konfrontativen Kurs und verwendete im Kontext notwendiger Wirtschaftsreformen eine Rhetorik von „Blut und Tränen”. Seine Hauptbotschaft war eine Warnung an Wähler, die eine Unterstützung für die AfD (blau) oder die FDP (gelb) in Erwägung ziehen. Nach Ansicht des Unionsführers würde eine Stimme für diese Parteien letztlich zu einer Fortsetzung der Regierung der Grünen führen, was er mit dem Slogan zusammenfasste, dass wer diese Farben wählt, „am Montag mit den Grünen aufwacht”. Ein zentrales Element des Sozialprogramms, das Merz im Finale des Wahlkampfs vorstellte, ist der Vorschlag einer tiefgreifenden Reform des Rentensystems. Der CDU-Chef sprach sich dafür aus, das Renteneintrittsalter mit der tatsächlichen Dauer der Berufstätigkeit zu verknüpfen, was eine Antwort auf die demografische Krise und den Arbeitskräftemangel sein soll. Dieser Vorschlag stieß auf sofortige Reaktionen der politischen Gegner. Winfried Kretschmann, der amtierende Ministerpräsident, distanzierte sich von den Forderungen der CDU und behauptete ironisch, dass viele der „neuen” Ideen der Union bereits seit langem von seinem Kabinett umgesetzt würden. Kretschmann betont die Stabilität und Wirksamkeit des bisherigen Regierungsmodells, das Umweltschutz mit den Interessen der in der Region starken Industrie verbindet. Baden-Württemberg, eine traditionelle Hochburg des Konservatismus, steht seit 2011 unter der Führung von Winfried Kretschmann, dem ersten grünen Ministerpräsidenten in der Geschichte Deutschlands. Die Wahlen in diesem Bundesland gelten als entscheidender Stimmungstest vor den Bundestagswahlen. Die Atmosphäre im Südwesten Deutschlands bleibt angespannt, da Umfragen einen ausgeglichenen Kampf zwischen den beiden Hauptkräften zeigen. Merz versucht, das konservative Stammwählerpotenzial zu mobilisieren, indem er Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft betont, während die Grünen für die Fortsetzung des bewährten Kurses werben. Das Ergebnis der Abstimmung am Sonntag wird direkte Auswirkungen auf die Position von Friedrich Merz als Kanzlerkandidat haben und sein Mandat bestätigen oder schwächen, die gesamte deutsche Rechte im kommenden Wahlzyklus anzuführen. „Wer blau oder gelb wählt, wacht am Montag grün auf.” — Friedrich Merz <bias left=