Das argentinische Oberhaus hat endgültig ein Paket aus Wirtschafts- und Arbeitsreformen angenommen, was den größten politischen Sieg von Präsident Javier Milei seit seiner Amtseinführung darstellt. Das neue Gesetz macht den Arbeitsmarkt drastisch flexibler, senkt die Kosten für Abfindungen und verlängert die Probezeiten. Die Abstimmung fand in einer Atmosphäre heftiger Proteste in Buenos Aires statt, während die Regierung argumentiert, die Veränderungen seien notwendig, um die Hyperinflation einzudämmen und ausländisches Kapital in das krisengeschüttelte Land zu locken.
Flexibilisierung des Arbeitsmarktes
Ein System, das Entlassungen erleichtert und die Probezeiten von Arbeitnehmern verlängert, wurde gebilligt, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu erhöhen.
Niedrigeres Strafmündigkeitsalter
Der Senat beschloss, die Schwelle der strafrechtlichen Verantwortung auf 14 Jahre zu senken, um Jugendkriminalität zu bekämpfen.
Heftige soziale Proteste
Die Annahme der Gesetze löste massive Demonstrationen und Auseinandersetzungen mit der Polizei vor dem Kongressgebäude in Buenos Aires aus.
Öffnung für Investoren
Die Reform ist ein Signal für ausländische Märkte über die Entschlossenheit der Regierung, die argentinische Wirtschaft zu liberalisieren.
Der argentinische Senat hat nach einer langen und angespannten Sitzung die Kernpunkte der vom Präsidenten Javier Milei vorangetriebenen Arbeitsreform angenommen. 42 Senatoren stimmten für den Entwurf, 28 dagegen, zwei enthielten sich. Dies ist ein Wendepunkt für die libertäre Regierung, die eine komplette Umstrukturierung der Wirtschaftsordnung des Staates anstrebt. Die neuen Vorschriften führen ein System der "Modernisierung der Arbeit" ein, das in der Praxis den Abschied vom traditionellen Modell des Arbeitnehmerschutzes zugunsten marktwirtschaftlicher Mechanismen bedeutet. Die wichtigste Änderung ist die drastische Senkung der Entlassungskosten durch die Einführung eines Abfindungsfonds, was Unternehmer zur Schaffung neuer Arbeitsplätze anregen soll, nach Ansicht der Gegner aber die Beschäftigungsstabilität untergräbt. Darüber hinaus verlängert die Novelle den Probezeit für neu eingestellte Personen, was Unternehmen mehr Freiheit bei der Personalrotation ohne finanzielle Konsequenzen gibt. Die Reform betrifft auch die Frage der Arbeitszeit, indem sie die Einführung von 12-Stunden-Arbeitstagen im Rahmen spezifischer Abrechnungsmodelle ermöglicht. Für die Gewerkschaften, die eng mit der peronistischen Bewegung verbunden sind, ist dies ein offener Angriff auf jahrzehntelang erkämpfte Rechte. Während im Sitzungssaal die Entscheidungen fielen, wurden die Straßen rund um den Kongress zur Bühne von Protesten. Demonstranten lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei und skandierten Parolen über den "Verkauf des Vaterlandes" und Ausbeutung. Parallel dazu nahm das Oberhaus ein umstrittenes Gesetz zur Senkung des Strafmündigkeitsalters von 16 auf 14 Jahre an. Die Regierung begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, die organisierte Kriminalität zu bekämpfen, in die oft Minderjährige hineingezogen werden. Diese Veränderungen, obwohl von einem Teil der Gesellschaft unterstützt, der die mangelnde Sicherheit leid ist, stoßen auf tiefen Widerstand von Organisationen, die sich mit Kinderrechten befassen. Die peronistische Bewegung, die während des größten Teils des 20. Jahrhunderts die argentinische Politik dominierte, baute ein System auf, das auf starkem Sozialschutz und der Macht der Gewerkschaften basierte, was zu einer Versteifung des Arbeitsmarktes und chronischen Haushaltsdefiziten führte. Präsident Milei bezeichnete das Abstimmungsergebnis als historischen Triumph über den "politischen Klüngel", der die Entwicklung Argentiniens blockiert habe. Die Regierung verspricht, dass nach der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes der nächste Schritt eine Reform des Bergbausektors sein wird, einschließlich Änderungen am Gesetz zum Schutz der Gletscher, um Milliardeninvestitionen in Lithium- und Kupferminen freizusetzen. Investoren an der Börse in Buenos Aires reagierten optimistisch und hoffen auf makroökonomische Stabilität. Dennoch kündigen Opposition und Gewerkschaftsbünde bereits an, die Vorschriften vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten und einen Generalstreik zu organisieren. Die Lage im Land bleibt extrem polarisiert, und der Erfolg der Reform wird davon abhängen, ob das versprochene Wirtschaftswachstum schneller eintritt, als die Geduld der von drastischen Ausgabenkürzungen betroffenen Gesellschaft erschöpft ist. „Es un punto de inflexión en nuestra historia, el fin de la era de la decadencia y el comienzo de la Argentina de la libertad.” (Es ist ein Wendepunkt in unserer Geschichte, das Ende der Ära des Niedergangs und der Beginn des Argentiniens der Freiheit.) — Javier Milei
Perspektywy mediów: Medien mit linkem Profil konzentrieren sich auf die brutale Einschränkung von Arbeitnehmerrechten, Umweltgefahren und die Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen. Konservative und Wirtschaftspresse loben den Mut des Präsidenten beim Abbau des dysfunktionalen Systems und sehen in den Reformen eine Chance, die Krise zu überwinden.
Mentioned People
- Javier Milei — Präsident Argentiniens, Initiator eines radikalen Pakets marktwirtschaftlicher Reformen.
- Lionel Messi — Fußballspieler von Inter Miami, der an dem Spiel teilnahm, bei dem es zu einem Vorfall mit einem Fan kam.