Der europäische Industriesektor kämpft mit einer beispiellosen Krise, die sich in einer sechsfachen Beschleunigung der Werksschließungen seit 2022 zeigt. Gleichzeitig verzeichnet die polnische Landwirtschaft Rekordinvestitionen in den Maschinenpark von über 7,5 Mrd. Złoty. Im Einzelhandel kündigt die Carrefour-Gruppe eine neue Strategie bis 2030 an, die sich auf westliche Märkte und Brasilien konzentriert, was die Zukunft der polnischen Niederlassung in einem neuen Licht erscheinen lässt.
Industrieller Zusammenbruch des Kontinents
Die Geschwindigkeit der Werksschließungen in Europa ist seit 2022 versechsfacht, was eine dauerhafte Deindustrialisierung und den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber globalen Märkten droht.
Investitionsboom in der Landwirtschaft
Polnische Landwirte gaben im Jahr 2025 7,5 Mrd. Złoty für moderne Geräte aus, was eine Wachstumsdynamik von 24,5 % im Jahresvergleich bedeutet.
Neue Prioritäten für Carrefour
Der französische Handelsriese setzt in der Strategie 2030 auf die Märkte Frankreichs, Spaniens und Brasiliens und schränkt die Priorität der polnischen Niederlassung ein.
Die Situation der europäischen chemischen Industrie und der Schwerindustrie bereitet Experten ernsthafte Sorgen. Wie die Polnische Kammer der Chemischen Industrie (PIPC) unter Berufung auf Daten von CEFIC mitteilt, hat sich die Geschwindigkeit der Produktionseinstellungen auf dem Alten Kontinent seit 2022 versechsfacht. Branchenführer warnen, dass Europa nicht nur aktuelle Produktionskapazitäten verliert, sondern auch die Fähigkeit, in Zukunft moderne Fabriken zu bauen. Trotz des Ablaufs von zwei Jahren seit der Unterzeichnung der Antwerpener Erklärung wurden 83 % ihrer Forderungen zum Schutz der Wettbewerbsfähigkeit der EU-Industrie von der Europäischen Kommission nicht umgesetzt. Die Antwerpener Erklärung vom Februar 2024 war ein gemeinsamer Appell von über 70 Branchenführern für einen Pakt für eine saubere Industrie, der die Deindustrialisierung Europas angesichts hoher Energiepreise verhindern sollte. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Situation in der polnischen Landwirtschaft ganz anders dar. Das Jahr 2025 brachte einen sprunghaften Anstieg der Investitionen in landwirtschaftliche Maschinen und Geräte. Ihr Gesamtwert betrug 7,5 Mrd. Złoty, was einem Anstieg von fast 25 % im Jahresvergleich entspricht. Die Modernisierung der Betriebe stützt sich hauptsächlich auf externe Finanzierungen wie Leasing und Kredite. Diese Entwicklung wird unter anderem von der ARiMR stimuliert, die das Konzept Landwirtschaft 5.0 fördert und auf Automatisierung, Digitalisierung und fortschrittliche Software setzt. Auch italienische Gerätehersteller spüren eine Belebung und verzeichnen einen 12-prozentigen Anstieg der Exporte nach Polen. „Die Europäische Kommission hat immer noch 83 % der Vorgaben der Antwerpener Erklärung nicht umgesetzt, die für die Widerstandsfähigkeit der Industrie gegenüber Krisen entscheidend sind.” — Tomasz Zieliński Im Bereich des großflächigen Einzelhandels hat der globale Konzern Carrefour die Strategie „Carrefour 2030“ vorgestellt. Der Plan sieht eine Marktoffensive vor, die sich auf drei Schlüsselbereiche konzentriert: Frankreich, Spanien und Brasilien. Diese Märkte sollen in den kommenden Jahren die Grundlage für Wachstum und Rentabilität der Gruppe bilden. Polen, obwohl es ein wichtiger Teil des Netzwerks bleibt, gehört nicht zum Kreis der prioritären Investitionsmärkte. Die Strategie sieht eine Kostenoptimierung und eine verstärkte Betonung von künstlicher Intelligenz basierten Technologien vor, um effektiver mit Giganten wie Lidl oder Biedronka konkurrieren zu können. Investitionen in landwirtschaftliche Maschinen in Polen: 2024: 6.02, 2025: 7.5 6-fach — stieg die Geschwindigkeit der Fabrikschließungen in Europa Medien mit liberalem Profil betonen die Notwendigkeit der technologischen und digitalen Transformation von Carrefour als Chance zum Überleben im Wettbewerbszeitalter. | Konservative Medien konzentrieren sich auf die Gefahr der Deindustrialisierung und die Untätigkeit der EU-Beamten angesichts des Niedergangs der europäischen Industrie.
Mentioned People
- Tomasz Zieliński — Präsident der Polnischen Kammer der Chemischen Industrie, der vor der Investitionskrise in der Europäischen Union warnt.
- Mariateresa Maschio — Präsidentin von FederUnacoma, die über den Anstieg der Exporte italienischer Landmaschinen nach Polen informiert.