Der inhaftierte Führer der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), Abdullah Öcalan, hat an die Behörden in Ankara und die Öffentlichkeit einen zweiten historischen Appell zur Beendigung des bewaffneten Kampfes gerichtet. In einer von prokurdischen Abgeordneten verlesenen Erklärung fordert Öcalan die Schaffung eines rechtlichen Rahmens, der die demokratische Integration der Kurden ermöglicht. Diese Erklärung, die zum Jahrestag seines vorherigen Aufrufs verkündet wurde, soll ein neues Kapitel in der Geschichte der Türkei aufschlagen, das auf Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlichem Dialog basiert.

Forderung nach Friedensgesetzen

Öcalan fordert das Parlament auf, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der die Reintegration der Kurden und die Beendigung des Konflikts ermöglicht.

Ende der Gewalt-Ära

Der PKK-Führer erklärt seinen endgültigen Willen, zu einer auf Recht und demokratischen Verfahren basierenden Politik überzugehen.

Druck auf die Regierung in Ankara

Die zum Jahrestag des vorherigen Appells verlesene Erklärung soll die türkischen Behörden zwingen, konkrete legislative Schritte zu unternehmen.

Abdullah Öcalan, der sich seit 1999 in Isolation auf der Insel İmralı befindet, hat erneut zu einer endgültigen Beendigung des bewaffneten Kampfes und zum Übergang in eine politische Phase aufgerufen. In der Erklärung, die mit dem ersten Jahrestag seines Friedensmanifests vom letzten Jahr zusammenfällt, betonte der Führer der PKK die Notwendigkeit, dass das Parlament spezielle „Friedensgesetze” verabschiedet. Laut Öcalan werden nur solide gesetzliche Grundlagen eine dauerhafte Integration der kurdischen Gemeinschaften in die demokratischen Strukturen des türkischen Staates ermöglichen. Die Situation wird als Versuch interpretiert, Druck auf die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) auszuüben, damit diese ihre bisherigen Reformversprechen umsetzt. Die Ursprünge des kurdisch-türkischen Konflikts reichen bis zum Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und dem Vertrag von Lausanne von 1923 zurück, der den Kurden keinen eigenen Staat gewährte, was in den folgenden Jahrzehnten zu zahlreichen Aufständen und systematischer Diskriminierung dieser Minderheit führte. Internationale und nationale Reaktionen deuten auf vorsichtigen Optimismus hin, obwohl der Friedensprozess festgefahren ist. Öcalan erklärt seinen Willen, die Ära einer auf Gewalt basierenden Politik zu beenden, was den seit über vier Jahrzehnten andauernden Konflikt beenden könnte. Die prokurdische Partei DEM, die bei der Übermittlung der Botschaften des Führers vermittelt, appelliert für eine breitere gesellschaftliche Verantwortung für diese Veränderungen. Es wird darauf hingewiesen, dass ohne konkrete rechtliche Schritte, wie eine Amnestie für Kämpfer oder eine Lockerung der Isolation Öcalans selbst, diese Erklärungen nur Rhetorik bleiben könnten. Die Regierung in Ankara zögert trotz früherer Gesprächsbereitschaft weiterhin, einen Zeitplan für konkrete Gesetze vorzulegen. 40 tys. — Opfer forderte der kurdisch-türkische Konflikt seit 1984 Analysten weisen darauf hin, dass Öcalans zweiter Aufruf darauf abzielt, den Dialog angesichts zunehmender regionaler Spannungen im Nahen Osten wiederzubeleben. Das Postulat der demokratischen Integration setzt nicht nur die Niederlegung der Waffen durch die Guerilleros voraus, sondern vor allem eine systemische Staatsreform, die die Selbstverwaltung der südöstlichen Regionen umfassen würde. Obwohl Porträts Öcalans die türkische Gesellschaft weiter polarisieren, bleibt seine Stimme für Tausende von Kämpfern, die sich in den Kandil-Bergen im Irak verstecken, entscheidend. Der endgültige Erfolg dieser Initiative hängt nun vom politischen Willen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der Bereitschaft der nationalistischen Koalitionspartner zu Zugeständnissen ab. „"The transition to democratic integration necessitates laws of peace."” — Abdullah Öcalan

Perspektywy mediów: Medien mit liberalem und prodemokratischem Profil betonen das moralische Gewicht von Öcalans Erklärung und sehen sie als letzte Chance für eine friedliche Modernisierung der Türkei. Konservative und nationalistische Medien in der Türkei bleiben skeptisch und befürchten, dass die geforderten Friedensgesetze die Einheit des türkischen Staates schwächen könnten.

Mentioned People

  • Abdullah Öcalan — Gründer und inhaftierter Führer der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK).
  • Pervin Buldan — Abgeordnete der prokurdischen Partei, die die Erklärung des Führers verlas.