Das deutsche Bundesinnenministerium verteidigt offiziell die Praxis des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), falsche Konten in sozialen Medien zu führen. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei-Abgeordneten Martina Renner bezeichnete das von Nancy Faeser geführte Ministerium diese Maßnahmen als "unverzichtbares Werkzeug" im Kampf gegen Extremismus und Desinformation. Kritiker, darunter Organisationen für digitale Rechte, verweisen auf Verstöße gegen die Plattformregeln und eine potenzielle Gefährdung der Meinungsfreiheit. Der Fall löst eine Debatte über die Grenzen der Tätigkeit von Geheimdiensten im Internet aus.

Offizielle Verteidigung der BfV-Praktiken

Die Bundesregierung in Person des von Nancy Faeser geführten Innenministeriums hat sich hinter die Führung von Konten durch den Geheimdienst (BfV) gestellt, die sich als Dritte ausgeben, und bezeichnete sie als unverzichtbares operatives Werkzeug.

Kritik von der Linkspartei

Die Abgeordnete Martina Renner von der Partei Die Linke reichte eine parlamentarische Anfrage ein und wies darauf hin, dass diese Methoden gegen die Plattformregeln verstoßen und das Vertrauen im digitalen Raum untergraben.

Rechtliche Grundlage der Maßnahmen

Das Ministerium betont, dass die Aktivitäten des BfV im Netz im strengen Rahmen des Gesetzes über das Bundesamt für Verfassungsschutz liegen und der parlamentarischen Aufsicht unterliegen und dass ihr Ziel die Bekämpfung des Extremismus ist.

Debatte über Sicherheitsgrenzen

Der Fall ist Teil der breiteren europäischen Diskussion über das Gleichgewicht zwischen nationaler Sicherheit und dem Schutz der Bürgerrechte und Freiheiten im Internet.

Die deutsche Bundesregierung hat offiziell die umstrittenen Arbeitsmethoden ihres Inlandsgeheimdienstes gebilligt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) führt in sozialen Medien falsche Konten, unter denen es sich als normale Bürger, Aktivisten oder Journalisten ausgibt. Journalistische Recherchen hatten diese Praxis aufgedeckt, was die Linkspartei-Abgeordnete Martina Renner veranlasste, eine offizielle parlamentarische Anfrage zu stellen. In seiner Antwort verteidigte das von der Sozialdemokratin Nancy Faeser geführte Innenministerium die Maßnahmen der Behörde entschieden. Das Ministerium bezeichnete sie als "unverzichtbares Werkzeug" in der Geheimdienstarbeit, insbesondere im Kontext der Bekämpfung von Extremismus und russischen Desinformationskampagnen, die sich nach dem Überfall auf die Ukraine verstärkt haben. Kritiker, darunter Organisationen, die digitale Rechte verteidigen, weisen auf zahlreiche Probleme im Zusammenhang mit solchen Aktivitäten hin. Vor allem betonen sie, dass die Erstellung von Konten unter falscher Identität einen klaren Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen der meisten Social-Media-Plattformen darstellt. Zweitens wirft dies schwerwiegende ethische und rechtliche Bedenken hinsichtlich der Grenzen staatlicher Eingriffe in die Meinungsfreiheit auf. Martina Renner argumentierte in ihrer Anfrage, dass solche Methoden "nicht nur gegen die Nutzungsbedingungen der Plattformen verstoßen, sondern auch das Vertrauen im digitalen Raum untergraben". „Diese Methoden der Vortäuschung falscher Identitäten verstoßen nicht tylko gegen die Nutzungsbedingungen der Plattformen, sondern untergraben auch das Vertrauen im digitalen Raum.” (Diese Methoden der Vortäuschung falscher Identitäten verstoßen nicht nur gegen die Nutzungsbedingungen der Plattformen, sondern untergraben auch das Vertrauen im digitalen Raum.) — Die Linkspartei-Abgeordnete Martina Renner Die Regierung weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass die Maßnahmen des BfV im strengen rechtlichen Rahmen des Gesetzes über das Bundesamt für Verfassungsschutz erfolgen und der Kontrolle entsprechender parlamentarischer Ausschüsse unterliegen. Nach Ansicht des Ministeriums sind die Operationen zielgerichtet, verhältnismäßig und dienen ausschließlich nachrichtendienstlichen Zwecken, wie der Identifizierung extremistischer oder nachrichtendienstlicher Bedrohungen, und nicht der Massenüberwachung von Bürgern. Die Debatte über die Grenzen der digitalen Aufklärung wird in Europa seit über einem Jahrzehnt geführt, insbesondere nach den Enthüllungen von Edward Snowden im Jahr 2013, die das globale Ausmaß der Überwachung zeigten. Sie führten zu einer Verschärfung der Debatte über Datenschutz und Privatsphäre, was unter anderem zur Verabschiedung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) führte.Die aktuelle Kontroverse in Deutschland ist Teil dieser breiteren europäischen Diskussion darüber, wo die Grenze zwischen den Erfordernissen der nationalen Sicherheit und den grundlegenden Bürgerrechten im digitalen Zeitalter gezogen werden soll. Die meisten europäischen Geheimdienste führen ähnliche Aktivitäten im Netz durch, geben sie jedoch selten offen zu. Die deutsche Regierung hat mit ihrer offenen Antwort auf die parlamentarische Anfrage eine für diese Materie ungewöhnlich offene Verteidigung ihrer Methoden unternommen. Dabei wurden jedoch keine wesentlichen operativen Daten offengelegt, wie etwa die genaue Anzahl der geführten Fake-Profile, deren Reichweite oder das jährliche Budget für diese Maßnahmen, was eine unabhängige Bewertung des Ausmaßes des Phänomens erschwert.

Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Gefahr für die Meinungsfreiheit und den Machtmissbrauch und verweisen auf mangelnde Transparenz und Kontrolle über die Aktivitäten der Dienste. Konservative Medien betonen die Notwendigkeit, alle verfügbaren Mittel im Kampf gegen Extremismus und Desinformation einzusetzen, insbesondere angesichts hybrider Bedrohungen.

Mentioned People

  • Nancy Faeser — Bundesinnenministerin Deutschlands (SPD), die für das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) verantwortlich ist.
  • Martina Renner — Mitglied des Bundestages für die Linkspartei Die Linke, die eine parlamentarische Anfrage zu den Fake-Konten des BfV eingereicht hat.