Der Stadtrat von Cork hat eine bedingte Genehmigung für den Bau von 140 Apartments auf dem Gelände des ehemaligen katholischen Mutter-Kind-Heims Bessborough erteilt, wo über 900 Säuglinge starben. Die Entscheidung löste Schock und tiefe Trauer unter Überlebendengruppen aus, die befürchten, dass mögliche Grabstätten von Kindern gestört werden könnten. Die Genehmigung, die mit 70 Auflagen versehen ist, wurde trotz der Ablehnung früherer Anträge desselben Bauträgers erteilt. Der Investor muss einen Archäologen beauftragen, was die Emotionen im Zusammenhang mit der tragischen Geschichte der Einrichtung jedoch nicht mildert.

Bedingte Genehmigung für 140 Apartments

Der Cork City Council hat eine bedingte Baugenehmigung für das geplante große Wohnkomplexprojekt erteilt. Der Bauträger Estuary View Enterprises darf drei Blöcke mit Ein-, Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen bauen. Die Genehmigung wurde trotz der Ablehnung früherer Anträge für dieses Gelände erteilt und unterliegt 70 Bedingungen, darunter die Beauftragung eines Archäologen.

Reaktionen von Schock und Trauer bei Überlebenden

Gruppen von Überlebenden und Familienangehörigen äußerten Schock, Trauer und Enttäuschung über die Entscheidung des Rates. Sie befürchten, dass Bauarbeiten die Ruhestätten von Hunderten Kindern stören könnten, deren Gräber nicht gefunden wurden. Eine Vertreterin der Unterstützungsgruppe erklärte, die Überlebenden seien „zutiefst betrübt“ und kündigte an, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

Tragische Geschichte der Einrichtung Bessborough

Das Mutter-Kind-Heim Bessborough, betrieben von der Kongregation der Heiligsten Herzen Jesu und Mariens, war von 1922 bis 1998 in Betrieb. Nach Angaben der staatlichen Untersuchungskommission starben in der Einrichtung 923 Kinder, doch sind nur die Bestattungsorte von 64 von ihnen bekannt. Die Einrichtung war durch eine hohe Säuglingssterblichkeit gekennzeichnet, und ihre Geschichte umfasst umstrittene Impfstoffversuche.

Der Stadtrat von Cork hat dem Bauträger Estuary View Enterprises eine bedingte Genehmigung für den Bau von 140 Apartments auf dem Gelände des ehemaligen katholischen Mutter-Kind-Heims Bessborough erteilt. Die Entscheidung, die mit 70 Auflagen versehen ist, wurde am 25. Februar 2026 getroffen und löste sofortige, starke emotionale Reaktionen unter den Überlebenden der Einrichtung und ihren Familien aus. Mutter-Kind-Heimen Gegner des Projekts befürchten, dass Erdarbeiten die Ruhestätten von Hunderten von Kindern stören könnten, deren Gräber bis heute nicht lokalisiert wurden. Nach Erkenntnissen der Untersuchungskommission für Mutter-Kind-Heime starben in Bessborough 923 Kinder, doch ist der Bestattungsort von nur 64 von ihnen bekannt. Die übrigen ruhen in nicht gekennzeichneten Gräbern auf dem Anwesen. Die Genehmigung wurde erteilt, obwohl frühere Anträge desselben Bauträgers zur Bebauung dieses Gebiets abgelehnt worden waren. Wie der Irish Independent berichtet, wurden frühere Anträge unter anderem von der nationalen Berufungsbehörde blockiert, die auf ein reales Risiko menschlicher Überreste auf dem Baugelände hinwies. Eine Bedingung der aktuellen Entscheidung ist die Beauftragung eines qualifizierten Archäologen durch den Investor, der die Arbeiten überwachen soll. Dies beruhigte die Stimmung jedoch nicht. „Survivors are deeply saddened at this decision. This site should be treated with the respect and dignity those children deserve.” (Die Überlebenden sind von dieser Entscheidung zutiefst betrübt. Dieser Ort sollte mit dem Respekt und der Würde behandelt werden, die diese Kinder verdienen.) — Vertreterin der Bessborough Mother and Baby Home Support Group – sagte eine Vertreterin der Unterstützungsgruppe und kündigte an, Berufung einzulegen. Die Reaktionen lokaler Vertreter und der Überlebenden selbst sind gespalten, wie der Irish Independent vermerkt, doch der Tenor der meisten Artikel drückt eindeutigen Schock und Widerstand aus. Einrichtungen wie Bessborough existierten in Irland während des größten Teils des 20. Jahrhunderts und waren Teil eines breiteren Systems sozialer und moralischer Kontrolle, in dem die katholische Kirche eine Schlüsselrolle spielte. Tausende von Frauen kamen in ähnliche Einrichtungen, und ihre Kinder wurden oft zur Adoption freigegeben, häufig ohne Zustimmung der Mütter. Die tragische Geschichte dieser Heime begann erst im 21. Jahrhundert vollständig aufgedeckt und erforscht zu werden, was zu öffentlichen Entschuldigungen von Staat und Kirche führte. Das umfassende Projekt sieht neben dem Bau von drei neuen Wohnblöcken auch die Revitalisierung von zwei bestehenden Wirtschaftsgebäuden für gemeinschaftliche Zwecke der Bewohner, wie eine Bibliothek oder einen Coworking-Bereich, sowie den Bau einer neuen Fußgänger- und Radfahrerbrücke vor. Trotz dieser städtischen Annehmlichkeiten bleibt das vorherrschende Thema in den Medienberichten die schmerzhafte Erinnerung an die Opfer der Einrichtung und das moralische Dilemma der Bebauung eines historisch so belasteten Geländes.

Perspektywy mediów: Medien wie RTE und Irish Examiner konzentrieren sich auf die emotionale Dimension der Entscheidung, zitieren direkt von der Traumatisierung Betroffene und betonen das Gefühl mangelnden Respekts für die Opfer. Der Irish Independent, obwohl er ebenfalls den Schock thematisiert, bemerkt ein differenzierteres Bild, indem er auf gespaltene Reaktionen unter verschiedenen Überlebendengruppen und lokalen Politikern hinweist.

Mentioned People

  • Carmel Cantwell — Vertreterin der Bessborough Mother and Baby Home Support Group, äußerte tiefe Trauer und kündigte an, gegen die Entscheidung des Rates Berufung einzulegen.
  • Michael Dwyer — Historiker, dessen bahnbrechende Forschung die Beteiligung von über 2000 Kindern aus Bessborough und einer anderen Einrichtung an geheimen Impfstoffversuchen aufdeckte.